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»Manege frei!«

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Sind da wirklich Schüler in der Manege des Mitmachzirkus Brumbach oder doch Profis? Das Publikum war vom Abschlussprogramm begeistert. (Foto: Aicher)

Traunstein – Es war eine kunterbunte Abschlussgala der diesjährigen Zirkuswoche für Kinder aus dem Landkreis. Schon zum vierten Mal konnten Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren während des Traunsteiner Ferienprogramms eine Woche im Zirkuszelt auf dem Traunsteiner Festplatz verbringen. Das Projekt bietet die Zirkusfamilie Brumbach an. Rund 100 Kinder nahmen in Traunstein dieses Mal teil.


Während der Zirkuswoche trainierten die Kinder gemeinsam mit der Zirkusfamilie, wobei es am ersten Tag eine Vorstellung der richtigen Zirkuskünstler gab, bei der sich die Kinder einen Einblick in das Zirkusprogramm verschaffen konnten. Danach wurden die verschiedenen Aktionen sowie die zugehörigen Trainer vorgestellt und die Kinder durften hineinschnuppern und sich entscheiden, welche der Zirkuskünste sie während der Woche trainieren und am letzten Tag vorstellen wollten. Die Entscheidung blieb streng geheim, um die Eltern bei der Abschlussveranstaltung zu überraschen.

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Von Trapezkünstlern bis Clowns

Die restliche Woche wurde dann trainiert, was viel Geduld erforderte, und am letzten Tag fand vormittags die Generalprobe für die große Abschlussgala am Abend statt. Dabei wurden die Teilnehmer zu Trapezkünstlern, Clowns, Jongleuren und Artisten in der Luft sowie auf dem Boden und stellten gemeinsam mit der Zirkusfamilie ein atemberaubendes Programm zusammen, das die Zuschauer oft vergessen ließ, dass es sich hierbei um Schulkinder und nicht um echte Zirkuskünstler handelte.

Das Programm war aufgebaut wie eine echte Zirkusvorstellung mit verschiedenen Nummern und einer Pause, in der es Essen und Getränke zu kaufen gab. Das Publikum, das vor allem aus den Familien der Kinder bestand, war begeistert. »Ich bin sehr stolz, wenn die Kinder mit strahlenden Augen in der Manege stehen und so etwas geschafft haben«, sagte Stefanie Frank vom »Mitmachzirkus Carl Brumbach«.

Der »Circus Carl Brumbach« ist ein echter Familienzirkus, was bedeutet, dass alle Mitglieder in die Zirkusfamilie hineingeboren sind. Zum Zirkus gehören dreizehn Personen sowie mehrere Tiere. Der traditionelle Zirkus bietet den Zuschauern viele verschiedene Attraktionen wie Luftakrobatik, Feuerspucker, Clowns und vieles mehr. Besonders spezialisiert hat sich Familie Brumbach jedoch auf Projekte wie die Traunsteiner Zirkuswoche für Kinder. Daneben muss die Zirkusfamilie natürlich auch selbst trainieren, denn für viele Nummern in ihrer Vorstellung braucht man Kraft und Gelenkigkeit, und die darf nicht verloren gehen.

Zirkusleben ist »interessant«

Das Zirkusleben im Wohnwagen beschreibt Stefanie Frank als »interessant, da man jede Woche an einem anderen Ort ist, viel herumkommt und neue Dinge sieht«. Das sei ein Vorteil, da die Familie keinen Urlaub machen kann. Im Winter ist das Leben im Wohnwagen zwar etwas unangenehmer, vor allem da der Zirkus jedes Jahr aufs Neue ein zweimonatiges Winterquartier suchen muss. Stefanie Frank findet das nicht schlimm, denn sie kennt es nicht anders, doch »man muss es schon mögen«.

Heutzutage würden immer weniger Menschen einen Zirkus besuchen, was vor allem am Internet und einer gewandelten Einstellungen dem Zirkus gegenüber liege, sagt Stefanie Frank und erinnert sich an ihre Kindheit, in der der Zirkus noch besser besucht war und Kinder von sich aus auf den Zirkus zukamen, da er eine große Attraktion war. Heutzutage werde der Kontakt eher gemieden, da Kinder immer andere Interessen entwickelten und schneller erwachsen würden, sodass das Publikum vor allem aus Eltern mit Kindergartenkindern bestehe.

»In Traunstein könnte man die Zirkuswoche auch gerne größer gestalten, als richtiges Familienfest«, sagt Pea Breutel von der Stadtjugendpflege Traunstein, die das Projekt begleitet. Das sei eine Idee, die »in ihrem Kopf herumspukt«. Auch die Zirkusfamilie hofft, dass das Projekt nächstes Jahr wieder stattfinden wird. Das Projekt sei deshalb so toll, da es den Kindern den Zirkus näherbringe und zeige, dass ein Zirkus nicht »uncool« sei und viel harte Arbeit, aber auch viel Spaß dahinterstecke. »Für viele geht ein Kindheitstraum in Erfüllung, einmal in einem Zirkus mitzumachen und an einem Abend ein Star zu sein«, ist sich Pea Breutel sicher. mai