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»Mütter auf Probe«

Waging am See. Am Ende dieses Schuljahres konnten sich neun Mädchen der Klassen 9a und 9b der Mittelschule Waging einmal ganz real in die Situation einfühlen, wie es ist, ein Baby zu haben. Gerti Rutz vom Kinderschutzbund Traunstein war dazu mit drei Babypuppen in Tragetaschen angereist. Jeweils für einen Tag und eine Nacht durften die Schülerinnen, die an diesem Projekt teilnahmen, ein Baby ihr eigen nennen.

Schnell hatte jedes der »Kinder« einen Namen und das Lesezimmer der Mittelschule wurde in eine Säuglingsstation umgewandelt. Schnell stapelte sich Babywäsche auf den Regalen und notwendige Utensilien für die Pflege des Kindes wurden ausgepackt.

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Die Puppen, die für das Projekt verwendet werden, entsprechen nicht nur in Größe und Gewicht einem „echten“ Baby, sondern auch in ihrem Verhalten: Sie haben Hunger, produzieren nasse Windeln, zeigen Langeweile und schreien bei Bauchweh. Vor allem über das nächtliche Geschrei und die Ausdauer der Babys beim Schreien klagten die »Mütter auf Zeit«. Da musste zu Hause auch schon mal eine »Oma auf Zeit« eingreifen. Ein paar Tage sind seit dem Projekt vergangen, und die Mütter auf Probe erinnern sich nun lachend an die stressige Zeit. »Oft war es ja auch sehr schön mit den Babys«, sagen die Schülerinnen. So schwärmen die Mädchen noch von dem lustigen Glucksen, dem zufriedenen Kichern und dem wohligen Seufzen der Babys, wenn sie gefüttert und im Arm gehalten wurden oder eine frische Windel bekamen.

Zum Projekt gehörten auch mehrere Theoriestunden. Dabei vermittelte Gerti Rutz vom Traunsteiner Kinderschutzbund den Schülerinnen Kenntnisse über den richtigen Umgang mit den empfindlichen Wesen, aber auch über das Verhalten bei einer Schwangerschaft. Dank der computergesteuerten Programmierung konnten auch alle Fehler, die im Umgang mit den Babys gemacht worden waren, noch festgestellt und besprochen werden. he