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Neymar & Co. vor Uruguay-Duell unter Druck

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Überflieger
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Die Brasilianer erfreuen sich an der Spielkunst von Marcelo und Neymar (r). Foto: Robert Ghement Foto: dpa
Klare Aussage
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Für Italiens Trainer Cesare Prandelli ist Spanien der klare Favorit. Foto: Peter Powell Foto: dpa
Messlatte
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Vincente del Bosque beherrscht den Fußball mit seinen Spaniern. Foto: Oliver Weiken Foto: dpa
Verletzt
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Mario Balotelli kann das Turnier nicht zu Ende spielen. Foto: Antonio Lacerda Foto: dpa
Referee
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Howard Webb wird das Halbfinale zwischen Spanien und Italien leiten. Foto: Fernando Bizerra Jr Foto: dpa

Rio de Janeiro (dpa) - Jetzt gilt's für die Seleção! Neymar, Dante und Co. müssen im Südamerika-Klassiker gegen Uruguay den letzten Schritt ins Finale beim Confederations Cup machen.


Und der Druck ist riesig. Ganz Brasilien erwartet am Mittwoch in Belo Horizonte einen Sieg gegen den kleinen Nachbarn. Gelingt der nicht, werden nicht nur Erinnerungen an die größte Fußball-Demütigung des Rekordweltmeisters vor 63 Jahren geweckt. Dann wäre auch die gerade erst entfachte Euphorie für den WM-Sommer 2014 wieder verflogen.

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Für den einzigen Deutschen ist der WM-Testlauf am Zuckerhut praktisch beendet. Schiedsrichter Felix Brych wurde nicht für ein Halbfinale nominiert. Da ein europäisches Team auf jeden Fall jeweils im Endspiel und im Spiel um Platz 3 stehen wird, kommt der Münchner nach den FIFA-Regularien auch nicht als Referee am Finalsonntag infrage.

Italien beklagt vor dem zweiten Halbfinale gegen Spanien am Donnerstag den Ausfall von Superstar Mario Balotelli, der schon wieder in die Heimat zurückgekehrt ist. «Ich fühle mich wie ein Verlierer», sagte der frustrierte Angreifer auf dem Weg zum Flughafen. Eine Oberschenkelzerrung hat seinen Traum von der «Rache» für die 0:4-Finalniederlage von Kiew vor einem Jahr zunichte gemacht.

Die Seleção reiste in einem Flieger in den Farben der brasilianischen Nationalflagge und dem Aufdruck der Airline Gol nach Belo Horizonte. Jetzt nimmt die Tormaschine mit den Münchner Bundesliga-Profis Dante und Luiz Gustavo Kurs auf das Endspiel im Maracana. Die Fans sind nach drei Siegen in der Gruppenphase schon dabei abzuheben.

Für Italiens Trainer Cesare Prandelli ist Brasilien zusammen mit Spanien «die beste Mannschaft der Welt». Doch die Spieler im Team von Luiz Felipe Scolari sind klug genug, um auf dem Boden zu bleiben. «Die Tatsache, dass wir die drei letzten Spiele gewonnen haben, macht uns nicht zum Favoriten», warnte Torhüter Júlio César. Er erinnerte an die harten Duelle bei der Copa América. Und dann ist in Brasiliens Fußball-Bewusstsein auch immer noch die traumatische finale Niederlage bei der WM 1950 gegen Uruguay verankert.

2011 haben die «Urus» die Südamerika-Meisterschaft gewonnen, in der WM-Qualifikation ist La Celeste aber ins Straucheln geraten. «Es waren immer schwierige Spiele, bei denen Details den Ausschlag gegeben haben», sagte César.

Wenige Wochen vor dem geplanten Besuch von Papst Franziskus in Rio de Janeiro heißt es im fußballverrückten Brasilien «Habemos Seleção». Nach der schwierigen Startphase Scolaris und Monaten des Zweifels glauben Experten und Fans plötzlich daran, dass der Gastgeber im nächsten Jahr wirklich um den WM-Titel mitspielen kann.

Vor dem zweiten Halbfinale kann Trainer Prandelli nur neidisch auf seinen Halbfinalgegner Vicente del Bosque schauen. Nach dem Turnier-Aus Balotellis ist er vor der EM-Finalrevanche in Nöten. Und del Bosque hat die Qual der Wahl zwischen gleich drei erstklassigen Stürmern: Fernando Torres (5 Turniertore), David Villa (3) und Roberto Soldado (1). «Spanien ist der Favorit, daran gibt es keinen Zweifel», sagte Prandelli nicht nur unter dem Eindruck des Verlustes von Balotelli.

«Der Trainer hat viele Möglichkeiten. Er kann aus vielen guten Spielern mit tollen Rekorden auswählen», sagte Barça-Profi Villa, der kaum beginnen dürfte, zur komfortablen Situation seines Trainers. Auch Deutschland-Schreck Torres, der im EM-Finale 2008 in Wien das Siegtor beim 1:0 gegen das Team von Bundestrainer Joachim Löw erzielt hatte, muss selbst als führender Torschütze der Mini-WM befürchten, wieder auf der Bank zu sitzen. Obwohl der Profi vom FC Chelsea aktuell gut drauf ist. «Ich fühle mich gut, stark und selbstbewusst. Ich hoffe auf mehr Spielminuten», sagte Torres.

Mit Erleichterung wird die FIFA zur Kenntnis genommen haben, dass die politischen Proteste auf Brasiliens Straßen nachgelassen haben. An den Spieltagen wird aber wieder mit Demonstrationen vor allem in den Confed-Cup-Orten gerechnet. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff 0setzte in ihrem Land auf politische Reformen und einen stärkeren Kampf gegen Korruption.

Rousseff schlug nach einem Treffen mit Vertretern der Protestbewegung fünf Reformpakte vor. Unter anderem sollen der öffentliche Nahverkehr, das Gesundheitssystem und das Bildungswesen verbessert werden. Mit Blick auf ein Hauptanliegen der Protestbewegung machte Rousseff klar, dass sie Korruption als schweres Delikt geahndet sehen wolle, das schärfer bestraft werde.