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Nach Deutschland Cup

Neuer Vertrag, spätes Vorbereiten: Das steht im DEB an

2:8, 0:3, 5:1. Das letzte Spiel beim Deutschland Cup bescherte dem deutschen Eishockey-Nationalteam einen versöhnlichen Abschluss. Bundestrainer Marco Sturm gewann seine Zuversicht für Olympia zurück. Ein Überblick, wie es für ihn und die Profis weitergeht.

Bundestrainer
Der DEB will mit Bundestrainer Marco Sturm verlängern. Foto: Peter Kneffel Foto: dpanitf3

Augsburg (dpa) - Wann unterschreibt Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm seinen neuen Vertrag? Zaubert er bei der Olympia-Nominierung doch eine Überraschung hervor? Nach dem Härtetest für die Winterspiele vom 9. bis 25. Februar sind rum um das deutsche Eishockey-Nationalteam einige Fragen offen.

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Den Deutschland Cup in Augsburg schloss die Auswahl nach dem 5:1 gegen die USA und des ersten Siegs im dritten Spiel als Dritter und damit Vorletzter ab. Bis zum ersten Auftritt bei Olympia im südkoreanischen Pyeongchang sind es noch gut 13 Wochen.

Welche personellen Erkenntnisse hat Marco Sturm gewonnen?

Einige, sagte der Bundestrainer, ohne ausführlich Details zu verraten. Viele Alternativen hat Sturm nicht. Auf die Frage, wer sich aufgedrängt habe, antworte er bloß: «Schwierig.» Er lobte den gesetzten Münchner Stürmer Dominik Kahun. In der Offensive könne der 22-Jährige bei Olympia eine entscheidende Rolle einnehmen, gerade weil NHL-Star Leon Draisaitl nicht mitspielen darf. Die Flexibilität von Yannick Seidenberg, der Verteidiger und Stürmer spielen kann, stufte Sturm als positiv für die Nominierung ein.

Wie geht es für die Nationalspieler weiter?

Manche haben noch ein paar freie Tage. Die Kölner und Krefelder treffen schon am Mittwoch in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aufeinander, spätestens am Freitag sind alle DEL-Clubs wieder im Einsatz. Die letzten Partien vor der Olympia-Pause stehen am 2. Februar an, bis dahin sind es noch 28 Spieltage. Spätestens Mitte Januar erfahren die Profis, ob sie in Südkorea dabei sind.

Wie geht es weiter für Marco Sturm?

Am Dienstag fliegt der Bundestrainer nach Nordamerika. Seine Aufgabe: Kontaktpflege mit den deutschen Spielern dort und persönliche Schulung. Im Dezember begleitet Sturm die U20 bei der B-WM in Frankreich (10. bis 17. Dezember). Möglichst bald sollen zudem weitere Gespräche mit dem Verband über die vorzeitige Verlängerung seines noch bis Sommer 2018 laufenden Vertrags folgen. Sturm sieht keine Eile. DEB-Präsident Franz Reindl hofft auf einen Abschluss bis Anfang Dezember - oder als Weihnachtsgeschenk.

Wie sieht die weitere Vorbereitung auf Olympia aus?

Nach der Nominierung Mitte Januar trifft sich der Kader am 3. Februar in Füssen für ein Trainingslager. Drei Tage später ermöglicht das Test-Duell mit der Schweiz einen Formcheck. Auch in Südkorea soll noch eine Vorbereitungspartie ausgetragen werden. Das olympische Turnier beginnt für die Deutschen am 15. Februar gegen Finnland.

Was erwartet das deutsche Nationalteam in Südkorea?

Gegen die Finnen sind die Deutschen wie gegen Schweden klarer Außenseiter. Norwegen spielt auf ähnlichem Niveau wie Sturms Team. Nur die Sieger und der beste Zweite aus den drei Gruppen ziehen direkt ins Viertelfinale ein. Alle anderen müssen in Playoff-Partien ran. Das Weiterkommen wäre «ein Traum», sagte Reindl. Für fast alle deutschen Spieler wird es die Olympia-Premiere sein. Nur Torhüter Dennis Endras und Stürmer Marcel Müller haben vom Deutschland-Cup-Kader schon Winterspiele erlebt. 2010 waren von den Kandidaten sonst nur Marcel Goc und Christian Ehrhoff dabei.

Was bedeutet das Fehlen der NHL-Spieler?

Klar resultiert aus dem Fehlen von Leon Draisaitl, Dennis Seidenberg, Thomas Greiss und den anderen NHL-Profis ein herber Qualitätsverlust. Was das im Vergleich zu den anderen Nationen bedeutet? Da gehen die Meinungen auseinander. Mancher bezeichnet es als kleinen Vorteil. DEB-Präsident Reindl sieht Vor- und Nachteile ausgeglichen. «Wenn die NHL-Spieler kommen, haben wir auch sechs, sieben Spieler, die uns wirklich weiterhelfen», erklärte der Kölner Verteidiger Moritz Müller. «Auf der anderen Seite fehlen den anderen 20, sie kriegen dafür aber auch Nachschub aus einer vermeintlich besseren Liga.» Die nordamerikanische Profiliga hatte sich zum ersten Mal seit 1998 geweigert, ihre Saison für Olympia zu unterbrechen.