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Neugestaltung der Auerbräu-Wiese scheitert knapp

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Die Neugestaltung und Aufwertung der Auerbräu-Wiese zu einem Veranstaltungsort mit entsprechenden Einrichtungen beschäftigte den Gemeinderat seit einiger Zeit. Doch eine weitere Kostensteigerung brachte das Vorhaben zum Erliegen. (Foto: Peter)

Marquartstein – Geht es nach dem aktuellen Beschluss des Gemeinderats, wird die Auerbräu-Wiese den Marquartsteinern im alten Gewand erhalten bleiben. Die Aufwertung der Grünfläche neben der Kirche im Ort zu einem Veranstaltungsplatz beschäftigte den Gemeinderat schon mehrmals. Bei den ersten konkreteren Diskussionen anfangs 2017 standen Kosten von rund 70 000 Euro zur Debatte.


Doch die Idee, auf der Wiese einen Veranstaltungsort zu schaffen, der den Anforderungen auf einige Jahrzehnte genüge, brachte für die angedachten Einrichtungen und Umbauarbeiten eine Investitionssumme von 346 000 Euro hervor. Dafür besteht ein Förderbescheid aus dem Programm »Stadtgrün« mit einer Summe von 208 000 Euro. Die abschließenden Planungen brachten nun eine weitere Kostensteigerung um rund 110 000 Euro, was jedoch nicht durch eine Förderung abgedeckt wäre. Und das wollte die Mehrheit, auch wenn sie mit 7 zu 8 knapp ausfiel, nicht mehr mittragen.

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In Stromversorgung und Wegebau investiert

Bereits vor rund zehn Jahren wurde im Rahmen der Erstellung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung die Auerbräu-Wiese als wichtige, zu erhaltende Grünfläche und als Platz für Vereine und Veranstaltungen eingestuft. In den letzten Jahren wurden immer wieder Verbesserungen, wie der Wegebau oder die Stromversorgung vorgenommen, um die Arbeit der Ehrenamtlichen bei verschiedenen Veranstaltungen zu erleichtern.

Im Herbst 2015 wurde von mehreren Vereinen die Idee zum Bau einer »Vereinsküche« im Gemeinderat vorgestellt. Im Januar 2017 fasste das Gremium den Beschluss, die Vereine mit bis zu 70 000 Euro zu unterstützen. Zeitgleich sollten Fördermöglichkeiten geprüft werden. In der Folge wurde aus dem angedachten Holzstadel für die Vereinsküche ein massiver Pavillon mit Kupferdach, der mit über 270 000 Euro veranschlagt wird. Neben der Küche soll das Gebäude auch das rollstuhlgerechte WC beherbergen. Weiter schlug die Renovierung des Musikpavillons und des WC-Anbaus mit knapp 130 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Außenanlagen und Planungskosten.

Bewilligungsbescheid auf Basis von 346 000 Euro

Seit Ende 2018 liegt ein Bewilligungsbescheid auf der Basis der damaligen Kosten von 346 000 Euro vor. Nachdem die Kostensteigerung unter anderem durch architektonische Anforderungen der Städtebauförderung bedingt sei, habe die Verwaltung bei der zuständigen Stelle angefragt, auch die Mehrkosten zu fördern, so Bürgermeister Andreas Scheck. Doch sei bis zur Sitzung keine abschließende Aussage zu treffen gewesen. Wenn die Mehrkosten nicht gefördert würden, müsste die Gemeinde die Summe bestreiten.

Es sei die erste Kostenschätzung von den rund 350 000 Euro schon zu viel gewesen und somit die neue mit knapp einer halben Million Euro ebenso, sagte Peter Lloyd. Ihm fehle das Gesamtkonzept. Denn es gebe auch Überlegungen, einen Veranstaltungsraum zu schaffen. Dort würden dann, je nach Lage, wieder alle Einrichtungen benötigt.

Scheck meinte dazu, dass die Auerbräu-Wiese und ein Veranstaltungsraum nicht miteinander zu verbinden seien. Dagmar Netzer meinte, dass gerade das behindertengerechte WC wieder vielen Menschen den Besuch von Veranstaltungen eröffne. Deutlich gegen die Kosten stellten sich auch Katja Kink und Klaus Hell. Kink sagte, dass sie letztes Jahr bei den 346 000 Euro dagegen gewesen sei und sie sei es dieses Mal wieder. Bei den veranschlagten Kosten von rund 270 000 Euro für den Küchenbau fehle ihm die Grundlage für den Vereinszweck, sagte Hell. Da sei er nicht mehr dabei. Franz Aigner meinte, Grundgedanke sei die Unterstützung der Vereine gewesen. Er wollte wissen, ob die Vereine nach wie vor den Küchenausbau realisieren würden.

Mit Fördermitteln den Platz gestalten

Der Antrag der Vereine, auf der Auerbräu-Wiese eine feste Küche zu installieren, sei sicher Anstoß für das Gesamtkonzept gewesen, meinte Scheck. Jedoch habe man zum Erhalt der dortigen Einrichtungen und der Anlage immer wieder Geld in die Hand nehmen müssen. Und so sei eben der Gedanke entstanden, mit Fördermitteln dort einen Platz für Veranstaltungen zu schaffen, bei dem man über einige Jahrzehnte Ruhe habe und der den heutigen Ansprüchen entgegenkomme, so der Bürgermeister.

Es sei nach wie vor so, dass die Vereine den Ausbau der Küche machen würden. Dazu gebe es einen Nutzungsvertrag zwischen Vereinen und Gemeinde, in dem auch die Nutzung Dritter geregelt sei, so Scheck. Im Anschluss gab es 8 Nein- und 7 Ja-Stimmen. Derzeit wird also das Projekt »Auerbräu-Wiese« nicht mehr weiter verfolgt. MP