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Mit viel Liebe zum Detail

Inzell. Seit mehr als 20 Jahren widmet sich der Verein Krippen und religiöse Volkskunst Inn-Salzach dem Krippenbau und der Krippenbaukultur im Gebiet um Rosenheim, dem Chiemgau bis nach Berchtesgaden. Eine sehenswerte Auswahl neuer und alter Krippen ist in einer Ausstellung im Rathaus Inzell zu sehen. Diese geht bis Sonntag, 16. Dezember.

Auch diese alpenländische Krippe ist im Inzeller Rathaus zu sehen. (Foto: Bauregger)

Pfarrer Kronast, der Vorsitzender des Vereins ist, freute sich bei der Eröffnung, dass die Anregung von Hugo Lorang aus Inzell, die Ausstellung hier aufzubauen, auf offene Ohren gestoßen sei und bisher viel Unterstützung erfahren habe. Die zentrale Botschaft, die von allen Krippen ausgehe, seien die Worte, die der Engel an die Hirten richtete: »..., denn euch ist heute der Heiland geboren.« Dieser Heiland, das neugeborene Jesuskind, bilde seit Jahrhunderten den Mittelpunkt jeder Krippe.

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Bürgermeister Martin Hobmaier freute sich über die gelungene Ausstellung, die der Adventszeit einen künstlerisch wertvollen Akzent hinzufüge. Er zeigte sich begeistert von der Kreativität der »kleinen und großen Krippenarchitekten«, die ihre Kunstwerke sehr detailreich und zeitaufwendig gestaltet haben. Pfarrer Quirin Strobl nannte die Ausstellung sogar »ein Geschenk des Himmels«. Die Eröffnung wurde stimmungsvoll von der Mitterbicher Zithermusi mit feiner, alpenländischer Zither- und Gitarrenmusik umrahmt.

Das Spektrum der Krippendarstellungen erstreckt sich von Szenen in oder vor orientalischen Gebäuden, in einer Baumwurzel oder in bäuerlichen Anwesen. Aber auch eine toskanische Krippe und zwei Ausstellungsstücke, die speziell Berchtesgadener Kultur darstellen, sind zu sehen. Dass hier Frauen und Männer mit viel Einfallsreichtum, Liebe zum Detail und unendlicher Geduld am Werk waren, ist an den vielen, filigranen Einzelheiten in den Darstellungen abzulesen. Wie viel Zeit die Krippenbauer aus Inzell, Traunstein, Staudach-Egerndach, Siegsdorf, Grassau, Reit im Winkl, Schlossberg und Bischofswiesen in ihre Kunstwerke investiert haben, lässt sich nur schwer erahnen. Leihgaben antiker Krippen oder Krippenfiguren aus dem 18. und 19. Jahrhundert, etwa aus dem Christkindl- und Wallfahrtsmuseum Siegsdorf oder aus privaten Sammlungen, runden die Ausstellung stimmig ab.

Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 14 bis 17  Uhr, Samstag von 13 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. An den Sonntagen spielen von 11 bis 13 Uhr Volksmusikgruppen weihnachtliche Weisen. Zusätzlich gibt es täglich Handwerksvorführungen. Auch Krippen und Krippenzubehör wird angeboten. Der Eintritt ist frei. Spenden gehen an den Verein für seine Arbeit und den Kindergarten St. Michael. wb