Mit einem Smartbike durch die Stadt: Das Cowboy 4

Reduzierter Cowboy-Stil
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Matt schimmert der schwarze Alurahmen und die Bremsscheiben funkeln in der Sonne. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
«I’m a cowboy, on a steel horse I ride»
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Das Ross hier ist zwar nicht wie von Bon Jovi besungen aus Stahl, sondern aus Alu. Und der Radler ist soweit uns bekannt auch kein Cowboy. Allerdings radelt er auf einem - dem C4 mit E-Motor. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Aufrecht und bequem
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So lässt sich das Fahrgefühl auf dem Cowboy beschreiben. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Alles im Griff
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Das Coyboy 4 lässt sich kommod durch den Stadtverkehr zirkeln. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Bequem rauf und runter
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Das Cowboy 4 gibt es "mit Stange" oder eben wie im Bild mit offenen Durchstieg als ST. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Wartungsfreie Zone
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Beim Cowboy 4 sorgt ein Carbonriemen für die Kraftübertragung. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Schaltzentrale ohne Schaltung
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Im Zentrum des vernetzten Singlespeeds steht das eigene Smartphone, das sich via App mit dem Rad verbindet. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
"Hallo, ich komme"
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Die App merkt, wenn man in der Nähe ist und entsperrt das Fahrrad. Andersherum bekommt man eine Warnung auf der App, wenn das Rad bewegt wird, ohne dass man selbst in der Nähe ist. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Wo bist Du bloß?
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Über die Echtzeitortung lässt sich ermitteln, wo sich das Rad gerade befindet, falls man das gerade selbst nicht mehr weiß oder es schlimmstenfalls gestohlen wurde. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Ich bin so frei
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Das Cowboy 4 ST spricht zwar mit seinem offenen Durchstieg komfortorientierte Radler an, die hauptsächlich auf Asphalt unterwegs sind - es fürchtet sich aber auch nicht vor gelegentlichen Abstechern über Park- und Waldwege. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa
Kraftriegel zum Mitnehmen
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Der abschließbare Akku ist entnehmbar, so dass er getrennt vom Bike geladen werden kann. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Foto: dpa

Zwei Räder, Sattel, Lenker, Bremse, Kette - lange haben Fahrräder nach demselben Prinzip funktioniert. Die Digitalisierung macht den Drahtesel nun fit für die Zukunft. Jüngstes Angebot: das Cowboy 4.


Berlin (dpa/tmn) - Einfach nur Radfahren war gestern. Wer heute etwas auf sich hält, kauft sich ein elektrisch angetriebenes Fahrrad. Das Angebot an Pedelecs wächst ständig. Seit Oktober rollt nun die vierte Generation des Cowboy über die deutschen Straßen. Diesmal neu: Das Cowboy gibt es jetzt als ST auch mit einem tiefen Einstieg.

Das Pedelec aus Belgien gehört zu den Vorreitern der noch jungen Klasse der sogenannten Smartbikes - vernetzte E-Räder, bei denen sich viele Funktionen über eine Smartphone-App steuern lassen.

Akkustand, Tempo und Wetter immer im Blick

Beim Cowboy 4 (C4) kann man in der App nicht nur der Akkuladestand checken. Sie zeigt beim Fahren auch die Geschwindigkeit an oder gibt Infos über das Wetter und die Luftqualität auf der Route. Natürlich gibt es auch eine fast schon obligatorische Navigationsfunktion.

Interessant: In die App integriert ist eine Überwachungsfunktion. Das C4 sendet regelmäßig per GPS seinen Standort an das Handy des Nutzers. Wird es zum Beispiel bewegt, ohne dass man in der Nähe ist, erscheint eine Warnung auf der App. Das kann bei Diebstählen helfen.

Der Einsatzzweck

Auch, wenn der Name Assoziationen an den Wilden Westen mit staubigen Pisten weckt - das Cowboy 4 ist eher in der Stadt zu Hause. Die vierte Generation richtet sich - genauso wie die Vorgängermodelle - an Pendler und alle, die entspannt durch die Stadt kommen wollen.

Der permanente Elektroantrieb bringt genug Schub, um an der Ampel als erster zu starten und im fließenden Verkehr bequem vorne mitschwimmen zu können. Schnell fahren will das Cowboy allerdings gar nicht unbedingt. Wie bei anderen Pedelecs mit nur einem Gang (Singlespeed), wird die Trittfrequenz ab einer bestimmten Geschwindigkeit hoch.

Die Technik

Das Cowboy 4 will sich mit seinem minimalistischen Look abheben. Das matte Finish des Rahmens und der sichtbaren Teile macht das Rad zu einem Hingucker. So wirkt das Cowboy wie aus einem Guss.

Viele Komponenten kommen nicht aus den Regalen von Zulieferern, sondern wurden eigens entwickelt. Die Bremszüge zum Beispiel wurden nahtlos in den Lenker und Vorbau integriert. Die Winkel von Bremsen und Pedalen wurden optimiert, und im Rautenmuster der Griffe spiegelt sich das Profil der Reifen wider. Lediglich der Sattel und der Carbonriemen stammen von Selle Royal beziehungsweise Gates.

Der ebenfalls eigens entwickelte Motor mit 250 Watt Leistung ist im Hinterrad integriert und bietet mit 45 Nm laut Hersteller 50 Prozent mehr Drehmoment als die Vorgängermodelle. Die angenehm sanfte Leistung lässt sich zwar nicht individuell verändern. Aber sie ist so eingestellt, dass man jederzeit die Kontrolle über das Rad behält.

Die 2,4 kg schwere Batterie mit 360 Wh und 10 Ah ist in den hinteren Rahmen integriert. Mit einem Schlüssel lässt sie sich leicht herausnehmen und zum Beispiel in der Wohnung oder dem Büro aufladen. Das 100 W Ladegerät braucht für eine volle Ladung etwa 3,5 Stunden. Dann liegt die Reichweite bei etwa 70 Kilometern.

Wichtiges Feature für ein Smartbike ist die App

Schon vor dem Start informiert der Startbildschirm über das Wetter und die Luftqualität auf der Route, die voraussichtliche Reichweite und den Verbrauch des Akkus sowie eine Zusammenfassung früherer Fahrten.

Wer will, kann die Navigation so einstellen, dass man die Route mit der geringsten Feinstaubbelastung fährt - als Alternative zur schnellsten Route. Im Fitness-Dashboard können zudem zurückgelegte Strecke, Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit, Kalorienverbrauch und Höhengewinn abgerufen werden.

Um das Smartphone und die App jederzeit im Blick zu haben, wurde im C4 und C4 ST eine Quad-Lock-Halterung in den Vorbau integriert. Jedes Smartphone, das mit einer kompatiblen Hülle ausgestattet ist, rastet sicher ein und lädt kabellos direkt über den internen Akku des Bikes.

Der Fahreindruck

Adrien Roose, CEO und Cowboy-Mitgründer hat eine Mission: Er will Städtern dabei helfen, »sich schneller, sicherer und angenehmer im urbanen Verkehr zu bewegen als mit jedem anderen Transportmittel.« Mit dem Cowboy 4 könnte diese Mission gelingen.

Das C4 fühlt sich in der Stadt absolut zu Hause. Der immer sanfte aber spürbare Schub des Motors nimmt größeren Distanzen im Stadtverkehr den Schrecken. Denn auch ungeübte Radler können längere Strecken mühelos bewältigen. Auch ist dieses rund 19 Kilo schwere Rad absolut solide. Nichts klappert, wackelt, oder macht Geräusche.

Mit seinen vergleichsweise dicken Reifen steckt das Pedelec aber auch unebene Nebenstraßen einigermaßen gut weg. Das heißt: Wer mit dem Cowboy 4 einmal die Abkürzung durch den Park oder den Wald nimmt, muss sein Rad nicht schieben.

Das Cowboy 4 ST mit tiefem Einstieg basiert auf denselben Konstruktionsprinzipien wie die klassische Rahmenvariante. Das neue Rad ermöglicht aber eine aufrechtere Sitzposition. Optimiert ist der Tiefeinsteiger für eine Körpergröße zwischen 160 bis 190 Zentimeter. Damit wollen die Belgier noch mehr Kundinnen und Kunden erreichen.

Wie bei anderen Single-Speed-Pedelecs gilt auch für das Cowboy: Eine flinke Rennmaschine ist das Rad nicht. Geübte Radfahrer kommen ab einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h ins Strampeln.

Ausstattung, Zubehör, Peripherie

Das gute am Cowboy: Es ist schon in der Basisversion einigermaßen gut ausgestattet - zumindest für ein Smartbike. Während bei normalen Cityrädern zum Beispiel Schutzbleche zur Grundausstattung gehören, sind sie bei manchem Smartbike nicht im Grundpreis inbegriffen. Beim Cowboy allerdings schon. Das garantiert, dass man auch bei Regen einigermaßen sauber auf der Arbeit ankommt.

Ansonsten kann man sein Rad mit weiterem Zubehör ausstatten, zum Beispiel einem maßgefertigten Fahrradständer für 29 Euro oder einem individuell gefertigten Gepäckträger für 99 Euro. Das Quad-Lock-Case für das Smartphone gibt es für 29 Euro.

Außerdem baut Cowboy seine mobilen Services aus: So gibt es zum Rad ein kostenloses On-Demand-Reparaturnetzwerk von 63 zertifizierten Fahrradspezialisten, das auch in Deutschland verfügbar ist. Zusammen mit einem Partner bietet Cowboy zudem eine Diebstahlversicherung für 120 Euro pro Jahr an.

Der Preis

Wer auf dem Cowboy durch die Stadt reiten will, muss einiges auf den Tisch legen: Das C4 kostet in beiden Varianten 2490 Euro. Im Vergleich zu anderen Smartbikes ist das aber nicht unbedingt teuer. Das Angell aus Frankreich zum Beispiel kostet laut Hersteller 2860 Euro.

Das Fazit

Die vierte Modellgeneration von Cowboy ist ein guter Allrounder für den Arbeitsalltag. Das Pedelec bringt einen entspannt zur Arbeit und zurück. Die App erweitert das Nutzungsspektrum des Rades, zum Beispiel um die Fitnessfunktion. Auch die Find my Bike-Diebstahlfunktion ist durchaus hilfreich. Sie vermittelt nicht nur einen Überblick, wo man das Rad abgestellt hat, sondern warnt auch vor unerlaubten Bewegungen.

Für Ausflüge mit der Familie ins Grüne taugt das Cowboy 4 nur bedingt. Das liegt nicht an der Reichweite des Akkus, sondern eher an der Konstruktion. Die ist eher auf asphaltierte Straßen ausgelegt.

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