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Massive Sicherheitsmaßnahmen bei Olympia-Eröffnung

Sotschi (dpa) - Sicherheit ist eines der Top-Themen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Russland betreibt einen riesigen Aufwand dafür. Die Zuschauer der Eröffnungsfeier bekamen aber nur wenig mit. Doch die Gefahr ist möglicherweise real, wie ein Vorfall in der Türkei zeigt.

Sicherheit in Sotschi
Russland betreibt für die Sicherheit bei den olympischen Spielen einen riesigen Aufwand. Foto: Hannibal Hanschke Foto: dpa

Unter großen Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitagabend die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Sotschi begonnen. Allerdings spürten die 40 000 Zuschauer unmittelbar vor den Eingängen zum Fischt-Stadion nur wenig davon. Die Besucher der Zeremonie wurden kaum kontrolliert. Jedoch mussten sie zuvor eine Sicherheitsschleuse passieren, um überhaupt in den Olympiapark zu gelangen, in dem das Stadion steht.

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Nach den verheerenden Terroranschlägen Ende Dezember im rund 600 Kilometer entfernten Wolgograd mit mehr als 30 Toten steht das Thema Sicherheit bei den Spielen stärker denn je im Fokus. Dass die Anschlaggefahr möglicherweise real ist, zeigte ein Vorfall, der während der Eröffnungsfeier bekanntwurde.

Auf einem Flug aus der Ukraine nach Istanbul habe es am Freitag den Versuch gegeben, eine türkische Linienmaschine zu entführen, berichteten türkische Medien. Ein Mann habe mit einer Bombe gedroht. Unbestätigten Meldungen zufolge forderte er eine Umleitung des Flugzeugs nach Sotschi. An Bord seien 110 Passagiere gewesen. Die in Charkow gestartete Maschine landete auf dem Flughafen Sabiha Gökcen auf der asiatischen Seite Istanbuls, dort wurde der Mann überwältigt.

Ebenfalls am Tag der Eröffnungsfeier hatten zudem Medienberichte für Aufregung gesorgt, nach denen die USA jede Flüssigkeit im Handgepäck auf Russlandflügen verboten haben. Die Sperre der Behörde für Transportsicherheit TSA gelte auch für Gels und Spraydosen, berichtete der TV-Sender ABC. Die USA hatten bereits vor Sprengstoff in Zahnpastatuben in Flugzeugen auf dem Weg nach Russland gewarnt.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte erneut betont, dass den russischen Behörden zufolge keine akute Gefahr für die Wettkämpfe bestehe. «Die Sicherheit aller Olympia-Objekte ist zu hundert Prozent geprüft», sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin in dem Schwarzmeerkurort.

Russland betreibt einen riesigen Aufwand, um die Sicherheit bei den Spielen bis zum 23. Februar zu gewährleisten. Der Geheimdienst hat deutlich mehr Vollmachten als viele vergleichbare Organisationen im Westen - zum Abhören von Telefonaten und zur totalen Internetkontrolle. 40 000 Uniformierte und zudem Zehntausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Außerdem werden Drohnen, U-Boote, Helikopter, Abwehrraketensysteme und 5500 Überwachungskameras aufgeboten.

Zu den Maßnahmen zählt auch, dass erstmals jeder Zuschauer bei Olympischen Spielen außer seinem Ticket auch einen Fanpass vorweisen muss - eine Art Einreisevisum in die Olympia-Sicherheitszone. Nur dann kann er zu den Wettkampfstätten - oder wie am Freitag zur Eröffnungsfeier. Jeder Antrag für den zusätzlich nötigen Fanpass wird von den Sicherheitsbehörden bearbeitet.

Auch Autos dürfen nur mit Sondergenehmigungen in der Sicherheitszone fahren. So sollen vor allem Anschläge - wie im Nordkaukasus fast alltäglich - mit Autobomben oder durch Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürteln verhindert werden.

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