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»Musik ist dazu da, Völker zu verbinden und Harmonie zu schaffen«

Gemeinsam mit dem befreundeten italienischen Bergsteigerchor »Choro Asiago«, der Seebrucker Sopranistin Agnes Heistracher und der »Entermühlwinkler Stubenmusik« feierte der Männerchor Grabenstätt in der Pfarrkirche »St. Maximilian« sein 30-jähriges Bestehen. Rund zwei Stunden lang genossen die zahlreich erschienenen Besucher ein abwechslungsreiches und ungemein unterhaltsames Jubiläumskonzert, bei dem die Zeit wie im Flug verging.

Ein beeindruckendes Jubiläumskonzert in der Pfarrkirche »St. Maximilian« gab der Männerchor Grabenstätt anlässlich seines 30-jährigen Bestehens, bei dem auch der befreundete italienische Bergsteigerchor »Choro Asiago« (in roten Pullovern) mitwirkte. (Foto: M. Müller)

Dem Männerchor war es als Jubilar vorbehalten, den Konzertabend mit »Wie ein stolzer Adler« zu eröffnen. Anschließend gab der herzlich empfangene »Choro Asiago« mit »La Montanara«, dem Lied der Berge, eine erste Kostprobe seines großen Könnens ab.

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Für Begeisterung sorgten auch die stimmungsvollen Klänge der »Entermühlwinkler Stubenmusik« um Renate Hollerauer (Harfe), Martin Lex (Zither), Michael Lex (Gitarre), Hildegard Lex (Hackbrett) und Christoph Lex (Bass) sowie die glänzend aufgelegte Sopranistin Agnes Heistracher, die die Zuhörer von der Empore aus mit ihren stimmgewaltigen und einfühlsamen Interpretationen des »Ave Maria« (Bach) sowie des »Ave Verum« und »Halleluja« (Mozart) ins Schwärmen brachte. Begleitet wurde sie an der Orgel von Heribert Pieper.

Unter der Leitung von Martin Lex intonierte der 30 Mann starke Männerchor bayerisch-deutsche Volkslieder und klassische Stücke, darunter »In den Rosen«, »Ännchen von Tharau«, »Auf, auf zum fröhlichen Jagen«, »Fahr ma hoam«, »Mein Herz tu dich auf« und »Träume aus der Kinderzeit«. Der Gastchor aus Asiago, der abwechselnd von Elio Caldieraro und Marco Andreotti dirigiert wurde, widmete sich derweil mehrmals dem Thema »Eisenbahn«.

Einer der Höhepunkte war dabei das Lied »La strada ferata« bei dem einen das Gefühl überkam, als befände man sich nicht in einem Gotteshaus, sondern an einem altehrwürdigen Bahnhof, so authentisch intonierten die Männer das Rattern, Dampfen und Zischen einer Dampflok. Nicht nur Hausherr Pater Augustin und Bürgermeister Georg Schützinger mussten dabei schmunzeln. Mit »La Pastora« sangen die Norditaliener eines der bekanntesten Stücke aus dem Trentiner Raum. Ein anderes Lied ließen sie sogar in französischer Sprache erklingen.

Schon mehrmals sei im vergangenen Jahrhundert in Grabenstätt ein Anlauf genommen worden, einen Männerchor zu gründen, erzählte der Erste Vorstand Gustl Lex, und so »wussten auch wir 22 Gründungsmitglieder im Oktober 1982 nicht, ob unsere Initiative von Dauer sein würde oder doch nur eine Eintagsfliege«. Umso stolzer seien die Chormitglieder, »dass wir jetzt unseren 30. Geburtstag mit einem großen Konzert feiern können«, freute sich Lex, der gemeinsam mit Übersetzer Hartmut Koeppen informativ und unterhaltsam durch den Abend führte.

»Die Musik ist auch dazu da, Völker zu verbinden und Harmonie zu schaffen« betonte der »Presidente« des »Choro Asiago«, Paolo Finco, und blickte auf die vergangenen zehn Jahre zurück, in denen sich »die Freundschaft zwischen dem Grabenstätter Männerchor und uns stetig vertieft hat«. Grabenstätt liege wie Asiago am Fuße der Berge, verwies Finco auf eine der Gemeinsamkeiten und erinnerte auch daran, dass ihre Region schon um das Jahr 1000 von bayerisch-tirolerischen Bauern bewohnt worden sei.

Nach dem Ende des offiziellen Programmteils war noch lange nicht Schluss, denn die begeisterten Besucher »erklatschten« sich noch drei wunderbare Zugaben. Anders als zu Beginn des Konzerts sangen die beiden Chöre »La Montanara« nun gemeinsam. Schließlich klang der kurzweilige Abend mit zwei einprägsamen Liedern der sangesfreudigen Gäste aus Asiago aus, deren Chor heuer sein 60-jähriges Gründungsjubiläum feiert. »Auch der Männerchor Grabenstätt wird die 60 Jahre und mehr schaffen«, legte sich Präsident Finco fest und wünschte sich ein »baldiges Wiedersehen in Harmonie und Freundschaft«. Markus Müller