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Nord Nord Mord - Clüver und der leise Tod

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Nord Nord Mord - Clüver und der leise Tod
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Sein letzter Fall stellt Theo Clüver (Robert Atzorn) vor eine große Herausforderung. Foto: ZDF/Marion von der Mehden Foto: dpa

Zum letzten Mal ist Robert Atzorn in einem neuen Fall von »Nord Nord Mord« zu sehen. Nicht nur sein Kommissar verabschiedet sich vom Bildschirm, sondern auch der Schauspieler. Die Reihe aber geht weiter.


Hamburg/Westerland (dpa) - »Clüver und der leise Tod« heißt der letzte Fall für Robert Atzorn als Kriminalkommissar auf Sylt - alles andere als leise war das Echo auf die Ankündigung des Schauspielers zum Jahreswechsel: Der 72-Jährige beendet seine Karriere und will sich ganz auf sein Privatleben konzentrieren.

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Einige Monate zuvor hatte Atzorn zunächst mitgeteilt, seinen Dienst in der ZDF-Krimireihe »Nord Nord Mord« nach acht Einsätzen zu quittieren. Der Sender setzt die Reihe nun mit Peter Heinrich Brix (62) als Kommissar fort. Doch erst einmal verabschieden sich an diesem Montag (20.15 Uhr) Atzorn und sein Ermittler Theo Clüver in den Ruhestand. 

»Er hat sich komplett ins Privatleben zurückgezogen«, sagt eine Sprecherin von Atzorns Agentur. Ein anderes Leben beginnt auch für jenen Hauptkommissar, als der Atzorn seit 2011 zu sehen war. Er habe Hippies beim Kiffen und Ulrike Meinhof beim Randalieren verhaftet sowie das Kokain von Schickimickis beschlagnahmt, sagt Clüver. »Ich habe genug von all dem, es muss was Neues kommen in meinem Leben. Und es kommt auch was Neues«, erklärt der Ermittler, der gemeinsam mit seinen Kollegen Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) auf der Nordseeinsel Verbrecher jagte. »Der Fall, an dem ich jetzt arbeite, ist mein letzter, danach höre ich auf. Endgültig.«

Auf den Ruhestand stimmt »Der leise Tod« auch sehr ruhig ein, gemächlich plätschert die Geschichte auf Sylt dahin. Richtig Spannung will nicht aufkommen, wenn es darum geht, den Tod des Besitzers einer Luxusvilla aufzuklären. Dessen Haus steht zum Verkauf, die Immobilienmaklerin Susanna Wagner (Mina Tander) führt gerade eine interessierte Schweizer Familie durch die Räume, als deren Sohn die versteckte Leiche findet. Die Maklerin gerät ebenso wie ihr Ex-Chef (Wilfried Hochholdinger) ins Visier der Ermittler, während Clüvers Kollege Feldmann sich in die Frau verliebt und ihm nicht nur die berufliche Distanz abhandenkommt, sondern auch die Dienstwaffe.

Während Feldmann in seiner amüsanten Romanze zur Hochform aufläuft, scheint bei Clüver die Luft ein wenig raus zu sein. Wie gut, dass er - wenn auch überraschend - Besuch von Töchtern und Enkeln bekommt, die er nun nach etwas Geheimniskrämerei in seine Zukunftspläne einweihen kann. Nach acht Inselkrimis - der letzte und vier weitere unter der Regie von Anno Saul - ist nun Schluss für Clüver. Jetzt weht ein neuer Wind, wenn mit Brix Hauptkommissar Carl Sievers die Stelle übernimmt. Für die damit neunte Episode der Reihe, deren einzelne Folgen bislang oft mehr als sieben Millionen Zuschauer einschalteten, stand der Neue auf der Insel bereits auf Sylt und in Hamburg vor der Kamera.

»Die Figur ist ja wunderbar gezeichnet, das gefällt mir sehr gut«, sagte Brix im Interview der Deutschen Presse-Agentur. »Ich mag solche Typen mit einer ein Stück weit gebrochenen Biografie. Der ist aus dem Leben - und auch sehr nordisch.« Sein Sievers habe Vorbehalte gegen Sylt: »Die Hecken sind ihm zu hoch, die Frisuren und die Nasen zum Teil auch.« Der auf dem Land in Schleswig-Holstein aufgewachsene Schauspieler, im Fernsehen gerade wieder in der NDR-Kultserie »Neues aus Büttenwarder« zu sehen gewesen, war bis zu den Dreharbeiten elf Jahre lang nicht auf Sylt. In der Hochsaison sei die Insel auch nichts für ihn, »aber sonst und vor allem jenseits der Hotspots mag ich sie«.

Er sei sich im Klaren, dass die Fußstapfen, in die er nun trete, vielleicht ein paar Nummern größer als die eigenen seien, sagt Brix. »Aber ich habe da gar nicht lange überlegt, sondern empfinde das als großes Geschenk und Privileg. Es ist wie im Leben, einer geht, einer kommt - das ist doch wunderbar.« Über Atzorn und sich erzählt er: »Wir haben nie zusammen gedreht, sind uns nie irgendwo über den Weg gelaufen und haben auch noch nie ein Wort miteinander gesprochen. Das hat sich einfach nicht ergeben.« Eine Art Übergabe sei aber auch nicht nötig. »Mein Carl Sievers ist ein ganz anderer Typ, eine ganz andere Figur als Theo Clüver.«

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