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Mitreißende Boogie-Woogie-Rhythmen

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Das »Michael Alf Trio« mit (von links) Wolfgang Kotsowilis, Michael Alf und Robert Klinger spielte Eigenkompositionen und Blues-Interpretationen. (Foto: Hogger)

Der Pianist Michael Alf hat zusammen mit seinen beiden Begleitern – dem Kontrabassisten Robert Klinger sowie dem Schlagzeuger und Waschbrettspieler Wolfgang Kotsowilis – und einem virtuosen Boogie-Woogie-Programm seine Zuhörer in der Teisendorfer Franz-von-Agliardis-Mittelschule verzückt. Dort erklangen brillant gespielte und gesungene Melodien, Blues-Interpretationen und Eigenkompositionen. Den ganzen Abend über wechselten sich langsamere und rasante Stücke ab, sodass auch hierdurch ein klangvolles Spannungsfeld entstand.


Bezaubernd interpretierte der 1965 in Starnberg geborene Michael Alf mit seinen beiden aus München angereisten Mitspielern den »Nussknacker« von Tschaikowsky oder das langsame, dem Bassisten gewidmete »Fine Ground Frame«. Das sehr schnelle Stück »Rocket Boogie« von Pete Johnson gab Wolfgang Kotsowilis Gelegenheit, sein überragendes Können am Schlagzeug minutenlang solo zu demonstrieren, wofür es viel Applaus vom Publikum gab.

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Im eher traurig klingenden Stück »Sometimes I Feel« von Charlie Haden und Hank Jones waren dagegen wieder ruhigere, fast schon getragene Töne angesagt, die vom lebhaften, fröhlichen »Ooh Poo Pah Doo« abgelöst wurden, bei dem das Publikum die Refrains fröhlich und kräftig mitsang. Wolfgang Kotsowilis betätigte sich bei diesem Stück im New Orleans-Stil wieder meisterlich am Waschbrett.

Rimsky Korsakovs »Hummelflug« erklang in einer neu arrangierten Version als Solo von Michael Alf. Der Pianist präsentierte immer wieder Eigenkompositionen wie seinen »Tiger Boogie«, bei dem er sein ganzes Können darbot. Gefühlvoll groovend erklangen »Boogie Woogie Stomp« (Albert Ammons), »Puttin’ on the Ritz« von Fred Astaire, »Boogie Man« von Vince Weber und die Eigenkomposition »Speeding Boogie Woogie«.

Abschließend spielte das Trio das »Minnie The Moocher« von Cab Calloway, die Eigenkompositionen »Money« sowie »Thorstadt Stomp«, »Java«, und »Georgia« (jeweils von Ray Charles), und »Bye, Bye«, das der Künstler in ein launiges österreichisches »Ba, ba!« uminterpretierte.

Das Publikum hatte seine große Freude an diesem wunderbaren Abend: Michael Alfs virtuose und gefühlvolle Interpretationen waren mitreißend und leidenschaftlich vorgetragen. Sie überzeugten das Publikum durch die eindrucksvolle Kunstfertigkeit des seit Langem in Siegsdorf heimischen Musikers. Michael Alf spielte und interpretierte dabei nicht nur bekannte Stücke von Südstaaten-Musikern aus New Orleans, sondern glänzte auch mit zahlreichen Arrangements und Eigenkompositionen.

Das Trio spielte noch Zugaben wie den frei improvisierten, schnellen »Teisendorf Boogie« und mit einem Bass- sowie Schlagzeug-Solo endete der musikalische Abend. Johannes Hogger

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