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Nun ist offiziell, wer zur Wahl antreten darf und wer nicht – Ein Überblick

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Traunstein: Landratskandidaten präsentieren sich bei Podiumsdiskussion
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Siegfried Walch, Gisela Sengl, Sepp Konhäuser, Andreas Danzer, Christian Schunck und Dr. Ute Künkele (von oben links nach unten rechts) treten gegeneinander an.

Die Wahlausschüsse der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land sowie der Städte und Gemeinden haben alle Wahlvorschläge geprüft. Damit ist nun offiziell, wer zur Kommunalwahl antreten darf – und wer nicht. »Ein bisserl ein Chaos« gebe es bei der AfD im Berchtesgadener Land, wie Landratsamt-Pressesprecher Andreas Bratzdrum im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Aber auch in einigen Gemeinden des Landkreises Traunstein gibt es Besonderheiten.


Zur Wahl für das Amt des Landrats zugelassen wurden der amtierende Landkreischef Siegfried Walch (CSU) aus Inzell, Gisela Sengl (Grüne) aus Nußdorf, Sepp Konhäuser (SPD) aus Rupolding, Christian Schunck (FDP) aus Obing, Andreas Danzer (FW/UW) aus Grabenstätt und Dr. Ute Künkele (ÖDP) aus Petting.

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Die Junge Liste Traunstein kandidiert neu für den Kreistag. Die Partei hat laut Michael Reithmeier, dem Pressesprecher des Landratsamts Traunstein, die Zahl der benötigten 430 Unterschriften deutlich überschritten. »Es waren 952 Unterschriften«. Nicht zugelassen wurde die Liberale Initiative Zukunft Traunreut (L!Z), die die Unterschriften für die Kreistagsliste nicht zusammen bekommen hat. »Gültig waren 320 Unterschriften«, so Reithmeier.

Anders sieht es für die Partei in Traunreut aus. Dort haben sowohl die Bayernpartei als auch die L!Z die nötigen Unterschriften für die Stadtratswahl erreicht. Sie wurden vom Traunreuter Wahlausschuss als neue Parteien zugelassen.

Neu in den Traunreuter Stadtrat möchte auch die AfD. Unterstützerunterschriften benötigte die Alternative für Deutschland allerdings nicht, denn Parteien, die im Landtag vertreten sind, benötigen keine Unterschriften. Das gilt auch für die neu gegründeten Ortsvereine der Grünen, die erstmals bei der Kommunalwahl antreten – in Inzell, Petting, Ruhpolding, Seeon-Seebruck und Unterwössen.

Die »Initiative Traunstein e.V.« möchte den Sprung in den Traunsteiner Stadtrat schaffen. Die Partei habe die 190 benötigten Unterschriften deutlich überschritten, wie die neue Stadt-Pressereferentin Agnes Lamminger mitteilte. Die »Junge Liste Traunstein« habe nur für den Kreistag kandidiert.

Nicht zugelassen wurde vom Wahlausschuss in Ruhpolding »Die Partei Liste« mit Bürgermeisterkandidat Pablo Heidenreich. Er hatte die erforderlichen Unterschriften von 120 – die Anzahl bemisst sich nach der Größe der Gemeinde – mit nur 17 Unterschriften deutlich unterschritten.

Diese Kandidaten aus der Region dürfen zur Wahl antreten:

Im Berchtesgadener Land wird es definitiv einen neuen Landrat geben, denn CSU-Landrat Georg Grabner (68) kann und will aus Altersgründen nicht erneut antreten. Ins Rennen um das höchste Amt im Landkreis gehen Bernhard Kern (CSU), Bartl Wimmer (Grüne), Roman Niederberger (SPD), Michael Koller (FW) und Wolfgang Koch (AfD).

Die Alternative für Deutschland hat zwei verschiedene Vorschlagslisten für den Kreistag beim Wahlausschuss abgeben. Eine vom Kreisvorsitzenden Koch selbst, eine zweite gab sein Stellvertreter und ehemaliger Landtagskandidat Jens Schosnowski ab – allerdings ohne Koch auf der Liste (zum Bericht).

»Nachdem der AfD sowohl im ersten als auch im zweiten Wahlvorschlag wahlrechtliche Fehler unterlaufen sind, hat der Wahlausschuss nicht nur eine Zusammenschau beider vornehmen, sondern zusätzlich die jeweiligen Fehler berücksichtigen müssen«, sagte Pressesprecher Andreas Bratzdrum. Der Wahlausschuss habe daher beschlossen, welche Bewerber zu streichen sind. »Damit hat sich eine veränderte AfD-Liste ergeben.«

Diese ist nun ohne den Freilassinger Bürgermeisterkandidaten Felix Barton und ohne den AfD-Bundestagsabgeordneten Hansjörg Müller. Es bleibe abzuwarten, ob seitens der AfD Einwände erhoben würden, so Andreas Bratzdrum. Die Frist laufe am 10. Februar um 18 Uhr ab.

Saaldorf-Surheims Bürgermeister Bernhard Kern hat sich entschieden, für das Amt des Landrats zu kandidieren. Er gibt damit seinen Posten als Rathauschef unabhängig vom Ausgang der Wahl im März definitiv auf. »Denn beides ist nicht möglich. Er hat sich für die Kandidatur zum Landrat entschieden«, teilte Bratzdrum auf eine entsprechende Nachfrage mit.

Diese Kandidaten und Parteien wurden zugelassen

In Traunstein gibt es vier Bewerber um den Sessel im Rathaus: Burgi Mörtl-Körner (Grüne), den amtierenden Bürgermeister Christian Kegel (SPD), Dr. Christian Hümmer (UW/CSU) und Simon Steiner (Traunsteiner Liste). Außerdem wollen die CSU, die Grünen, die SPD, die UW, die Traunsteiner Liste, die Linke sowie die Initiative Traunstein in den Stadtrat einziehen.

In Surberg gibt es nur einen Bewerber um den Bürgermeisterposten: Michael Wimmer von der CSU. Der bisherige Bürgermeister Josef Wimmer hört auf. Einen Sitz im Gemeinderat wollen die CSU, die Grünen, die Freie Wählergruppe Surberg-Lauter-Hufschlag und die Bürgerliste.

Ebenfalls nur einen Bewerber für den Rathaussessel gibt es in Vachendorf: Bürgermeister Rainer Schroll (SPD/UUB). In den Gemeinderat wollen außerdem die CSU/Einigkeit Vachendorf, SPD/UUB und die Freien Wähler.

In Bergen ist Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne) der einzige Kandidat. Um Plätze im Gemeinderat bewerben sich die CSU/Bergener Bürger-Union (BBU), SPD, FWG, Grüne Liste und die ÜW.

Bürgermeister Thomas Kamm (UW) wird in Siegsdorf von Gerhard Gimpel (Grüne) herausgefordert. In den Gemeinderat wollen die CSU, die Grünen, die SPD und die UW.

In Inzell steht der Bürgermeister schon fest: Amtsinhaber Hans Egger (Bürger für Inzell/BfI) ist der einzige Bewerber. Einen Platz im Gemeinderat wollen die CSU, die Grünen, die SPD, BfI und die Junge Liste Inzell.

Matthias Schlechter (CSU) wird neuer Bürgermeister in Reit im Winkl. Er ist der einzige Kandidat. Amtsinhaber Josef Heigenhauser kandidiert nicht mehr. Die CSU und die FW wollen in den Gemeinderat.

Drei Anwärter gibt es um den Rathaussessel in Ruhpolding: Bürgermeister Claus Pichler (SPD) wird von Justus Pfeifer (CSU) und Sepp Hohlweger (Grüne) herausgefordert. In den Gemeinderat wollen die CSU, die Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB), die Grünen und die SPD.

Schlechings Bürgermeister Josef Loferer (CSU) wird von Josef Schießl (SD) herausgefordert. Die CSU und die UBS stellen eine gemeinsame Liste für den Gemeinderat, die SPD eine eigene.

Ludwig Enfellner (CSU) wird Bürgermeister in Unterwössen bleiben. Die CSU, die Grünen, FDP/Unabhängige Wähler Wössen, die Oberwössner Wählergruppe und die Freie Wähler Gemeinschaft Wössen wollen in den Gemeinderat.

In Marquartstein gibt es zwei Bewerber für den Rathaussessel: den amtierenden Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) und Martin Riedl (CSU). Plätze im Gemeinderat wollen die CSU, die Grünen/Offene Liste und die Bürger für Marquartstein.

Einen neuen Bürgermeister wird es in der Marktgemeinde Grassau geben, denn Rudi Jantke (SPD) hört auf. Um den Rathausposten bewerben sich Thomas Göls (CSU), Stefan Kattari (SPD), Johann Genghammer (FW), Mehdi Akbari (UGL) und Franz Pletschacher (Bayernpartei). In den Marktgemeinderat wollen CSU, SPD, FW, UGL, die Bayernpartei und die Allgemeine Einwohnerschaft Rottau (AE).

Auch in Staudach-Egernachdach gibt es eine neue Bürgermeisterin: Martina Gaukler (CSU/UGW) wird die Nachfolgerin von Hans Pertl, der nicht mehr kandidiert. Die CSU/UGW stellt auch eine gemeinsame Liste für den Gemeinderat.

In Übersee wird Bürgermeister Marc Nitschke (CSU) von Margarete Winnichner (Grüne) und Eberhard Bauerdick (Gemeinsam für Übersee) herausgefordert. Diese drei Parteien sowie die FBL und die Bayernpartei bewerben sich außerdem um den Gemeinderat.

In Grabenstätt geht eine Ära zu Ende: Bürgermeister Georg Schützinger (CSU) hört nach 36 Jahren auf. Seine Nachfolge wollen Waltraud Hübner (CSU) und Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe/FW) antreten. Parteien, die in den Gemeinderat wollen, sind die CSU, die Bürgergruppe und die Freien Wähler.

Auch in Chieming wird es einen neuen Bürgermeister geben. Nachfolger von Benno Graf wollen Stefan Reichelt (CSU), Sebastian Heller (Grüne) und Markus Brunner (UW/BBW) werden. Diese vier Parteien wollen auch Plätze im Gemeinderat.

Martin Bartlweber (gemeinsamer Kandidat der drei Ortsverbände der Freien Wähler) tritt in der Gemeinde Seeon-Seebruck gegen den amtierenden Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) an. In den Gemeinderat wollen die CSU, die Freie Wählergruppe Seeon, die Freie Wählergemeinschaft Seebruck, die Parteifreie Wählerschaft Truchtlaching und die Grünen.

Auch in Nußdorf wird der Rathaussessel neu besetzt, Hans Gnadl hat die Altersgrenze erreicht. Toni Wimmer (CSU), Max Eder (Bürgerliste) und Gerhard Mittermaier (Wir Zukunft Gemeinde/WZG) wollen Bürgermeister werden. Diese drei Parteien sowie die Bürgerliste wollen in den Gemeinderat.

Gleich sieben Bürgermeisterkandidaten gibt es in der Stadt Traunreut: Bürgermeister Klaus Ritter (FW) sowie Hans-Peter Dangschat (CSU), Christian Stoib (SPD), Martin Czepan (Grüne), Roger Gorzel (Bürgerliste), Markus Schupfner (Bayernpartei) und Oliver Krogloth (AfD). Diese sieben Parteien sowie die Liberale Initiative Zukunft (L!Z) wollen außerdem Plätze im nächsten Traunreuter Stadtrat.

In Waging gibt es keinen neuen Bürgermeister. Matthias Baderhuber (CSU) wurde erst im vergangenen Jahr als Nachfolger von Herbert Häusl gewählt. Es werden nur die Plätze im Gemeinderat neu vergeben. Diese wollen die CSU, Grüne/Bürgerliste, ÖDP/ Parteifreie Wähler und die Freien Wähler besetzen.

In Taching hört Bürgermeisterin Ursula Haas auf. Es gibt zwei Bewerber, die nun auf den Rathaussessel wollen: Hans Steiner (CSU) und Stefanie Lang (parteilos). Für den Gemeinderat gibt es eine gemeinsame Liste von CSU, UWG und Bürgerliste.

Martin Fenninger (Freie Bürgerliste) wird Bürgermeister in Wonneberg bleiben. Er ist der einzige Bewerber. Parteien um Plätze im Gemeinderat sind die Freie Bürgerliste Wonneberg, die Überparteiliche Wählergruppe und die Aktiven Wonneberger.

Auch in Petting steht der Bürgermeister schon fest: Karl Lanzinger (CSU) kandidiert wieder. In den Gemeinderat wollen die CSU, die FWG und die Grünen.

Hans-Jörg Birner (CSU) wird ebenfalls Bürgermeister bleiben, nämlich in Kirchanschöring. Die CSU, die Grünen, die SPD und die FWG wollen in den Gemeinderat einziehen.

In Teisendorf wird Amtsinhaber Thomas Gasser (CSU) von Edwin Hertlein (Grüne), Sabrina Stutz (FWG) und Johann Rauscher (SPD) herausgefordert . Außer diesen vier Parteien möchte auch die AfD Plätze im Marktgemeinderat haben.

KR/jal