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»Nicht auf den Lorbeeren ausruhen«

Schönau am Königssee - Auch im fünften Weltcuprennen der Doppelsitzer am Königssee schien auf der Anzeigetafel als Siegerpaar das Duo Tobias Wendl/Tobias Arlt (RC Berchtesgaden/WSV Königssee) auf. Erhöhten die beiden Tobis ihren Vorsprung schon in den letzten Rennen immer mehr, so bedeuten 0,876 Sekunden Vorsprung einen absoluten Rekordwert, der viele Jahre nicht mehr erreicht wurde. Vielmehr wurden gerade die Doppelsitzerwettbewerbe in den letzten Jahren oft im Tausendstelsekunde-Bereich entschieden. Der »Anzeiger« sprach mit dem Duo über Siege, Statistiken und Sommerarbeit.

Das Rodeldoppel Wendl/Arlt fährt derzeit ausgezeichnet. Die beiden hoffen, ihre Form sogar noch zu verbessern. Foto: Anzeiger/cw

Ist es etwas Besonderes, auf der Heimbahn zu gewinnen?

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Tobias Arlt: Natürlich ist man daheim besonders motiviert, man möchte es ja seinen Fans zeigen und sie nicht enttäuschen.

So viele Siege in Folge wie ihr hat bisher nur das Doppel Krauße/Behrendt aus Oberhof geholt. Die hatten sechsmal in Folge gewonnen.

Arlt: Statistik spielt überhaupt keine Rolle. Wir ziehen unser Ding durch, versuchen immer zwei ordentliche Läufe zu zeigen und wollen ganz einfach gute Leistungen bringen.

Tobias Wendl: Es ist gut und schön, dass sich die harte Arbeit aus dem Sommer nun auszahlt.

Ihr kommt jeweils mit Rekordvorsprung ins Ziel. Seid ihr so gut oder haben die anderen nachgelassen?

Wendl: Es war durch den Regen und das weiche Eis sehr schwer zu fahren. Unser Schlitten war jedoch perfekt darauf eingestellt, wir haben zudem die wenigsten Fehler gemacht und daher mit solch einem großen Vorsprung gewonnen.

Ihr seid aber auch in den letzten drei Rennen um rund vier Zehntelsekunden schneller als die nächsten Verfolger gewesen. Das sind ja gerade im Rennrodeldoppel Welten.

Arlt: Wir sind selbst immer wieder überrascht, wenn wir im Ziel unsere Zeit sehen. Aber wir sind gut drauf, locker und schon am Start vorne dabei. Das macht wohl den Unterschied.

Die so erfolgreichen Österreicher Linger/Linger sind derzeit weit weg. Bluffen die beiden?

Wendl: Die machen viele Fehler und scheinen ganz schön unter Druck zu sein. Ich denke jedoch, die raffen sich auch wieder auf und kommen zurück.

Arlt: So viel bluffen kann man gar nicht, dass man sich sicher sein kann, auf Kommando wieder mit vorne dabei zu sein. Nicht bei diesen Zeitrückständen.

Wie sieht es mit den Weltmeisterschaften in Whistler auf der berüchtigten Bahn aus?

Wendl: Da soll der Start entsprechend verändert worden sein, nicht so eckig wie bei Olympia. Bis auf die Kanadier ist noch keiner gefahren. Ich denke aber, auch diese Bahn kommt uns entgegen.

Ihr seid beide auch in anderen Sportarten sehr gut, - hilft das am Rodel?

Arlt: Wir machen viel gemeinsam und sind auch in anderen Sportarten gut drauf. Wir spielen Golf, wir fahren mit dem Rad und dem Motorrad. Wir machen alles Mögliche und ich denke, es macht einen guten Sportler aus, dass er sich in allen Sportarten gut schlägt.

Wie lautet das Erfolgsgeheimnis, wenn es verraten werden darf?

Arlt: Das Material stimmt, die Form ist gut und wir sind mental sehr gut drauf. Dennoch können wir uns die großen Zeitunterschiede eigentlich nicht erklären, denn die anderen sind auch keine Deppen.

Wendl: Alle kochen wie wir mit Wasser, aber bei uns läuft es halt. Sicher spielt auch eine Rolle, dass wir die letzte Saison bis ins Detail analysiert und Lehren daraus gezogen haben. Es sollte nicht noch einmal so etwas wie bei der WM passieren, als wir um 6/1000 Sekunden Bronze verloren haben. Das war schon sehr bitter.

Wie kann man die Form konservieren?

Arlt: Wir haben ein gutes Flow und wir werden einfach von Rennen zu Rennen versuchen, so weiter zu fahren.

Gibt es Wünsche und Vorsätze für 2013?

Wendl: Das Wichtigste ist gesund zu bleiben. Im Weiteren möchten wir auch weiterhin so akribisch arbeiten wie bisher und uns noch einmal verbessern. Auf keinen Fall dürfen wir uns auf den Lorbeeren ausruhen, denn die anderen kommen auch wieder. cw