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Mit dem Roboter auf Bombensuche

Berchtesgaden – Mit dem Einsatz eines Löschroboters bei einer Bombenmeldung am Bahnhof Berchtesgaden endete die Eurathlon, die von Veranstalter Frank Woodcock nach Berchtesgaden geholt worden war. Fünf Tage lang wurde am Salinenplatz geübt, es fanden Workshops und Diskussionsrunden statt. Insgesamt wurden rund 1 500 Besucher gezählt.

Ein Löschroboter zeigt, was er kann – vor dem ehemaligen Bahnhofstunnel. Foto: progenoX

Das Bombenareal am Hauptbahnhof Berchtesgaden ist abgesperrt, am Schließfach ist ein Roboter im Einsatz. Der Roboter öffnet vorsichtig das Schließfach, erkundet genau die Situation und beginnt, die Sporttasche aus dem Schließfach zu bergen. Mit Bedacht wird die Tasche am Boden abgelegt. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit, welche den Bediener am meisten fordert: Das Öffnen der Tasche. Nach dem Öffnen erkennt der Entschärfer Drähte, eine Batterie und einen Kanister. Es werden Schalter und andere Auslösemechanismen vermutet. Der Roboter erledigt dank seines routinierten menschlichen Bedieners das Entschärfen des Sprengsatzes in kurzer Zeit und schneidet den Draht durch. Doch plötzlich knallt es und der Sporttasche entsteigt dunkler, dichter Rauch.

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Die Tasche war so präpariert, dass ein Entschärfen unmöglich war. »Wer so vorgeht, ist Profi, ähnlich der Soldaten der Bundeswehr, die bei vielen Einsätzen umfangreiche Erfahrungen gesammelt haben und genau wissen, wie solche Sprengsätze gebaut und präpariert werden«, meint Frank Woodcock, Geschäftsführer der progenoX. Insgesamt gingen die Aufgabe drei Roboterteams an. Den zufällig vorbeikommenden Gästen der Deutschen Bahn wurde erklärt, dass es sich nur um eine Übung handelt.

Die nächste Übung am letzten Tag der Eurathlon war der erstmalige Einsatz eines modularen Löschroboters gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden. Es wurde ein Tunnelbrand angenommen, der für die Feuerwehrangehörigen zu gefährlich war. Und so schlug wiederum die Stunde des Löschroboters. Obwohl die beiden mit Wasser gefüllten Feuerwehrschläuche ein erhebliches Gewicht besitzen, bedeutete das Szenario leichtes Spiel für den Roboter, der sich dem Tunnel mit hoher Geschwindigkeit näherte. Kurz vor dem Tunnel begann der Wasserwerfer seine Arbeit und lieferte grandiose Bilder.

Um den zahlreichen Besuchern der erfolgreichen Eurathlon einen spektakulären Abschluss zu bieten, wurde zum Ende hin eine 40 Meter hohe Wasserfontäne Richtung Himmel aufgestellt. »Wir haben von den Besuchern aus aller Welt hervorragende Beurteilungen bekommen. Das ist doch eine tolle Symbiose von High-Tech und Tourismus«, befand Organisator Frank Woodcock. Für ihn ist es vorstellbar, alle zwei Jahre eine vergleichbare Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Christian Wechslinger