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Nach 20 Jahren immer noch ein Genuss

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Seit 20 Jahren ein gut eingespieltes Duo: Resi Mühlbacher aus Plattenberg (Gemeinde Wonneberg) und Michael Schankweiler aus Marwang (Gemeinde Grabenstätt). (Foto: Hans Eder)

Ein Konzert mit Folk & more ist ein Genuss. Der Besucher kann sich zurücklehnen und in den großen Songs vergangener Jahre und Jahrzehnte schwelgen. Er kann sich von der wunderbaren Stimme von Resi Mühlbacher verzaubern lassen oder die Virtuosität von Michael Schankweiler an Piano und Gitarre bewundern.


Er kann auch den berührenden Texten zuhören, die die Eigenkompositionen von Schankweiler, in einem Fall auch von Resi Mühlbacher, zu etwas Besonderem machen. Das alles wissen die Fans des seit 20 Jahren bestehenden Duos und kamen deshalb auch in großer Zahl zum Jubiläumskonzert in den Waginger Pfarrsaal, in den alle verfügbaren Stühle gestellt werden mussten, um die Besucherschar aufnehmen zu können.

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Als Besonderheit hatten die beiden Musiker diesmal – als Reaktion auf immer wiederkehrende Anfragen ihrer Fans – zwei Medleys zusammengestellt, in dem einige ihrer großen »Schlager« zusammengefasst waren. Dafür gab es reichlich Applaus – etwa für das eine, in dem Melodien wie »Moaning the Blues«, »In Dublin’s fair city« und Leonard Cohens »Hallelujah« eine gänsehauterzeugende Mischung ergaben.

Ganz melodisch begann das Konzert mit »Farewell Angelina« von Joan Baez, gefolgt von dem Simon-and-Garfunkel-Titel »The Boxer«. Weitere solche Reverenzen an große Liedermacher waren etwa Reinhard Meys »Ich bin aus jenem Holze geschnitzt« oder Eric Claptons »Before you accuse me« – beides Musiker, die Schankweiler als große Vorbilder bezeichnete; als Vorbild auch für seine eigenen Stücke, die das Publikum nach knapp zwei Dutzend Benefizkonzerten in 20 Jahren auch schon gut kennt. Da ist etwa das Lied, in dem er seiner Gitarre eine Liebeserklärung ausspricht, als er vor Jahren eine ganze Zeit lang aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr spielen konnte: »Ich hab so gern mit dir gespielt«.

Und auch Resi Mühlbacher macht sich so ihre (musikalischen) Gedanken, etwa als sie einmal völlig genervt, gestresst und überfordert war. Heraus kam das Lied und damit die Lösung: »I geh auf mei’ Gfui« und nicht mehr nach dem, was die anderen ständig von einem wollen. Weitere Lieder hat sie nicht mehr geschrieben. Schankweiler dafür umso mehr, wie sich im Laufe des Konzerts zeigte. Man muss ihm wirklich ein großes Kompliment machen: eindrucksvolle Texte, schöne Melodien, mit Nachdruck gesungen, wunderbar arrangiert, auch mit Hilfe seiner Mundharmonika, immer wieder auch von Resi Mühlbacher stimmlich – und mit ihrem Bass sowieso – begleitet. Kein Wunder, dass es da immer wieder viel Applaus gab.

Gegen Ende des rund zweistündigen Konzerts waren noch einige Highlights zu hören. Resi Mühlbachers Interpretation des Seer-Titels »Wuids Wasser« war absolut hörenswert, Schankweilers Eigenkompositionen »Keinen Tag länger«, »Wie die Zeit vergeht« oder »Don’t do that to me« sind immer wieder eindrucksvoll, »Cotton fields back home« eröffnete Erinnerungen an lang vergangene Zeiten, und in die Worte »Thank you for the music« konnten die Besucher aus vollem Herzen mit einstimmen – natürlich nur innerlich.

Am Schluss, war es doch ein Jubiläumskonzert, stand der Dank der Musiker an ihre Crew, allen voran Hubert Mühlbacher für die Technik und alles drum herum sowie Christoph Schauer für die Lichteffekte, die für den Gesamteindruck auch sehr wichtig sind. Das eingespielte Geld kommt wie immer sozialen Zwecken zugute, diesmal der Kinderkrebshilfe Traunstein-Berchtesgadener Land. Hans Eder