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Neuer Bier-Lagerkeller: Investition in Zukunft

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Das Modell des Brauereigeländes zeigt den geplanten Neubau (eingekreist). Die Gemeinde befürwortet den Neubau. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Seit 1946 lagern im Keller der Brauerei Wieninger in Teisendorf 100 Tanks, in denen das Bier über Wochen oder Monate heranreift, bevor es in Flaschen abgefüllt und verkauft wird.


Die Lagertanks sind in die Jahre gekommen und sollen nun, nach über 70 Jahre durch moderne Einrichtungen ersetzt werden. Dafür soll ein Teil des alten Brauereigebäudes, der nicht unter Denkmalschutz steht, und in dem derzeit unter anderem das Labor und ein Schulungs- und Präsentationsraum für Besucher untergebracht sind, abgerissen und an seiner Stelle ein neues Gebäude zur Bierlagerung, eine sogenannte Tankanlage, errichtet werden. Der Bauausschuss hat dafür in seiner letzten Sitzung einstimmig das gemeindliche Einvernehmen hergestellt.

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Braumeister Bernhard Löw und der Leiter der Bauabteilung Hermann Winkler erläuterten vorab anhand eines im Maßstab 1:200 nachgebildeten Modells des Brauereigeländes samt Bauten die Planungen und die Lage des geplanten Neubaus innerhalb des Brauereikomplexes. Bei dem neuen »Lagerkeller«, ein bei Fachleuten üblicher Begriff, handelt es sich nicht um einen Keller im herkömmlichen Sinne, sondern um ein oberirdisches Gebäude, in dem bis zu 54 senkrecht stehende Tanks mit einem Fassungsvermögen von 100 bis 300 Hektolitern untergebracht werden können. Vorgesehen ist im Moment der Einbau von 49 Tanks, die bei der derzeitigen Produktionskapazität der Brauerei benötigt werden.

Das neue Gebäude schließt unmittelbar an ein unter Denkmalschutz stehendes altes Gebäude an, in dem Filtrations- und Abfüllanlage sowie der Weißbierkeller untergebracht sind. Dennoch wird es sich von diesem klar unterscheiden, unter anderem durch eine schwächere Dachneigung von nur 30 Grad gegenüber 40 Grad bei dem alten Gebäude, und durch die farbliche Gestaltung der Fassaden.

Markante Gestaltung des Verbindungsstücks

Die Verbindung zwischen den beiden Gebäudeteilen »alt« und »neu« wird markant gestaltet durch einen schmalen, etwas niedrigeren Gebäudeteil mit hohen Glaswänden, durch die die Tanks zu sehen sind. Man überlege auch, wie man durch unterschiedliche Lichteffekte, diese Ansichten noch beeindruckender gestalten könne, so Bernhard Löw.

Die Konstruktion wird ein Stahlbau, der mit Sandwichpaneelen verkleidet wird. Der Lagerraum für die Tanks als solcher ist als energetisch abgeriegelte Halle geplant, die umluftgetrocknet wird. Um die Feuchtigkeitszufuhr möglichst gering zu halten, wird man ihn durch eine Schleuse betreten. Die Umgebungstemperatur in der Tankhalle wird 8 bis 10 Grad Celsius betragen. Die Tanks müssen so nicht isoliert werden und es kann sich kein Kondenswasser bilden. Dies bedeutet einen hohen Hygienestandard bei minimalem Reinigungsaufwand. Gerade letzteres bedeutet einen wesentlichen Unterschied zu dem bisherigen Lagerkeller.

Als Baubeginn hat die Brauerei April 2018 vorgesehen. Da sich die Baugenehmigung nach dem Baugesetzbuch und nicht nach dem wesentlich aufwendigeren Bundesimmissionsschutz-Verfahren richtet, hofft Bauleiter Hermann Winkler, dass dieser Termin eingehalten werden kann. Die Mitglieder des Bauausschusses begrüßten es ausdrücklich, dass der größte Betrieb in Teisendorf so vor Ort in seine Zukunft investiert.

Ortsbild wird nicht beeinträchtigt

Das Vorhaben sei gemäß der gesetzlichen Vorgaben planungsrechtlich zulässig, das Ortsbild wird nicht beeinträchtigt und die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse bleiben gewahrt, erläuterte Theo Steinbacher, Leiter des Bauamtes der Marktgemeinde. Bei ihrer Zustimmung weist die Gemeinde darauf hin, dass die Denkmalschutzbehörde am Genehmigungsverfahren beteiligt werden soll und Brandschutz und Statik vom Landratsamt vorab geprüft werden müssen. kon

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