Neuer Lebensraum für Fische

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Foto: Symbolbild (pixabay)

Ainring – Zusätzlichen Lebensraum für Fische und andere Arten will das Wasserwirtschaftsamt Traunstein in der Saalach schaffen: im Bereich der Gemeinde Ainring zwischen den Ortsteilen Saalachau und Hausmoning. Dieser zusätzliche Lebensraum soll auch dazu dienen, den Fischbestand im Fluss zu sichern und zu erweitern.


Zu diesem Zweck lässt das Amt als Vorhabensträger das Ufer und das Gewässerbett der Saalach auf bayerischer Seite naturnah umgestalten. Private Grundstücke werden dazu nicht benötigt. Derzeit läuft die Plangenehmigung. Baubeginn ist voraussichtlich im Winter 2021/2022. Die Kosten betragen rund 5,9 Millionen Euro, die Hälfte davon übernimmt der Freistaat Bayern. Die Arbeiten finden in Zusammenarbeit mit der Bundeswasserbauverwaltung Salzburg statt. Sie ist im selben Bereich zuständig für Maßnahmen auf österreichischer Seite der Saalach.

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Bündel an Maßnahmen

Schon heute schwimmen in der Saalach Fische wie die Äsche, die Nase oder auch die Koppe. Doch ihr Bestand ist über die Jahre zurückgegangen – und das soll sich ändern: Die Tiere sollen in Zukunft nicht nur mehr Nahrung finden können. Sie sollen auch zusätzliche Laichmöglichkeiten erhalten, um sich vermehren zu können. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat daher gemeinsam mit der Bundeswasserbauverwaltung Salzburg ein Bündel an Verbesserungsmaßnahmen für den Lebensraum Saalach auf Höhe der Gemeinde Ainring geschnürt.

So soll der monotone Verlauf des Flusses beseitigt, der Fluss aus seinem engen Korsett befreit werden. Kiesbänke sollen entstehen und Fischen wie der Nase die Möglichkeit geben, in Gruben ihren Laich abzulegen. Astbündel – sogenannte Faschinen –, Wurzelstöcke und Totholz sollen zusätzlich Unterschlupfmöglichkeiten für Fische bilden, zugleich aber auch Lebensraum sein für eine Vielzahl von Kleintieren, die dann wiederum den Fischen als Nahrung dienen. Mithilfe von Wasserbausteinen und Holzstämmen werden außerdem Strömungslenker, Buhnen genannt, eingesetzt, die die neu angelegten Kiesbänke ergänzen.

Ziel des Uferumbaus und der Gewässerbaumaßnahmen ist es, die Lebensraumqualität aufzuwerten und die Flussmorphologie zu verbessern. Nicht zuletzt geht es aber auch darum, die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Das Erreichen und Erhalten eines guten ökologischen Zustands der Oberflächengewässer ist dabei oberstes Gebot, meldet das Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Möglich wird das Bündel von Verbesserungsmaßnahmen insbesondere dank eines Flächenzugewinns auf der Salzburger Seite der Saalach. Dort ist die Bundeswasserbauverwaltung Salzburg zu Grund gekommen und kann nun das Ufer mithilfe von hydraulischen Baggern, Muldenkippern und anderem schweren Gerät um 30 Meter aufweiten und den Fluss auf diese Weise aus seiner kanalartigen Struktur lösen. Das ist dringend notwendig, weil die bestehenden Ufersicherungen angegriffen und unterspült sind. Dazu kommt, dass sich die Gewässersohle eingetieft hat.

Besonderes Augenmerk auf den Hochwasserschutz

Beim gesamten Projekt liegt besonderes Augenmerk auf dem notwendigen Hochwasserschutz. Die Menschen in Ainring sollen sich sicher fühlen. Daher werden alle Arbeiten so umgesetzt, dass sie zu einem schadlosen Hochwasserabfluss beitragen. Die aktuelle Situation darf sich dabei für die unmittelbaren Anlieger, aber auch für die Anlieger unterhalb und oberhalb der Maßnahmen nicht verschlechtern. Zu diesem Zweck werden die Wasserbauer »drüben und herüben« regelmäßig die Entwicklung der Gewässersohle vermessen und überwachen, teilt das Wasserwirtschaftsamt Traunstein mit.

fb/red


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