Murschutz für Waldhausersiedlung

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In einem bis zu sieben Meter tiefen Auffangbecken können fünf Rohre das herabrauschende Wasser geordnet ableiten. (Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein)

Schönau am Königssee – Schutz vor neuerlichem Geröll und Wildholz: Arbeiter der Flussmeisterstelle Piding setzen am Fuße des Grünsteins derzeit die sogenannte »Vorweg-Maßnahme« um. Sie soll den Menschen in der, nur wenige Meter entfernten Waldhausersiedlung wieder mehr Sicherheit bringen. Sicherheit vor den extremen Folgen eines Unwetter-Ereignisses, wie es die Region im Juli ereilt hatte.


In einem Becken sind fünf große Rohre verbaut. Sie werden das Wasser geordnet ableiten. 14 Holzpfähle, vor den Rohren senkrecht in den Boden gerammt, werden wie ein Rechen funktionieren. Er wird Geröll und Wildholz aufhalten, daß das Wasser bei sehr starkem Regen vom Berg herunter treiben könnte. Damals hatten große Regenmengen innerhalb kurzer Zeit den Nordhang des Grünsteins ins Rutschen gebracht. Eine Mure traf den Bauhof, die zweite mehrere Häuser der Waldhausersiedlung. Die dritte ging auf Höhe der Vorbergsiedlung ab.

Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde und des Landesamts für Umwelt haben die Fachleute der Traunsteiner Behörde das Vorgehen festgelegt. Weil die Planung und Umsetzung dafür einige Jahre in Anspruch nehmen wird, verständigte man sich auf Maßnahmen, die rasch umgesetzt werden können und Bewohner in der Waldhausersiedlung besser schützen.

Vor Beginn der Arbeiten hatte die Gemeinde Schönau am Königssee das Altholz beseitigen und den Schwemmkegel im Bereich des neuen Beckens frei räumen lassen. Im Anschluss hob ein Bagger das Becken bis zu sieben Meter tief aus, dann verlegten die Mitarbeiter der Flussmeisterstelle Piding die Rohre und sicherten sie mit Holz sowie mit Felsbrocken. Dieses Bauwerk wird die erste Schutzvorrichtung am Fuße des Hanges bilden. Geröll, Wildholz und Wasser, das sich in diesem Becken nicht vollständig auffangen lässt, kann zwar weiterrutschen, läuft dann aber gelenkt und mit weniger Wucht in ein weiteres, bogenförmiges Auffangbecken.

Es war bereits vorhanden, wird jetzt jedoch bis zu vier Meter tief ausgehoben, um mehr Geschiebe aufnehmen zu können. Ein Wall daneben, gleich oberhalb der Häuser, wurde bereits mit der Erschließung für die Waldhausersiedlung von der Gemeinde Schönau am Königssee errichtet. In knapp zwei Wochen sollen die Arbeiten der Flussmeisterstelle Piding abgeschlossen sein. Die Kosten für die gesamte »Vorweg-Maßnahme« betragen rund 40 000 Euro. Die Finanzierung trägt der Freistaat Bayern allein. Dass es so zügig vorangehe, liege auch an der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schönau am Königssee, sagt Stefan Hollrieder, Sachgebietsleiter »Gewässerunterhalt« am Wasserwirtschaftsamt Traunstein.

Die »Vorweg-Maßnahme« sorge dafür, dass die Gefahr einer Mure, die die Häuser der Waldhausersiedlung mit voller Kraft trifft, in der Zukunft deutlich geringer ausfalle. Doch müsse auch klar sei, dass es keine absolute Sicherheit vor einer solchen Naturgewalt gebe.

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