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Muslimisches Spottgewitter bei «Newsweek»-Twitteraktion

Istanbul (dpa) - Eine Umfrage des US-Nachrichtenmagazins «Newsweek» zu dem Mohammed-Schmähvideo ist in wahres Spottgewitter der muslimischen Netzgemeinde ausgeartet.

Das Blatt hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter unter dem Stichwort #MuslimRage (Muslimische Wut) zu einer Diskussion über einen Artikel eingeladen, der die gewalttätigten Proteste gegen das Video kritisierte. Nachdem sich zunächst viele Muslime über die ihrer Ansicht nach zu negative und klischeehafte Darstellung ihrer Religionsgemeinschaft in dem Artikel geäußert hatten, wechselten die Twitterer in der Nacht zum Dienstag die Tonart und wurden sarkastisch.

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«Ich bekomme muslimische Wut, wenn meine Haare super aussehen und keiner sieht es», twitterte eine Libyerin mit Kopftuch. «Der Kellner hat mir nicht gesagt, dass ich Schweinefleisch esse, ich war so sauer, dass mir das Weinglas aus der Hand fiel», schrieb ein junger Araber. Ein anderer Twitter-Nutzer klagte: «Ich bekomme muslimische Wut, wenn ich meinen Neffen in der Flughafenhalle verloren habe und ich nicht nach ihm rufen kann, weil sein Name 'Dschihad' (ein weit verbreiteter muslimischer Vorname) ist».

Für viel Gelächter sorgte eine Fotostrecke der Website gawker.com mit der Überschrift «13 starke Bilder zum Thema muslimische Wut», die als Gegenstück zum «Newsweek»-Cover gedacht ist, das aufgebrachte Muslime mit wutverzerrten Gesichtern zeigt. Auf den Fotos sind unter anderem irakische Breakdancer und ein kleines ägyptisches Mädchen im rosafarbenem Anorak zu sehen.

Newsweek-Titelgeschichte

Fotostrecke auf gawker.com