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TV-Tipp

Neben der Spur: Sag, es tut dir leid

Starke Krimi-Kost am Montagabend: Ulrich Noethen ermittelt als Psychiater in einem Mord-und Entführungsfall, der nichts für schwache Nerven ist.

Neben der Spur - Sag, es tut dir leid
DEr Psychiater Dr. Jessen (Ulrich Noethen, r) spricht mit Andreas Schaller (Sabin Tambrea). Foto: Marion von der Mehden Foto: dpa

Berlin (dpa) - Ein Allerweltsdoktor ist dieser Typ nun wirklich nicht. Der eigenwillige Hamburger Psychiater Dr. Joe Jessen (Ulrich Noethen) hat die Gabe, virtuos in seelische Abgründe zu blicken und die Psyche von Straftätern zu entschlüsseln. Dabei ist es um sein eigenes Seelenleben eher schlecht bestellt.

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Der Workaholic Jessen leidet wie ein Hund unter der Trennung von seiner Frau. Und die paar freien Tage, die er mit der gemeinsamen Tochter Charlotte (Lilly Liefers, die Tochter von Jan Josef Liefers) verbringen wollte, enden fast in einer Katastrophe.

Dieser an Parkinson erkrankte Seelenklempner hat anscheinend selbst eine Schraube locker. Aber die Zuschauer mögen den Exzentriker Joe Jessen. Die letzte Ausgabe der Krimireihe «Neben der Spur» vor einem Jahr sahen 5,90 Millionen Zuschauer (Marktanteil 17,7 Prozent). Die neue, mittlerweile fünfte Folge mit dem Untertitel «Sag, es tut dir leid» läuft an diesem Montag um 20.15 Uhr im ZDF. In diesem düsteren TV-Krimi bekommen es Jessen und seine Kollegen Vincent Ruiz (Juergen Maurer) und Anne Bartholomé (Marie Leuenberger) mit gleich zwei Mordfällen zu tun, die auf mysteriöse Weise miteinander verbunden sind.

Nur widerwillig lässt sich Jessen darauf ein, nach einem Doppelmord an einem älteren Ehepaar den dringend tatverdächtigen, psychisch labilen Andreas Schaller (Sabin Tambrea) zu befragen. Gleichzeitig zu den Ermittlungen wird am Containerhafen die Leiche der jungen Tanja Bredesen gefunden, eines von zwei «Elbmädchen», die zwei Jahre zuvor nach dem Besuch einer Strandbar entführt wurden. Aber Jessen glaubt nicht, im Gegensatz zu Ruiz und der Boulevardpresse, an Schallers Schuld. Für ihn muss der Verdächtige ein kühl handelnder, skrupelloser Psychopath sein. Das zweite «Elbmädchen» ist noch in der Gewalt dieses Monsters, und für die Ermittler beginnt eine Suche auf Leben und Tod.

Auch dieser aufreibende Fall basiert wie schon die Vorgänger auf einem Kriminalroman des 1960 geborenen Autors Michael Robotham. Die Drehbuchautoren Jürgen Werner und Mathias Klaschka haben die Handlung, die manchmal etwas konstruiert wirkt, von London nach Hamburg verlegt. In der Regie von Thomas Roth ist aber insgesamt ein ungewöhnlich spannender, ans Eingemachte gehender TV-Krimi entstanden, der nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven ist.

Die wenigen entspannten Momente entstehen immer dann, wenn sich der penible Seelenforscher Jessen mit dem bulligen, impulsiven Kommissar Ruiz Wortduelle liefert. «Wissen Sie was, Doktor, Ihr überlegenes Getue nervt», ist da noch eine der harmloseren Frotzeleien.

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