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Mit Musi und Gsang auf Liachtmess zua

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Die Hochberger Soatnmusi veranstaltete zusammen mit Christian Holzner das Konzert in der Frauenkirche Niederachen.

Bereits zum fünften Mal in Folge luden Christian Holzner aus Inzell und die Hochberger Soatnmusi Sänger und Musikanten aus Bayern und seiner alpenländischen Nachbarschaft ein, um mit ihnen den Tag »Mariä Lichtmess«, der bis zum Jahr 1912 als Feiertag noch rot im Kalender stand, gebührend zu feiern.


Auch diesmal konnte die »Niederachener Frauenkirche« nicht alle Zuhörer aufnehmen, die gerne mit dabei gewesen wären, zumal das Interesse an dieser Art Veranstaltung von Jahr zu Jahr angestiegen ist. Den Anwesenden aber wurde ein Volksmusikprogramm mit viel »Tiefgang« und einem Sakralraum angemessener Innigkeit geboten. Eine echte Einladung zum »entspannten Loslassen« und zum »Abschalten« vom hektischer werdenden Alltagsgeschehen drumherum.

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Mit einem virtuos gespielten und eigens für diese Veranstaltung komponierten Bläserstück, hinein in den nur mit Kerzen schemenhaft ausgeleuchteten Kirchenraum, eröffneten die Göllwurzenbläser aus dem Salzburger Land den Abend. Sie leiteten damit direkt und fein abgestimmt zu dem in »Fis-Moll«, einer schwierigen Tonart, gesetzten »O Maria, sei gegrüßt« von Marlene Lindmair und deren Töchtern Simone und Constanze über. Das nicht alltägliche, im Vorfeld der Veranstaltung bereits zwischen Sängerinnen, Sängern und Instrumentalgruppen gut abgestimmte Ineinandergreifen der jeweiligen Beiträge zog sich wohltuend wie ein »roter Faden« durch den Abend.

Dass die Göllwurzen Bläser unzweifelhaft zu den Besten ihrer Zunft gehören, soll nicht verschwiegen sein. Die Wortbeiträge von Siegi Götze befassten sich mit den »Geheimnissen« des »Freudenreichen Rosenkranzes«, in denen deutlich zum Ausdruck kommt, dass der Weihnachtsfestkreis ehedem bis Mariä Lichtmess gereicht hat. Exakt dieses Kernthema nahm der aus Kuchl im Salzburger Land angereiste »4- Klang-Kuchl« auf mit dem selten gehörten Lied »Maria ging geschwind...«. Darin wird das liturgisch mit »Darstellung des Herrn« bezeichnete und im Verlauf von Jahrhunderten als Fest »Mariä Lichtmess« besser bekannt gewordene Geschehen im Tempel von Jerusalem ausführlich beschrieben.

Fein dazu passend wählten Heidi Steiner und Katharina Holzner ihr darauf folgendes Harfenstückl »Staad werdn« aus. Staad war es dann auch jeweils bei den mit Bedacht und viel Liebe zum Detail vorgetragenen Instrumentalbeiträgen der einladenden Hochberger Soatnmusi, deren Zusammenspiel von Zithern, Hackbrett, Harfe, Gitarre und Querflöte auch diesmal wieder etwas klassisch und höfisch Anmutendes in sich trug. Besonders deutlich wurde das am Schnittpunkt von zwei allbekannten, adventlich-weihnachtlichen Liederweisen und dem unmittelbar darauf folgenden Lied vom »Güldenen Rosenkranz«, glockenhell und voller Innigkeit dargeboten durch den Lindmair Dreigesang, der damit dem Thema des Abends die gebührende Reverenz erwies.

Dass das Fest »Darstellung des Herrn« und »Mariä Lichtmess« ein und dasselbe sind, aber von der inneren Thematik her zwei verschiedene Bezugspunkte haben, wurde spätestens bei den Liedern: »Dem Herzen Jesu sei die Ehr« und »Mit Andacht lasst uns beten Vater unser«, deutlich eingewoben in den Reigen feinster Marienlieder. Heidi Steiner und die Göllwurzenbläser hatten, dem wohltuenden Miteinander bei den Gesangsgruppen entsprechend, ebenfalls ein zwischen Bläserbesetzung und Harfe wechselndes Instrumentalstück ins Programm mit aufgenommen. Das letzte »Radl« dieser als »Rastplatz der Seele« bezeichneten Stunde in Niederachen ließ dann sogar noch einen getragenen Jodler zu, der unmittelbar ins Schlussstück der Hochberger Soatnmusi mündete. Eine Weile andächtiger Stille, die dann ganz fein zunächst in einen verhaltenen Schlussapplaus des volksmusikverständigen Publikums überging, drückte all das aus, was diesen besonderen »Lichtmessabend« auch heuer wieder zu einem bereichernden Gemeinschaftserlebnis werden ließ.

Der Eintritt war frei. Die in den Körberln am Ausgang landenden freiwilligen Spenden gingen heuer ohne jeden Abzug an die Kinderkrebshilfe Traunstein/Berchtesgadener Land. Als Dank dafür durfte sich jeder Spendengeber ein so genanntes »Pfenningliachtl« mit nach Hause nehmen. Siegi Götze