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Nun doch 20 Kandidaten gefunden

Grassau. Eine überraschende Wende nahm die Aufstellungsversammlung der Freien Wählerschaft Grassau. Nachdem es beim ersten Versuch einer Listenaufstellung noch so ausgesehen hatte, als ob die Freien Wähler mit gerade einmal zehn Kandidaten ins Rennen um die Marktgemeinderatsmandate treten müsse, wurden nun doch alle 20 Listenplätze besetzt.

Erfreut stellte der Sprecher der Freien Wähler, Sepp Grießenböck, fest, dass der Aufruf an interessierte Bürger gefruchtet habe. In der gut besuchten Aufstellungsversammlung im Gasthof zur Post, informierte er über die Arbeit der Freien Wähler und erinnerte an die Geschichte der Gruppierung. Josef Koch habe 1972 die »Mietenkamer Liste« gegründet. Später wurde die Liste zur »Freien Wählerschaft« umbenannt. Der dieses Jahr verstorbene Koch sei ein Vollblutkommunalpolitiker gewesen und habe auch zwei Perioden das Amt des zweiten Bürgermeisters inne gehabt. Seit 1972 errang die Liste immer zwischen zwei und vier Marktgemeinderatsmandate. Vor zwölf Jahren haben die Freien Wähler mit dem »Parteilosen Heimatblock« fusioniert. Es gelang damals, 20 Kandidaten aufzustellen. Bei der letzten Wahl waren es dann 14, die sich aufstellen ließen. Er, Grießenböck, betrachte die Liste als wichtigen Gegenpart zu der starken CSU und der noch stärkeren SPD und als Alternative für alle, die parteifrei wählen wollen. Er betonte aber auch die gute Zusammenarbeit im Marktgemeinderat, die sich auch in den meist einstimmigen Beschlüssen spiegle. Wichtig sei dennoch, dass auch kleine Gruppierungen die Diskussion weiter aufrechthalten.

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Auch wenn ihm die Arbeit Spaß gemacht habe, so werde er nach 18 Jahren Marktgemeinderat und zwei Perioden als 2. Bürgermeister altersbedingt nicht mehr kandidieren, erklärte Grießenböck. Zur Arbeit im Marktgemeinderat erklärte er, dass die Freien Wähler keine Fraktionssitzungen haben, man sich aber im Vorfeld über die Sachverhalte informieren sollte und das Mandat auch mit gesellschaftlichen Verpflichtungen einhergehe.

Ähnlich gestaltet werde auch die Arbeit im Kreistag, so der Landratskandidat der »Freien Wähler« Andreas Danzer. Auch hier gebe es keinen Fraktionszwang. Unter Danzers Wahlleitung wurden dann folgende Kandidaten für die Listenplätze eins bis 20 nominiert: Ernst Weindel, Gunther Fries, Franz Pletschacher, Andreas Kreuz, Michaela Mix, Josef Grießenböck jun., Stefan Altleitner, Hans Genghammer, Carmen Leiße, Martin Maier, Hans-Peter Moritz, Paul Biebl, Oliver Eder, Rosemarie Trulio-Koch, Manfred Widmayr, Josef Sailer, Hermann Schleipfner, Klaus Ritzer, Martina Ugrinovich und Carina Jeck.

Grießenböck zeigte sich mehr als zufrieden, dass alle Listenplätze besetzt werden konnten. In freute, dass so viele junge Leute und viele mit Familie kandidieren und auch eine Reihe von Frauen die Liste füllen.

Allerdings hielt es Hans Genghammer für bedauerlich, dass bislang kein Bürgermeistergegenkandidat aufgestellt werde. Dies widerspreche seiner Meinung nach dem demokratischen Verständnis. Der Wähler sollte eine Wahlmöglichkeit besitzen. Laut Danzer sei es für die Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten noch nicht zu spät und man könne sich die Option noch offen lassen. Letztlich entschied die Versammlung, mit der »Allgemeinen Einwohnerschaft Rottau« eine Listenverbindung einzugehen. tb