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Neue Probleme beim NS-Dokuzentrum am Obersalzberg: Ministerium kündigt Architekten

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Berchtesgaden: NS-Dokuzentrum am Obersalzberg mit neuen Problemen: Ministerium kündigt Architekten
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Blick auf das neue NS-Dokumentationszentrum am Obersalzberg. (Archivfoto: Matthias Balk/dpa)

Berchtesgaden – Angesichts neuer Probleme beim Erweiterungsbau für das NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg hat die Bauverwaltung Konsequenzen gezogen. Nach der Verzögerung bei der Fertigstellung sei dem Architekturbüro gekündigt worden, teilte das Bauministerium am Mittwoch mit.


Es habe erhebliche Defizite in Planung und Bauleitung gegeben. Die beauftragten Leistungen seien teilweise gar nicht oder schlecht erbracht worden. «Es geht um möglichst schnelle Schadensbegrenzung», sagte Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU). Die Bauverwaltung werde möglichst rasch ein Nachfolgebüro beauftragen.

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Bereits im vergangenem Jahr war einem Ingenieurbüro gekündigt worden. Über die Kosten für den Umbau war immer wieder Streit entbrannt. Mittlerweile könnte das Projekt mehr als doppelt so teuer werden wie zu Anfang vorgesehen.

Das Bauministerium geht von 30 Millionen Euro aus, geplant waren ursprünglich einmal 14,3 Millionen Euro. Bereits 2017 hatte es Unmut gegeben, weil die Kosten auf mehr als 21 Millionen Euro gestiegen waren.

Das Ministerium geht davon aus, dass eventuelle weitere Mehrkosten durch die Fehlplanungen von dem Architekturbüro übernommen werden müssen. «Selbstverständlich werden die verantwortlichen Planer für entstandene Schäden in Regress genommen», sagte Schreyer.

Mit Panoramablick auf die Alpengipfel hatte Adolf Hitler einst auf dem Obersalzberg nicht nur Gäste empfangen, sondern auch Entscheidungen über Leben und Tod gefällt. Heute informieren sich jährlich bis zu 170.000 Besucher in den Ausstellungsräumen über die NS-Gewaltherrschaft und ihre Folgen. Bis zum Jahreswechsel 2021/2022 soll die Erweiterung des NS-Doku-Zentrums fertig sein.

red/dpa/lby


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