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OB Reiter: Münchner sollen ihre Stadt zurückkaufen

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Dieter Reiter (SPD)
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Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister der Stadt München, bei einem Interview. Foto: Sven Hoppe/Archiv Foto: dpa

München (dpa/lby) - Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will mit neuen Instrumenten gegen hohe Miet- und Immobilienpreise in seiner Stadt vorgehen. Reiter sprach sich im Nachrichtenmagazin »Spiegel« für einen Bürgerfonds aus. Darüber sollten sich Anleger an Wohnungen beteiligen können, die aber nicht zu Höchstpreisen vermietet werden, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin.


Zuletzt habe die Stadt München verstärkt ihr Vorkaufsrecht ausgeübt. Dadurch seien beispielsweise im vergangenen Jahr 366 Wohnungen in öffentlichen Besitz gelangt. »Wir können aber nicht alles kaufen, vielmehr sollten sich die Münchner ihre Stadt zurückkaufen«, sagte Reiter dem Nachrichtenmagazin. Als Vorbild sieht der Münchner Oberbürgermeister das Modell von Wohnungsgenossenschaften, die auch die Verwaltung kollektiv finanzierter Wohnungen übernehmen könnten.

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Reiter plädiert auch dafür, die sogenannte Erhaltungssatzung auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten. Diese Vorschrift gilt bisher für bestimmte Bereiche der Stadt. Sie garantiert unter anderem mehr Mieterschutz und gibt der Stadt ein Vorkaufsrecht für Wohnungen.

Für Normalverdiener sind Wohnungen in München kaum mehr zu finanzieren. Die Preise liegen inzwischen bei mindestens 4000 bis 12 000 Euro pro Quadratmeter, wie die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des Deutscher Mieterbundes, Beatrix Zurek, auf dpa-Anfrage sagte.