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Nicht immer nur »O du fröhliche«

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Berchtesgaden: Konzert von Chor aus Westfalen mit Weihnachtslieder-Repertoire
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Der Projektchor präsentierte ein abwechslungsreiches Programm. (Fotos: Jörg Tessnow)

Berchtesgaden – Dirigent Jürgen Etzrodt und Organisator Erich Münstermann strahlten am Sonntagabend zufrieden mit Wunderkerzen in der Hand. Hatten sie doch gerade ein verlängertes Konzert-Wochenende in Berchtesgaden und Salzburg erfolgreich hinter sich.


Der Projektchor der katholischen Kirchengemeinde St. Agatha Gronau-Epe zählt 80 Singfreudige. Im Rahmen des »Berchtesgadener Advents« standen am vergangenen Wochenende gleich drei Konzerte auf dem Programm. Münstermann organisierte diese Tour monatelang. Seit fast 50 Jahren hat der Westfale Berchtesgaden tief in sein Herz geschlossen.

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Am Samstagnachmittag konzertierten die Münsterländer auf dem Schlossplatz. Abends umrahmte der Projektchor den Vorabendgottesdienst in der Stiftskirche. Am Sonntag gab der Chor ein weiteres Gastspiel zur Gestaltung der Messe im Hohen Dom zu Salzburg.

Abwechslungsreiches Adventsliederprogramm

Bevor aber ein solch großer Chor überhaupt loslegen kann, muss er erst einmal richtig stehen. Das bedeutet: 80 Personen gilt es in einer sogenannten Stellprobe zu positionieren. Chorleiter Jürgen Etzrodt achtet darauf, dass die unterschiedlichen Stimmlagen ein harmonisches Klangbild abgeben. Unter dem Chor-Motto »Dem Himmel ein Stück näher, denn wer singt, betet doppelt« wurde ein Adventsrepertoire konzipiert, das nicht nur die bekanntesten Weihnachtslieder wiedergeben sollte.

So wollten die Münsterländer dem Zuhörer sowohl rhythmisch als auch sprachlich etwas Abwechslung anbieten. Bereits das Intro ließ aufhorchen: Dudelsackspieler Reinhard Kernebeck blies das schottische Traditional »Amazing Grace« und stand tatsächlich im Kilt auf der Bühne, während Jürgen Etzrodt auf der Trommel wirbelte. Vorher hatten der Dirigent und Erich Münstermann den Zuhörern Wunderkerzen überreicht. Diese Art von Zeremonie erzeugte Neugierde durch ein nicht alltägliches Adventschor-Ambiente.

Heiter und besinnlich

80 Personen stampften auf den Boden und stimmten »Freedom is Coming« an. Für das ungeübte »Christkindlmarkt-Ohr« eine kleine akustische Herausforderung. Währenddessen durfte mitgeklatscht werden. »Janie Mama – Janie Mama« frohlockte es aus den westfälischen Kehlen. Da wackelte schon mal kurzweilig ein Tannenzweig in der Bühnenhütte.

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Zwei Köpfe, die etwas »zu singen« haben (v.l.): Chorleiter Jürgen Etzrodt und Organisator Erich Münstermann.

Damit das Ganze aber nicht abhob, erdete ein emotional intoniertes russisches Weihnachtslied das Temperament. Erich Münstermann stand dabei in der ersten Reihe und sang aus tiefster Überzeugung mit. Aus dem Katalog des katholischen Kirchenliedguts dominierten nun feinfühlige Stimmen. Bei den besinnlichen »Herr wir warten« und »Advent der Christenheit« bewies der gemischte Chor eine variable Aussagekraft. Chorleiter Jürgen Etzrodt dirigierte nicht nur, sondern setzte auch selbst elanvolle Akzente. Auch seine auflockernden Ankündigungen fanden bei den Zuhörern heiteren Anklang.

Ein heimatlich-plattdeutsches Weihnachtslied der Münsterländer durfte nicht fehlen. Der Chor wollte jedoch keinesfalls klassisches Weihnachtsliedgut infrage stellen. Das befände sich selbstverständlich und überwiegend im saisonalen Programm. Am Montagmorgen hieß es dann wieder Abfahrt in die westfälische Heimat. »Nächstes Jahr im August will ich wieder hier sein«, versprach Münstermann.

Jörg Tessnow

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