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»Mehr Bio-Hotels im Landkreis«

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Helmut Kauer

Zur Person: Aus Traunreut kommt Helmut Kauer. Der 53-Jährige arbeitet als Servicetechniker bei einer Entsorgungsfirma. Seit zwölf Jahren sitzt er im Kreistag. Er tritt zum dritten Mal als Landratskandidat der ÖDP an.


Der Tourismus ist für viele Gemeinden das wichtigste Zugpferd. In welche Richtung wollen Sie die Vermarktung des Landkreises lenken?

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Die Vermarktung ist erst der zweite Schritt. Zuerst muss das Angebot stimmen. Und da haben wir Defizite. Wo haben wir »Bio-Hotels« oder vegetarische Gerichte auf der Speisekarte, die es lohnen, ins Lokal zu gehen? Ich möchte Hotels/Pensionen, wo ich fair gehandelten Kaffee bekomme, die Marmelade möglichst selbst gemacht ist und daneben heimischer Honig steht. Aluportionspackungen sollten da nicht herumliegen. Dieses Angebot muss man dann vermarkten, etwa auch durch ein (lokales) Gütesiegel. Wir brauchen zudem eine Vernetzung der Kleinvermieter. Diese müssen gestärkt werden, denn gerade sie können auf die individuellen Wünsche der Gäste besser eingehen.

Der Landkreis muss immer mehr Asylbewerber aufnehmen, doch es fehlen Unterkünfte. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Durch Aufklärung. Ich bin für eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber und Flüchtlinge. Um Unterkünfte zu erhalten, müssen Wohnungseigentümer aufgeklärt werden: Wer zahlt die Miete, Wie sieht es mit Kündigungsfristen aus, Wer hilft bei Streitigkeiten, Wie sieht es mit der Renovierung beim Auszug aus? Hierzu würde ich als Landrat schnellstens zwei oder drei Informationsveranstaltungen über den Landkreis verteilt anbieten. Auch die Wohnbau-GmbH des Landkreises könnte freie Wohnungen für Asylbewerber und Flüchtlinge bereitstellen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Kreiskliniken? Sollten alle Standorte erhalten bleiben?

Alle Standorte im Landkreis Traunstein sollen erhalten und die Kliniken müssen in kommunaler Trägerschaft bleiben. Ich stehe auch dazu, dass sich der Landkreis Traunstein für politisch gewollte Angebote der Kliniken, welche durch die Krankenkassen keine kostendeckende Vergütung erfahren (zum Beispiel Bereitschaftsdienste in der Ambulanz), am Defizit beteiligt. Die wirtschaftliche Sanierung darf nicht zu Lasten von Personal und Patienten gehen. An erster Stelle ist der Bund gefordert, die Krankenhausfinanzierung auf festere Füße zu stellen. Dies muss der Kreistag als Vertreter der Landkreisbevölkerung deutlich und öffentlich fordern.