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Missbrauchsvorwurf gegen Polizisten

Im Prozess gegen einen 36-jährigen Polizeibeamten aus dem Berchtesgadener Land, der nach einem Geburtstagsfest mit einer Menge Alkohol am 28. Juli 2011 laut Anklage seine durch Medikamente, Alkohol und Übermüdung widerstandsunfähige gleichaltrige Kollegin sexuell missbraucht haben soll (wir berichteten), kam gestern lediglich ein Zeuge zu Wort.

Fortsetzung am 30. Juli

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Nach gut einer halben Stunde war der fünfte Verhandlungstag am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs zu Ende. Die für gestern geplante Vernehmung eines weiteren Polizeibeamten und die Anhörung zweier Sachverständiger verschob das Gericht auf Montag, 30. Juli, um 9 Uhr.

Bei der gestrigen Zeugenaussage ging es um die Zusammenarbeit der Kollegen untereinander. Der Dienstgruppenleiter bezeichnete das Verhältnis seiner Leute untereinander als »harmonisch«. Letztlich habe die 36-jährige Beamtin aber die Inspektion verlassen – ob freiwillig, wisse er nicht, betonte der Zeuge. Der Verteidiger, Dr. Andreas Kastenbauer aus Traunstein, fragte: »Hatten Sie den Eindruck, dass die 36-Jährige von den Kollegen gemobbt wurde?« Das könne er nicht beantworten, sagte der Zeuge.

Der Angeklagte, der bislang immer alle Vorwürfe von Staatsanwältin Monika Veiglhuber und Oberstaatsanwalt Karl Schneider zurückgewiesen und von einverständlichem Sex mit der Kollegin gesprochen hatte, reichte seinem Anwalt hin und wieder Zettel für weitere Fragen an den Zeugen.

»Dazu nicht in der Lage«

Die Nebenklägerin mit Opferanwältin Manuela Denneborg aus Rosenheim hatte die Ereignisse jener Nacht in nichtöffentlicher Sitzung ganz anders geschildert: »Ich habe definitiv kein Gespräch geführt. Ich war dazu gar nicht der Lage.« Sie habe geschlafen, sei erst wach geworden, als der Angeklagte bereits auf ihr lag. Sie habe keinen Sex mit dem 36-Jährigen gewollt. kd