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Nein zu Atomstrom, ja zu gerechtem Bauernlohn

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Stellten sich im »Brenner Bräu« vor: die ödp-Direktkandidaten Andreas Huber, Wilhelm Winkler, Agnes Thanbichler und Hans Baumgartner (v.l.). Foto: privat

Bischofswiesen (ödp) – Die Direktkandidaten der ödp (Ökologisch-Demokratische Partei) für die Wahlen am 15. und 22. September, Wilhelm Winkler und Agnes Thanbichler aus Laufen sowie Andreas Huber aus Waging, haben kürzlich im Gasthof »Brenner Bräu« ihr Programm präsentiert.


Zunächst stellte sich Andreas Huber als Biobauer, Bezirks- und Landtagskandidat vor. Der Bio-Kleinbauer im Vollerwerb achte sehr auf die Details bei der Bewirtschaftung des Betriebs mit Gemüse, Getreide und Kartoffelanbau, um mit wenigen Hektar Grund und großer Familie das Auskommen zu finden. Größere Fehlschläge würden den Betrieb ruinieren, so wie es auch in den meisten Haushalten der Leute der Fall sei, meinte er und fügte an: »Die ödp ist für mich derzeit die vorausschauendste Art, Parteipolitik zu machen, deshalb habe ich mich als Landtagskandidat, Listenplatz 59, aufstellen lassen und für den Bezirkstag als Direktkandidat auf Platz 4.«

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Für den Bezirk forderte er vor allem die Abschaffung der regionalen Planungsverbände, deren Arbeit in ein demokratisch gewähltes Gremium, den Bezirkstag, hineingehöre. Die Aufsicht für die Pflegeeinrichtungen sollten ebenfalls in die Hand des Bezirks gegeben werden. Weiter sagte er: »Einigen Entwicklungen in der neueren Politik kann ich nur mit Kopfschütteln begegnen. Der Staat sollte an den Selbsterhalt denken und Ehe und Familie besonders fördern, denn wenn keine jungen Menschen nachwachsen, werden auch keine Rentenzahler da sein.«

Gegen Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft

Hans Baumgartner, Bauer aus Saaldorf und Kandidat auf der Landtagsliste, Platz 46, kritisierte, dass die Landwirte zu Weltmarktpreisen erzeugen sollen, wobei aber die Löhne nicht mithalten können. So werde die bäuerliche Landwirtschaft zerstört. Ausgleichszahlungen sind kein Geschenk an die Bauern, sondern der Ausgleich zum allgemeinen Lohnniveau«, stellte er klar. Die Alternative wäre der tatsächliche Preis für Lebensmittel, der im Industrieland Deutschland nicht gewollt sei. Allerdings könne mit dem Instrument der Förderung die Art der Landnutzung und Tierhaltung gesteuert werden. Er befürworte eine Förderung, gedrittelt in Flächenprämie, Arbeitskraft und Umweltleistung. »Es kann nicht sein, dass Nichtlandwirte wie Lufthansa, Zuckerindustrie und große Landeigner wie das britische Königshaus am meisten von den EU-Fördergeldern profitieren und bei den bäuerlichen Betrieben ein Bruchteil ankommt«, so Baumgartner.

Kennzeichnung von Lebensmitteln

Landtagskandidatin Agnes Thanbichler betonte: »Ich will mit dem Märchen vom unendlichen Wachstum aufräumen. Auch wir wollen Wachstum, aber eines, das auf Qualität statt auf Menge und Verbrauch setzt.« Persönlich setze sie sich seit Jahren aktiv gegen die Agrogentechnik ein, da negative Folgen in der Natur nicht rückholbar seien und die Landwirte in eine neue Abhängigkeit getrieben würden. Die ödp lehne Patente auf Leben konsequent ab und fordere eine ehrliche Kennzeichnung von Lebensmitteln.

»Wir hinterlassen unsern Kindern neben einem riesigen Schuldenberg auch eine extrem umfangreiche Infrastruktur, die sie zu erhalten haben«, erinnerte Thanbichler. »Wir treten vor allem für den Vorrang der Schiene bei Neubauten ein sowie für den Ausbau und die Verbesserung der Qualität beim ÖPNV.«

Bei der Bildung setze sich die ödp für eine zweite Kraft in der Grundschule ein. »Jedes Kind soll seinen Begabungen entsprechend gefördert werden und bei Problemen soll rechtzeitig geholfen werden können.« Ein Dorn im Auge sei die zunehmende Konsumwerbung in Schulen. Das müsse unterbunden werden. In der Familienpolitik sei ein Ziel das Erziehungsgehalt, das versicherungspflichtig wäre, die verschiedenen Leistungen für die Familien bündelt und den Erziehenden eine echte Wahlfreiheit gebe.

Äußerst skeptisch beurteilte der Direktkandidat für den Bundestag, Wilhelm Winkler, das von der Bundesregierung proklamierte Konzept zur Energiewende. Als Physiker wisse er, welch unkontrollierte Gefahren von der Radioaktivität der Kernbrennstäbe ausgehen. Aus dem Verlauf des havarierten Kraftwerks in Fukushima sollte unbedingt die Konsequenz gezogen werden, dass alle Reaktoren sofort abzuschalten sind.

Auch die Zustände in Syrien machten ihm große Sorgen, so Winkler. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Fakten einen militärischen Einsatz von außen rechtfertigten, wobei die Geschichte lehre, dass mit Waffengewalt kein dauerhafter friedvoller Zustand geschaffen werden könne.

Die ödp akzeptiere die Volksentscheide zu Änderungen der Bayerischen Verfassung, die am 15. September zur Abstimmung vorliegen. Allerdings müssten die Sätze noch mit Leben gefüllt und das Wahlvolk überhaupt erst einmal informiert werden.