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Musikalisch-pädagogisches Großprojekt entsteht

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Kristian Aleksic dirigiert 73 junge Menschen, deren Hobby es ist, Musik zu machen. (Foto: Janoschka)

Ihr Einstandskonzert in der Aula der Berufsschule Freilassing gab die neu gegründete »Junge Sinfonie BGL«. Die drei Musikschulleiter aus Freilassing, Teisendorf und Bad Reichenhall, Werner Hartner, Manfred Perchermeier und Kristian Aleksic, hatten jeweils einen Teil des Programms vorbereitet. Der Vierte im Bunde, Igor Oder, ehemals Leiter der Musikschule Berchtesgaden und Ideengeber für dieses Projekt, war leider am 1. März dieses Jahres verstorben. Er hätte sich bestimmt sehr über das Konzert gefreut.


73 junge Musiker und Musikerinnen, meist Schüler der vier Musikschulen im Landkreis, stellten voll Begeisterung und Motivation das Ergebnis ihrer Arbeit von nur drei intensiven Probentagen vor. Werner Hartner zeigte, wie Kinder an große Werke der Musikliteratur herangeführt werden können. Das Programm war ziemlich anspruchsvoll. Die Instrumentalisten vom Grundschulalter bis zu den älteren Teenies bemühten sich redlich um die wunderbaren Melodien aus Antonin Dvoraks (1841 bis 1904) Sinfonie e-Moll, op. 95, »Aus der Neuen Welt«.

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Wer so früh in diesem großen Miteinander dabei sein und seinen Beitrag dazu leisten darf, wird dieses persönlichkeitsprägende Erlebnis sicherlich nie wieder vergessen. Es ist wie ein Schlüssel, der das Tor in das zauberhafte Reich der Musik aufschließt und mit diesem Zugang eine lebensbejahende Bereicherung vermittelt. Von der Schönau bis Teisendorf und Laufen sitzen hier Kinder nebeneinander, die ein Instrument lernen, die sich kennenlernen, die Freundschaften schließen.

Wie wichtig die musikalische Förderung und Unterstützung der Jugend den Entscheidungsträgern des Landkreises ist, bewiesen sie durch ihre Anwesenheit: Landratsstellvertreter Helmut Fürle betonte, seit der Gründung der Musikschule Freilassing im Jahr 1977 und der anderen Musikschulen in Teisendorf, Bad Reichenhall und Berchtesgaden in den darauf folgenden Jahren sei dies das erste Mal, dass die Zusammenarbeit durch ein überregionales Orchester besiegelt wurde.

Nach der Reise in die »Neue Welt« dirigierte Kristian Aleksic den Walzer Nr. 2 aus der »Jazz-Suite« von Dmitri Schostakowitsch (1906 bis 1975). Klangvoll und energisch, aufmerksam und musikalisch setzten die Orchestermitglieder die umsichtigen Einsätze und deutliche Körpersprache ihres Dirigenten um. Der »Imperial March« aus der »Star Wars Suite« von John Williams (*1932) wurde von den jungen Musikern unter der Leitung von Manfred Perchermeier ebenso freudig und authentisch dargeboten wie »Beyond the Sea« von Charles Trenet, dessen »La Mer« von 1946 in der Filmmusik zu »Finding Nemo« wiederkehrt. Kristian Aleksic dirigierte ebenso »Eye of the Tiger« (aus »Rocky III«) von Jim Peterik (*1950) und »Music was my first Love« von John Miles (*1949), zwei Werke des Symphonic Rock, die von Elisabeth Birnbacher mit ihrer ausgebildeten Sopranstimme sehr charmant bereichert wurden. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Schlagzeuger und Blechbläser in diesen modernen Werken – sie sorgten für Schwung und Drive.

Mit dem Song »Hanging Tree« aus »Tribute von Panem« bedankte sich das Orchester für den langen und herzlichen Applaus. Diese außergewöhnliche Konzert-Reise von der Romantik über den Jazz und Swing zur Rockmusik wurde für alle Beteiligten zu einem gemeinsamen ersten großen Erfolg. Nach dem Konzert am gestrigen Freitag in Berchtesgaden findet ein weiteres Konzert am Sonntag um 19 Uhr auf der Freilichtbühne in Ainring statt. Die Konzertreihe soll künftig in einem Zwei-Jahres-Turnus fortgesetzt werden. Brigitte Janoschka