weather-image

Nach Telefon-Desaster: Bayerische Seenschifffahrt wieder erreichbar

3.4
3.4
Bildtext einblenden
Die Zentrale der Bayerischen Seenschifffahrt ist derzeit vom Telefon abgeschnitten. Die Behebung des Problems dürfte dauern. (Foto: Pfeiffer)

Schönau am Königssee – In der Zentrale der Bayerischen Seenschifffahrt ging nichts mehr: Nach dem tagelangen Ausfall der Telefonleitung ist das Problem inzwischen behoben.


Update am Mittwoch:

Die Zentrale der Bayerischen Seenschifffahrt am Königssee ist telefonisch wieder erreichbar. Das bestätigte Prokurist Marcus Weisbecker auf Nachfrage unserer Zeitung.

Anzeige

"Wir waren jetzt eine Woche vom Telefonnetz abgeschnitten und sind froh, dass es wieder funktioniert", sagte er. Bei der Telekom weiß man mittlerweile um den Grund des Telefonnetzausfalls Bescheid. Genau eine Woche lang war das Netz ausgefallen.

Laut Mitteilung der Telekom war Wasser in ein unterirdisch verlegtes Kabel eingedrungen. Die Schwierigkeit lag darin, die Störung im Untergrund zu lokalisieren. Erst dann konnten die "sehr aufwendigen" Reparaturen durchgeführt werden. kp

Bericht vom Freitag:

Seit Anfang des Jahres ist die Zentrale am Königssee, die den Tegernsee, den Ammersee, den Starnberger See und den Königssee betreut, abgeschnitten vom Telefonnetz. »Wir sind vollkommen machtlos«, sagt Seenschifffahrt-Prokurist Marcus Weisbecker. Die Telekom hat nun nach Tagen reagiert. Mit einer Behebung des Problems ist aber nicht vor nächster Woche zu rechnen.

Als Marcus Weisbecker und sein Team am Dienstag die Zentrale der Bayerischen Seenschifffahrt betraten, wunderten sich die Mitarbeiter bereits nach kurzer Zeit, wieso es so verdächtig ruhig blieb. Weder das Telefon noch das Fax funktionierten. »Für uns ist das eine Katastrophe«, sagt Marcus Weisbecker. Am Königssee sitzt die Zentrale der Bayerischen Seenschifffahrt, zuständig für 165 Mitarbeiter, in der sich allein elf Leute um die Verwaltung kümmern. Tägliche Gespräche mit dem Finanzministerium sind die Regel, die Lohnbuchhaltung ist in ständigem telefonischem Kontakt mit dem Ministerium. »Wir geben Fahrplanauskünfte, informieren die Leute«, sagt Weisbecker und natürlich ist auch das Thema mit der neu eingeführten Maulkorbpflicht ein Grund, weswegen derzeit viele Telefonanrufer die Nummer der Schifffahrtszentrale wählen.

Für Marcus Weisbecker blieb also nicht viel Zeit, den Grund des Problems ausfindig zu machen. Also wählte er die Nummer der Telekom, dort ist die Bayerische Seenschifffahrt Businesskunde. Als solcher wird man in der Regel bevorzugt behandelt. Nach Minuten in der Warteschleife wurde er ein erstes Mal aus der Leitung gekickt. Auch der zweite Anrufversuch scheiterte. Mehrere Telefonberater konnten keine Auskunft geben, verbanden weiter, bis Weisbecker endlich beim richtigen Experten landete. Der gab ihm die Auskunft, dass anscheinend eine Hauptverbindungsleitung, welche die Seenschifffahrt mit dem Netz der Telekom verbindet, kaputt sei. Weisbecker wurde für den nächsten Tag ein Techniker zugesagt, der das Problem beheben sollte. »Zwischen 13 und 17 Uhr hieß es. Allerdings erschien keiner.«

Weisbecker wurde unruhig, wählte erneut die Telekom-Nummer, man entschuldigte sich, ein neuer Termin wurde vereinbart. Auch dieses Mal kam niemand. »Ich bin wirklich sprachlos«, sagt der Prokurist. Immerhin steht die gesamte Verwaltung still, »wir sind auf das Telefonnetz einfach angewiesen.« Bei der dritten Terminvereinbarung für Donnerstag klappte es. Der Techniker überprüfte die Leitung. Sein Fazit: Da geht nichts mehr. Weisbecker bleibt nicht mehr als ein Schulterzucken. »Der Telekom-Mann sagte, dass ein Bautrupp anrücken müsse.« Der Grund für den Ausfall des Telefonnetzes sei eine Muffe, die wahrscheinlich mit Wasser in Verbindung gekommen sei. Die Auskunft: Man müsse die Straße aufgraben.

Dass dieses Problem nicht sofort gelöst werden kann, war dem Seenschifffahrtsmann zu diesem Zeitpunkt klar. »Wir werden mindestens eine Woche lang kein Telefon haben«, sagt er. Dass noch diese Woche die Telekom anrückt, ist unwahrscheinlich. Eine Nachfrage beim Unternehmen blieb zunächst erfolglos. Nach mehrmaliger Nachfrage äußerte man sich schließlich: »Wir müssen den Fall erst einmal prüfen«, sagte eine Mitarbeiterin der Presseabteilung auf Anfrage dieser Zeitung.

Für Marcus Weisbecker ist das zögerliche und unzuverlässige Verhalten des Großkonzerns ein Unding: »Ich habe einen Beschwerdebrief an den Technikvorstand geschrieben«, sagt er. Ob die Sache noch ein Nachspiel haben werde, könne er nicht ausschließen. »Wichtig ist erst einmal, dass wir wieder erreichbar sind.« Über eine provisorische Anrufumleitung möchte man nun ein Handy in der Zentrale platzieren – »um wenigstens die nötigsten Anrufe entgegennehmen zu können«, sagt Weisbecker. »Wir müssen schließlich wieder erreichbar werden.« Kilian Pfeiffer

Dieses Video könnte Sie auch interessieren: