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Neue Waginger Lärmschutzwand erhält viel Lob

Waging am See. Nun ist sie fertig: die neue Lärmschutzwand an der sogenannten Strandbadsiedlung entlang der Staatsstraße 2105. Sie ist 575 Meter lang und besteht aus lauter fünf Meter breiten Holzelementen, die zwischen vier und 4,50 Meter hoch sind. Die Bewohner der Siedlung an der Hochfellnstraße freuen sich über die neu gewonnene Ruhe.

Ortstermin an der neuen Lärmschutzwand: Bürgermeister Herbert Häusl (rechts) und Bautechniker Franz Fenninger freuen sich über das finanziell wie konstruktiv gelungene Werk – und die Anwohner genießen die Ruhe. (Foto: H. Eder)

Stefan Göttsberger, der wesentlich dazu beigetragen hatte, dass sich diese Bürgerinitiative Sinn gebildet und 140 000 Euro aufgebracht hatte, ist voll des Lobes: »Wir sind recht zufrieden«, meinte er, »wir sind froh, dass wir die Wand jetzt haben.« Bei einem Spaziergang entlang der Straße komme es einem vor, wenn man den Bereich der Wand erreiche, als ob man in einer anderen Siedlung sei. Die Wand, so ist sich Göttsberger sicher, habe eine ganze Menge gebracht. Die dadurch verloren gegangene Aussicht sei ebenfalls nicht tragisch, weil viele Hausbesitzer sich schon seit langem mit hohen Hecken gegen den Straßenlärm versucht hatten zu schützen.

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Bürger brachten 140 000 Euro auf

Auch Franz Fenninger, Techniker der Gemeinde Waging, der durch sein Verhandlungsgeschick den Bau der Wand überhaupt erst ermöglicht hatte, weiß von positiven Rückmeldungen zu berichten. Es hieß etwa: »Jetzt kann man sich auf der Terrasse wieder unterhalten, ohne sich anzuschreien.« Es war aber ein gutes Stück Arbeit, ehe diese geradezu beispielhafte Kooperation Bürger - Gemeinde in trockenen Tüchern war und das Bauwerk zu einem Preis ausgehandelt war, den die Gemeinde noch bereit war zu zahlen. Nach verschiedenen Versammlungen und vielen Kontakten unter den Bewohnern hatte sich eine Allianz von Bürgern gebildet, die sich bereit erklärten, 140 000 Euro aufzubringen.

Die Gemeinde wollte ursprünglich nur 25 Prozent der Gesamtkosten zahlen, übernahm dann aber doch den fehlenden Betrag von 200 000 Euro. Auf 340 000 Euro lautete das Angebot des Ingenieurbüros he-b aus Passau, das auch, so Franz Fenninger, punktgenau eingehalten wurde.

Der Waginger Bautechniker hatte dazu der Firma einige »Zuckerl« angeboten, die den seiner Meinung nach ausgesprochen günstigen Preis ermöglichten: vor allem großen zeitlichen Spielraum bei der Abwicklung der Baumaßnahme. So kam es auch, dass die Wand, schon im Frühjahr fertig geplant, erst vor kurzem fertiggestellt worden ist.

Die Konstruktion stellt sich wie folgt dar: In den Boden wurden rund 2,50 lange Rohre eingedrückt, in die dann die Steher einbetoniert wurden. Zwischen die Steher wurde unten eine Betonplatte, darüber die Holzwand eingesetzt. Den Abschluss bildet ein kleines Blechdach. Die Holzwände bestehen aus Holzlatten an der Außenseite, dahinter ein Gitter, das eine Dämmschicht aus Steinwolle schützt, und auf der Rückseite einer Holzschalung. Damit erfüllt die Wand die höchsten Schallschluckeigenschaften, abgesichert durch ein Zertifikat, das die Firma he-b auf ihre Lärmschutzwände bekommen hat.

Bürgermeister Herbert Häusl zeigte sich bei einem Ortstermin »angenehm überrascht« von der Optik. Die Wand wirke gar nicht so mächtig, wie man hätte annehmen können, meinte er. Zudem werde kommendes Frühjahr noch einiges angepflanzt. Der Bürgermeister freut sich auch über eine Karte, die er von einem Anwohner geschickt bekommen hat: Enorme Zufriedenheit über den Lärmschutz und ein großes Dankeschön seien darin zum Ausdruck gebracht worden.

Häusl ging auch noch auf die Besonderheit der Maßnahme als einem gemeinsamen Projekt von Bürgern und Gemeinde ein, wie es das in der Form kaum irgendwo gebe. Mittlerweile sei, wie Franz Fenninger anfügte, bereits eine Delegation aus Bad Reichenhall in Waging gewesen, um sich über die Details dieses Projekts zu informieren.

Ein Kritikpunkt vom Bürgermeister

Der Bürgermeister hatte allerdings auch noch einen Punkt zu kritisieren. Die Maßnahme wäre in der Form nicht notwendig gewesen, wenn nicht der Staat mit Zunahme des Verkehrs auch die Lärmgrenzen nach oben geschraubt hätte. Dies entspreche ganz und gar nicht der Fürsorgepflicht des Staates, so wie er sie verstehe. Ausdrücklich nahm er von der Kritik aber das Staatliche Bauamt Traunstein aus, das für die Bestimmungen ja nichts könne, vielmehr bei der Entstehung der Wand sehr kooperativ mitgeholfen habe.

Abschließend dankte Häusl Franz Fenninger für seinen Einsatz. Preislich sei die Wand anfangs überhaupt nicht darstellbar gewesen, ehe Fenninger die Sache in die Hand genommen und zur Zufriedenheit aller organisiert habe. Beim Ortstermin lobte Fenninger seinerseits die am Bau beteiligten Firmen, mit denen es keinerlei Probleme gegeben habe und die die Maßnahme in vier Wochen fertiggestellt haben: »Ich würde mir wünschen, dass alle Firmen so arbeiten«, so sein Stoßseufzer. he