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Bürgermeister Hannes Rasp (l.) gab den Schlüssel für das neue Feuerwehrhaus an Kommandant Christian Schoner (M.) und Vorstand Franz Graßl weiter.

Neue Heimat für die Freiwillige Feuerwehr Königssee

Schönau am Königssee – Die feierliche Einweihung des neuen Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr Königssee zog am Samstag Hunderte Gäste an. Am Vormittag feierte man einen Feldgottesdienst, den die Geistlichen Herwig Hoffmann, Pater Kajetan und Pfarrer Christian Gerstner in Ökumene nahe dem Feuerwehrhaus zelebriert haben. Dabei gaben viele Ehrengäste, unter anderen Landrat Bernhard Kern, der Feuerwehr die Ehre. Bei den Festreden kam deutlich zum Ausdruck, wie wichtig und auch wie schön das neue Gebäude der Königsseer Feuerwehr ist. Den gelungenen Einweihungstag begleitete die Musikkapelle der Königsseer Feuerwehr. Viele Bürgerinnen und Bürger besichtigten mit großem Interesse das neue Haus. Am Abend sorgten die »Berchtesgadener Buam« für fidele Unterhaltung. 


An einem Maiensamstag sei der Tag gekommen, auf den die Königsseer Feuerwehr seit Jahrzehnten gewartet habe, begann Bürgermeister Hannes Rasp seine Festrede. Wie es der »Berchtesgadener Anzeiger« treffend formuliert habe: ein Umzug von der Schuhschachtel in die Villa, von einem viel zu kleinen und keinesfalls den Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften entsprechenden Feuerwehrhaus in ein zeitgemäßes, attraktives und modernes Feuerwehrhaus. Davon konnten sich viele Bürgerinnen und Bürger bei Besichtigungsführungen überzeugen.

Des Weiteren weihte man ein neues Fahrzeug ein, das sowohl für einen Mannschaftstransport als auch für Materialfahrten eingesetzt werden kann. Der Bürgermeister freute sich auch, dass so viele Honoratioren der Einladung gefolgt waren. In einem Rückblick auf die Anfänge sprach Rasp vom Jahr 1901, in dem die Königsseer Feuerwehr gegründet wurde und ein Feuerwehrhaus als kleines Holzhaus neben dem heutigen »Hotel Königssee« stand. Später sei man in die Kellerräume der Grundschule Königssee umgezogen, wo man mit viel Engagement des Vereins für Optimierung und Vergrößerung sorgte. Dennoch blieb es immer bei einem Keller, in dem man sich zwar wohl gefühlt habe. Gleichwohl fehlten Lagerkapazitäten, Sicherheitsstandards, Fluchtwege, eine Abgasabsauganlage und vieles mehr, erinnerte Rasp und leitete auf den Neubau über, den er sich zunächst an dieser Stelle auch nur schwer habe vorstellen können.

Einsatztechnisch deroptimale Standort

Doch einsatztechnisch sei der Ort optimal, auch wenn für die Durchführung ein Kraftakt nötig war. Einen großen Dank richtete Rasp an das beauftragte Planungsbüro und hier besonders an Hans Romstätter sowie an alle am Bau beteiligten Firmen und jeden einzelnen Arbeiter. Die Kosten von gut 2,6 Millionen Euro entsprächen dem vorgegebenen und beschlossenen Kostenrahmen des Gemeinderates, so Rasp weiter, der von einer Förderung von 217.000 Euro durch den Freistaat Bayern sprach. Rasp vergaß aber auch nicht den Feuerwehrverein um Vorstand Franz Graßl, den Ex-Kommandanten Andreas Kurz und alle Beteiligten im Hintergrund. Der Verein habe sich auch nachhaltig in die Baumaßnahmen eingebracht, so Rasp.

Neben der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses wurde auch ein neues Mehrzweckfahrzeug des Typs VW T 6.1 4/Motion eingeweiht, das just einen Tag zuvor von der Firma Buchwinkler übergeben worden war. Etwas erschreckt hat den Bürgermeister der Kaufpreis von 100 000 Euro. Doch dieses Fahrzeug ist geländetauglich, kann zusätzliches Material oder neun Personen im Gelände befördern. Gerade wenn man an die Einsätze der letzten Jahre im Nationalpark denke, sei die Entscheidung für dieses Fahrzeug die richtige. Der Förderverein hat sich am Kauf mit 10.000 Euro beteiligt, wofür Rasp ein herzliches »Vergelt's Gott« aussprach.

Landrat Bernhard Kern freute sich bei seinen Grußworten zunächst über die musikalische Unterstützung der Königsseer Feuerwehrkapelle. Bei den Fürbitten des Klerus sei von der Bewahrung vor Feuer und Katastrophen die Rede gewesen – und so leitete der Landrat auf den 17. Juli des letzten Jahres und dessen Auswirkungen über. Durch die Flutkatastrophe hätte man viel erleiden müssen, gleichwohl hätten die Feuerwehren Großartiges zum Wohl der Bürger geleistet, so Kern, der allen Beteiligten dafür seinen Dank aussprach.

Kreisbrandrat Sepp Kaltner überbrachte die Grüße der Kreisbrandinspektion und aller Feuerwehren im Landkreis. Kaltner wollte den Begriff »Villa« nicht unterstützen, sondern das neue Feuerwehrhaus als Zweckbau bezeichnen, welche für die Feuerwehr notwendig und sinnvoll sei. Die Feuerwehrfahrzeuge seien zwar mit Gerätschaft gut bestückt, aber gerade bei Katastrophenlagen sei es wichtig, im Feuerwehrhaus weiteres Material zu wissen. Und über genügend Lagerräume verfüge jetzt das neue Haus. Kaltner zeigte sich mit dem gesamten Ensemble des neuen Feuerwehrhauses in jeder Hinsicht sehr zufrieden. Der frisch beförderte neue Kommandant Christian Schoner dankte allen, die am neuen Haus und der Beschaffung des Fahrzeugs mitgewirkt haben, sprach kurz und bündig, damit es zeitnah zum gemütlichen Teil übergehen konnte.

Laut Vereinsvorstand Franz Graßl war bereits vor zwölf Jahren bekannt, dass die alte Schule möglicherweise verkauft werde und die Feuerwehr ein neues Zuhause brauche. Bereits damals sei man mit dem damaligen Kommandanten Stefan Punz just am gleichen Ort gewesen, wo heute das Haus stehe. Der ursprüngliche Entwurf sei kleiner gewesen, gleichwohl sei er als Vorstand unbändig stolz auf das Haus. Niemand könne alleine etwas bewerkstelligen und so dankte Graßl der gesamten Mannschaft, die in vielen Stunden zur Verwirklichung beigetragen habe.

Geschenke und lobende Worte

Nach vielen lobenden Beiträgen überbrachten mehrere befreundete Feuerwehren Geschenke. Sogar die Kameraden die Nieder­almer Feuerwehr war mit großer Mannschaft dabei. Architekt Hans Romstätter sprach für das Planungsbüro. Voraussetzung für erfolgreiche und schnelle Einsätze sei ein funktionelles Feuerwehrhaus, das nun geschaffen sei. Romstätter lobte die perfekt arbeitenden beteiligten Firmen, aber auch die Eigenleistung der Königsseer. Alles kostete »einen Haufen guter Nerven« und so sei ein starker Bürgermeister mit seinem Gemeinderat nötig gewesen, wusste der Architekt. Das Synonym »Villa« treffe die Sachlage zum einen gut, zum anderen gar nicht. Denn bei einem Feuerwehrhaus gehe es nicht um Luxus, sondern um eine sichere Situation für alle, bemerkte Romstätter, der von einem gelungenen Ensemble sprach.

Abschließend übergab der Architekt symbolisch den Hausschlüssel an Bürgermeister Hannes Rasp, der wiederum seinem Kommandanten die Fahrzeugschlüssel für das neue Fahrzeug übergab.

Das Schlusswort hatte Bürgermeister Hannes Rasp, der sich freute, dass die Musikkapelle zur Ehre der Verstorbenen das »Lied vom guten Kameraden« intonierte. »Kommt alle ins neue Haus, es ist bestens für euch gesorgt«, rief Rasp die Gäste auf.

Christian Wechslinger