Neue Wege für Radfahrer im Nationalpark Berchtesgaden

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Das Rad wird in den Bergen immer beliebter. Hier der Blick vom Hirschkaser auf den Watzmann. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Schönau am Königssee – Wer im Nationalpark Berchtesgaden mit dem Rad unterwegs ist, hat auf vielen Wegen bereits freie Fahrt. Nun sollen weitere Wege für Radfahrer geöffnet werden, wie Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte.


Den Anstoß zur Öffnung hatte DAV-Sektionsvorstand Beppo Maltan gegeben. Künftig sollen Richtlinien, an denen DAV und Nationalpark arbeiten, das Miteinander von Berggehern und Radsportlern optimieren.

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Bürgermeister Rasp begrüßte den Vorstoß von Beppo Maltan. Nun sollen auch die Ragertalm, die Stubenalm sowie die Abzweigung zur Priesbergalm per Rad angefahren werden können. »Ich selbst fahre seit Jahrzehnten zur Stubenalm mit dem Rad«, sagt Beppo Maltan. Eine eindeutige Begründung, wieso der Weg bislang nicht offen war für Radfahrer, habe seitens des Nationalparks nie erteilt werden können. Kürzlich habe es Gespräche zwischen der DAV-Sektion Berchtesgaden, den Bürgermeistern von Ramsau und Schönau am Königssee sowie dem Leiter des Nationalparks Berchtesgaden gegeben. Die Gespräche führen nun dazu, die drei Wege auch offiziell für Radfahrer zu ermöglichen.

Weiterhin gesperrt bleiben sollen hingegen das Wimbachgries, die Halsalm sowie der Weg zum Blaueis. »Dort wären Radfahrer problematisch«, sagt Beppo Maltan. Der Weg zum Blaueis sei an manchen Stellen gefährlich, »da geht es schon mal weit runter«. Das Wimbachgries sowie die Halsalm seien mit Besuchern zu stark frequentiert – mit zusätzlichen Radfahrern könnte es brenzlig werden.

Für so manchen Schönauer Gemeinderat würde ebenfalls eine Öffnung des Weges zum Mitterkaser Sinn ergeben. Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp: »Wir haben mit der Jennerbahn vereinbart, dass der Weg radfrei bleibt. Die Jennerbahn legt keinen Wert darauf, dass hier Radfahrer unterwegs sind«, so Rasp. Nicht gern gesehen werden dort Radfahrer auch bei Vertretern des Bundes Naturschutz und der dort aktiven Almbauern.

Beppo Maltan betont, dass die meisten Wege im Nationalpark für Radfahrer sowieso bereits zugänglich seien. Zahlreiche Gespräche wurden in der Vergangenheit mit Vertretern des Nationalparks geführt. »Im Grunde geht es darum, dass sich Fußgänger und Radfahrer nicht in den Weg kommen und auf Regeln achten«, so Maltan.

Deshalb befinden sich der Deutsche Alpenverein und der Nationalpark momentan in einer Schaffensphase: Es geht um die Lenkung der Besucher, um Konzepte, wie Berggeher und Radsportler sich nicht in die Quere kommen. Künftig soll es Richtlinien geben, die das Verhalten am Berg anleiten sollen. »Wir befinden uns mitten in den Gesprächen«, so Beppo Maltan.

Kilian Pfeiffer

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