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Musik, Landschaft und Baukultur mit allen Sinnen erlebbar machen

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Die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg unterstützt die Konzertreihe »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« mit 10 000 Euro. Den symbolischen Spendenscheck überreichte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse und Schatzmeister des »Musiksommers«, Roger Pawellek (links), an den Vorsitzenden, Altlandrat Hermann Steinmaßl, bei der Jahresmitgliederversammlung im Landratsamt Traunstein.

Das Konzert-Programm 2017, das in der Mitgliederversammlung der Konzertreihe »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« vorgestellt wurde, verspricht wieder glanzvolle und strahlende Konzertereignisse. Strahlende Gesichter gab es aber bereits vor Versammlungsbeginn im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Traunstein. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg und neue Schatzmeister des Musiksommers, Roger Pawellek, überreichte an den Vorsitzenden, Altlandrat Hermann Steinmaßl, einen symbolischen Spenden-Scheck der Kreissparkasse in Höhe von 10 000 Euro.


Ohne die Unterstützung großzügiger Sponsoren könnte die Konzertreihe sicher nicht weiterbestehen, sagte Steinmaßl. In seinem Rückblick stellte er fest: »2016 war ein großes Umbruchjahr.« Dr. Michael Elsen und Kurat Konrad Kronast haben nach langem Wirken ihre Ämter als Stellvertretende Vorsitzende zur Verfügung gestellt. Neu in den Vorstand wurden der Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel und Monsignore Dr. Thomas Frauenlob aus Berchtesgaden gewählt. Dr. Helmut Wittmann aus Seeon wurde als langjähriger Stellvertreter des Vorstands wieder bestätigt. Schatzmeister Werner Linhardt hat sein Amt ebenfalls zur Verfügung gestellt. Sein Nachfolger ist Roger Pawellek. Einen Führungswechsel hat es auch beim Förderverein gegeben. Hier wurde Ministerialrat Tobias Kunst als Nachfolger von Professor Dr. Albert Scharf, ehemaliger Intendant des Bayerischen Rundfunks, zum neuen Vorsitzenden gewählt.

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Nachdenken über Neuausrichtung

Ergänzt und erweitert wurde auch die künstlerische Leitung. Mit Bernadette Osterhammer sitzt zum ersten Mal eine Frau im Quartett mit Wolfram Graul und Thomas Hartmann (beide ebenfalls neu) sowie Augustin Spiel. Die neuen Mitglieder der künstlerischen Leitung, die sich der Versammlung vorstellten, seien bereits bestens integriert und hätten auch schon maßgeblich am Programm 2017 mitgearbeitet, so der Vorsitzende. Bernadette Osterhammer kommt aus Bernau am Chiemsee, ist Schulmusikerin und erfahrene Chorleiterin. Bei der zwischenzeitlich gewachsenen Vielfalt von Veranstaltungen müsse sich der Musiksommer über eine Neuausrichtung Gedanken machen, sagte Osterhammer.

Bei gleichbleibender Qualität, basierend auf den drei Säulen der Konzertreihe, könnte beispielsweise gehobene Volks- oder Jazzmusik Berücksichtigung finden. Dass die Konkurrenz nicht schläft, drückt sich auch in der Zahl der Besucher aus. Die durchschnittliche Auslastung der Konzerte konnte 2016 bei einigen Veranstaltungen nicht erreicht werden. »Wir werden den Trend genau beobachten«, sagte der Vorsitzende. Die rückläufige Besucherzahl sei aber auch ein Ansporn, 2017 wieder besser zu sein. Nach Angaben des Schatzmeisters, weist die Jahresrechnung 2016 einen rechnerischen Verlust von 15 000 Euro auf. Hintergrund sei eine Zahlung für Künstler aus dem Jahr 2015, deren Rechnung aber erst 2016 eingereicht worden sei. Der Betrag konnte aber gleichzeitig durch eine größere Spende, die wiederum anstatt 2016 erst 2017 geleistet worden sei, wieder ausgeglichen werden.

Der Kulturreferent der Stadt Laufen bedauerte, dass Laufen heuer mit keinem Konzert berücksichtigt worden sei. »Wir würden uns freuen, wenn wir wieder aufgenommen werden würden.« Er vermisste auch, dass der Musiksommer keinen Zuschuss-Antrag bei der Sparkasse gestellt habe. Die Bürgerstiftung Berchtesgadener Land hätte sicher ein offenes Ohr gehabt. Dieses Angebot nahm der Vorsitzende wohlwollend zu Kenntnis: »Das nehmen wir sofort mit auf«, so Steinmaßl.

Die Konzertsaison unter der Schirmherrschaft von Landrat Siegfried Walch beginnt am 14. Mai und endet am 18. Oktober. Insgesamt stehen 26 Konzerte auf dem Programm. Regionale und überregionale Musiker und Ensembles werden in den bekannten und auch neuen Spielstätten wieder ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles und unterhaltsames Programm aus Chor- und Orchesterkonzerten, großen Orchesterwerken, Kammermusik und Alter Musik präsentieren. Auch die Freiluftkonzerte und die musikalische Chiemsee-Schifffahrt werden wieder ihren Platz haben.

Auf dem »Grünen Hügel« in Grassau

Zudem sind viele Neuigkeiten im Programm: Kloster Seeon etabliert sich zum Schwerpunkt für Kammermusik. Als neuer Spielort kommt Frasdorf hinzu. Die Harfenistinnen Silke Aichhorn und Regine Kofler geben dort eines ihrer begehrten Konzerte. Besonders freut sich der Musiksommer über einen neuen und ehrwürdigen Spielort. Erstmalig wird auf dem »grünen Hügel« in Grassau im Kammermusiksaal der Wolfgang-Sawallisch-Stiftung ein Musiksommerkonzert zu hören sein.

Traditionelle Gastfreundschaft genießen die großen Chor-Orchesterkonzerte in den prächtigen Kirchen zwischen Inn und Salzach. Große Orchesterwerke präsentieren die Münchner Symphoniker und das »Ensemble Concertante«. Kammermusik in unterschiedlichen Ausformungen bieten etwa die ARD-Preisträger und die Stipendiaten des Sinfonieorchesters des BR und der Cellist Wen-Sinn Yang mit dem Pianisten Dieter Lallinger in der Aula Maior des Klosters Raitenhaslach, ehemals Steinerner Saal.

Pflege Alter Musik

Vermehrtes Interesse findet die künstlerische Auseinandersetzung im Bereich der Alten Musik: Wie mag die Musik zur Zeit Bachs oder im fürsterzbischöflichen Salzburg geklungen haben? Das Ensemble »Concerto München«, die Salzburger Bachgesellschaft oder die Salzburger Hofmusik öffnen einen Blick in die Historie. Mit den Freiluftkonzerten des Philharmonischen Orchesters Bad Reichenhall im Tittmoninger Burghof und der Munich Brass Connection im idyllischen »Amphitheater« von Ainring hoffen die Veranstalter auf einen gewogenen Wettergott, wobei eine regensichere Bleibe allemal gewährleistet ist.

Das vollständige Programm ist auch auf der Internetseite www.musiksommer.info nachzulesen. ga