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»Mumien – Archive des Lebens« in Siegsdorf: 39 000 Jahre altes Mammut-Baby und vieles mehr

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Siegsdorf
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Teil der Ausstellung: Eine Frauenmumie und im Hintergrund die wissenschaftlich aufbereitete 3D-Animation über das wahrscheinliche frühere Aussehen der Frau.

Siegsdorf – Die Pforten im Naturkunde- und Mammut-Museum öffnen sich am Samstag für die neue Sonderausstellung »Mumien – Archive des Lebens«. Sie ist bis zum 3. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Funde aus aller Welt wie auch aus der Region sind zu bestaunen und bieten zusammen mit Animationen und Rekonstruktionen Einblicke in die Welt der modernen Forschung.


Die Siegsdorfer Museumsmacher arbeiten mit den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zusammen, die seit einem Zufallsfund im Jahr 2004 über eine einmalige Sammlung von Mumien verfügen. Als außergewöhnliche »Archive des Lebens« öffnen Mumien, in Verbindung mit moderner Technik, auf einzigartige Weise »Fenster in die Vergangenheit« und helfen bei der Lösung zahlreicher Fragestellungen und Rätsel. Die Computertomographie (CT) ermöglicht die berührungslose Durchleuchtung von Exponaten, ohne die empfindlichen Körper zu zerstören, und moderne 3-D-Drucker rekonstruieren mit den gewonnenen CT-Daten auch kleinste Teile. Das wird in Siegsdorf unter anderem durch Film-Simulationen an drei besonderen Exponaten aus Mannheim, wie der 600 Jahre alten Mumie einer Frau aus Peru, eines alten Mannes aus Ägypten oder der Mumie einer zusammengekauerten Frau mit zwei Kindermumien aus Südamerika verdeutlicht.

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Weitere Höhepunkte in der Ausstellung setzen Exponate wie das vor 39 000 Jahren im Permafrostboden Sibiriens eingeschlossene »Mammut-Baby Dima« und ein eigener Raum für Themen rund um den bekannten »Ötzi«. Im Museum und im ersten Stock des angeschlossenen Nebengebäudes widmet man sich auch dem Bereich »Moor und Salz« mit einer Abbildung der Moorleiche »Rosalinde« aus Rottau und unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen bei der Erforschung von Mumien. Ein als Kapelle gestalteter Raum, der den Blick auf eine Wissenschaftlerin bei der Arbeit am Sarg in einer Kirchengruft freigibt, lädt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit menschlicher Existenz ein.

Führungen durch die Ausstellung werden jeweils am Mittwoch und Freitag um 14 Uhr angeboten. Am Mittwoch, 13. Juni, veranstaltet das Museum um 19 Uhr einen Vortrag mit anschließender Expertendiskussion zum Thema Mumien im Siegsdorfer Festsaal. Wissenschaftler aus den Bereichen Forensik, Unfallchirurgie, Genetik und Ethnologie stellen ihre Fachbereiche vor und beantworten Fragen aus dem Publikum. FK