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Massives Polizeiaufgebot verhindert Proteste in Frankreich

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Paris (dpa) - Mit massiver Präsenz an wichtigen Plätzen hat die Polizei in Frankreich am Wochenende in mehreren Städten des Landes Proteste gegen derbe Mohammed-Karikaturen und den umstrittenen Mohammed-Film im Keim erstickt.


Die Regierung hatte zuvor Versammlungen und Demonstrationen verboten. Innenminister Manuel Valls sprach von sehr klaren Anweisungen, etwaige Kundgebungen aufzulösen. In Paris wurden nach Medienberichten rund 50 Personen zur Überprüfung ihrer Personalien festgenommen. Polizisten kontrollierten an zahlreichen Stellen der Stadt Passanten, verschleierte Frauen oder Touristen.

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Im Bereich der US-Botschaft wurden zwei Metro-Stationen vorsorglich gesperrt. Dort waren eine Woche zuvor etwa 150 Menschen festgenommen worden, die trotz eines Demonstrationsverbots gegen den Mohammed-Film protestieren wollten.

Auch in Lille und Marseille wurden Proteste und Aktionen von starken Polizeikräften verhindert. In La Rochelle nahm eine Spezialeinheit einen 40-Jährigen fest, der nach Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen im Satire-Blatt «Charlie Hebdo» zur Enthauptung des verantwortlichen Redakteurs aufgerufen hatte.

Zahlreiche französische Botschaften und Einrichtungen vor allem in der islamischen Welt waren bereits am Freitag geschlossen und werden weiter streng bewacht.

Die Veröffentlichung der Karikaturen stößt bei den Franzosen auf ein unterschiedliches Echo. Nach einer Umfrage der Tageszeitung «Sud-Ouest» befürworten 51 Prozent der Befragten die Publikation durch «Charlie Hebdo». Gleichzeitig glauben 47 Prozent der Franzosen, die Veröffentlichung könne in der aktuellen Lage zu neuen Spannungen führen. Das Institut Ifop hatte im Auftrag der Zeitung am Donnerstag und Freitag 953 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.

Die Veröffentlichung der Karikaturen in dem Satireblett war von muslimischen Verbänden, aber auch Politikern als Provokation verurteilt worden. Gleichzeitig verteidigten zahlreiche Politiker die Meinungsfreiheit und damit das Recht auf die Publikation.

Webseite von «Charlie Hebdo»