weather-image
17°
Sechs junge Künstler repräsentieren die sechs Fächer der Meisterklassen

Niveauvolles Ende der »AlpenKlassik«

Mit dem Abschlusskonzert in der ausverkauften Bad Reichenhaller Konzertrotunde ist die Summer School der »AlpenKlassik«-Festwoche mit begeisterter Publikumszustimmung zu Ende gegangen. Im Programmablauf repräsentierten sechs musikalische Beiträge die sechs Fächer der Meisterklassen. Christoph Adt dirigierte die Bad Reichenhaller Philharmonie.

Die japanische Geigerin Naoka Aoki sorgte zum Abschluss des Konzerts für Begeisterung. (Foto: Aumiller)

Da war die makellose Klarinettistin Claudia Camarasa Fort mit dem 1. Satz aus dem Paradewerk für Klarinette, dem Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber. Virtuos geläufig mit klarem Tonansatz und musikantisch frisch punktete die junge Klarinettistin, die in Valencia und Madrid studiert hat und derzeit Mitglied im »Malta Philharmonic Orchestra« ist. Guten, sicheren Tonansatz führte auch Adrian Diaz Martinez im prachtvoll gespielten Hornkonzert Nr. 1 op. 11 von Richard Strauss vor. Martinez verstand es, die instrumentalen Vorzüge klangschön und eindrucksvoll den Zuhörern nahe zu bringen. Der 24-Jährige stammt aus Madrid und spielt derzeit beim NDR-Orchester in Hamburg.

Anzeige

Mit frischem Musizieren im 1. Satz des Viola-Konzerts von Franz Anton Hoffmeister erfreute die aus Hongkong stammende Chinesin Tin Wai Lai, die in Frankfurt bei Roland Glasl studiert. Das Meistern von Hoffmeisters Konzert gilt als Maßstab für eine professionelle Karriere.

Offensichtlich zum Publikumsliebling avancierte der Pianist Maximilian Flieder mit seiner einfühlsamen und auch brillanten Interpretation des 1. Satzes aus Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58. Flieder stammt aus einer Wiener Musikerfamilie, absolvierte seine Ausbildung in Wien und setzt seine Studien jetzt bei Antti Siirala in München fort. Zudem kann er sich bereits einer fortgeschrittenen Solistenkarriere rühmen.

Als erfahrener Kontrabassist mit guter Tonqualität und musikalischer Kompetenz zeigte sich Karsten Schulz in dem »gefällig geistreichen« Kontrabass-Konzert von Carl Ditters von Dittersdorf. Vor allem den feinen lyrischen Adagiosatz führte er mit Eleganz und inniger Kantilene. Schulz studierte in Würzburg und am Mozarteum und ist Kontrabassist der Bremer Philharmonie.

Zu guter Letzt räumte noch die in Tokio und London ausgebildete Geigerin Naoka Aoki mit zwei ebenso innig wie brillant vorgetragenen Sätzen des beliebten Violinkonzerts Nr. 1 g-Moll von Max Bruch den Löwenanteil an Begeisterung ab. Die 25-Jährige begann mit drei Jahren das Violinspiel, ist jetzt bei der Royal Academy in London und holt sich Feinschliff bei Ana Chumachenco.

Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner erklärte, dass die Vorbereitungen für die Summer School 2018 bereits auf Hochtouren laufen, »zumal im nächsten Jahr die Philharmonie ihr 150-jähriges Jubiläum feiert«. Christoph Adt tritt zwar sein neues Amt als Präsident der Nürnberger Musikhochschule an, wird aber auch 2018 wieder Festivaldirigent der Summer School sein, so Lackner. Elisabeth Aumiller