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Mit Musik zur Ruhe kommen

Bischofswiesen/Winkl - Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk Winkl hatten zum 36. Adventsingen eingeladen. Pfarrer Bernhard Bielasik, der die teils besinnlichen, teils nachdenklichen Zwischentexte sprach, entbot der großen Schar an Zuhörern und Gästen ein herzliches Willkommen. Die Organisatoren hatten erprobte Musikanten und Sänger eingeladen und ein ansprechendes, abwechslungsreiches Programm für den Vorabend des vierten Adventssonntags zusammengestellt.

Die Winkler Geigenmusi ist seit Jahren fester Bestandteil des Winkler Adventsingens. Fotos: privat

Die Bischofswieser Bläser eröffneten von der Empore herab den instrumentalen Reigen mit getragenen, adventlich fein abgestimmten Weisen. Die gesanglichen Darbietungen - hier wechselten sich die sonoren Männerstimmen der Marktschellenberger Sänger mit den harmonischen, perfekt zueinander passenden Stimmen des Frauenreuther Dreigesangs ab - zogen mit den alpenländischen Liedern zu den Themen Verkündigung, Weg nach Bethlehem oder an der Krippe die Zuhörer in ihren Bann. Besonders beeindrucken konnte das gehaltvolle Lied »Oh schöner Engelsbot« des Männerviergesangs, bei dem Toni Kranawetvogl mit seinem Solo überzeugte. Der Chor, zusammengesetzt aus Sängerinnen und Sängern der Kirchenchöre Bischofswiesen, Winkl und den Nepomuk-Singers unter der souveränen Leitung von Angela Hanke, füllte im ersten Teil des Programms mit dem mehrstimmigen Chorsatz »Übers Gebirg Maria geht«, klar und betont vorgetragen, den Kirchenraum.

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Die Musikanten der Lockstoa-Musi begleiteten die Sänger und Sängerinnen dezent und unaufdringlich, spielten als Quintett - und da passte einfach alles - mal heiter beschwingte, temporeiche, mal nachdenklich ruhige, der staden Zeit gemäß sanfte Weisen. Entspannt horchten die Zuhörer auf die einzelnen Instrumente wie Harfe oder Hackbrett, die sich solistisch melodieführend oder in feinem, harmonischem Zusammenspiel abwechselten.

Die Winkler Geigenmusik, verstärkt durch Querflöte und Bass, erfreute die aufmerksame Zuhörerschaft auch in diesem Jahr mit ihren drei heiteren Stückln aus dem Tobi-Reiser-Nachlass; die »Hausorgel-Polka« hätte auch das Geschehen im Stall von Bethlehem musikalisch bestens untermalen können.

Der Frauenreuther Dreigesang, wie gewohnt stimmlich gut aufgelegt, zeigte nicht nur beim Refrain seines Verkündigungsliedes »Ave, Ave, Maria« seine große stimmliche Bandbreite, sondern erfreute die Zuhörer ebenso mit einem herrlich intonierten Jodler beim Vortrag des Liedes »Schaut's, Bethlehem tuat's brenna«.

»Weihnachten hat alles in Bewegung gebracht, vor allem uns Menschen«, sagte Pfarrer Bielasik. Während jedoch die Hirten auf dem Felde ein Ziel hatten, sind die Menschen heute Hektik und Mobilitätsstress ausgeliefert. Passend auf diesen tagesbezogenen Text überzeugte das Schellenberger Männerquartett mit Toni Kranawetvogls anstimmendem Solo mit dem Lied vom »Kaiser Augustus«.

Aus der Feder von Chormitglied Markus Hanke stammt der Chorsatz »O komm Emmanuel«, den der Kirchenchor, instrumental durch das sonore Zuspiel der Bischofswieser Bläser verstärkt, in wohl artikulierter Intonierung eindrucksvoll vortrug, gefolgt vom »Weihnachtslandler« der Lockstoa-Musi. »Wann beginnt eigentlich Weihnachten?«, fragte Sprecher Pfarrer Bernhard Bielasik und gab mögliche Antworten: Im September für die Geschäftswelt? Im Advent für uns Christen? Oder am 25. März, als Maria ein klares Ja zur göttlichen Botschaft gab?

Nochmals aufmerksam Zuhören war angesagt beim Frauenreuther Dreigesang mit Eva Schwab als Solostimme und einem freudigen Gesangsvortrag, gefolgt vom mächtigen »Machet die Tore weit« des klanglich zusammengewachsenen Kirchenchores mit einem frohen »Halleluja«. Pfarrer Bielasik sprach Dankes- und Segensworte, fein untermalt durch die Instrumente der Lockstoa-Musi. Die Bischofswieser Bläser füllten mit ihrem harmonischen Zusammenspiel nochmals den gesamten Kirchenraum, bevor der Frauenreuther Dreigesang anrührend und nicht routiniert die anheimelnde Weise des Andachtsjodlers anstimmte, nachfolgend der Kirchenchor und gesanglich überspringend zur gesamten Zuhörerschaft. Jetzt war Beifall angezeigt, reichlich und dankbar. Eine gute Stunde lang war man wirklich zur Ruhe gekommen. J.Sch.