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Männlicher Erfindungsgeist trifft auf weibliche Raffinesse

3.5
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Noch sind die Männer von ihrem genialen Plan überzeugt: Sepp Semmelmeier (Christian Willberger, von links), Max Ederer (Martin Neumeier) und Leo Wastl (Stefan Noppinger).

Teisendorf – Über eine rundum gelungene Premiere freuten sich die Besucher des Theaterstücks »Überall san d'Weiber« im Haus der Vereine in Weildorf. Ein lustiger Dreiakter, bei dem männlicher Erfindungsgeist auf weibliche Raffinesse trifft, bestens vorbereitete und souverän agierende Schauspieler der Theatergruppe des Trachtenvereins »Tiefenthaler« Weildorf und eine phänomenale Leistung der Maskenbildnerinnen machten das Zuschauen zu einem reinen Vergnügen.


Das Stück spielt im Haus von Sepp (Christian Willberger) und Resi Semmelmeier (Angela Schrott). Eigentlich ist den beiden sehr viel an einem harmonischen Eheleben gelegen, doch neuerdings gibt es Differenzen. Resi und ihre Freundinnen leiden darunter, dass ihre Männer regelmäßig am Feuerwehrstammtisch versumpfen und möchten dies durch ihren Beitritt zur Feuerwehr verhindern. Metzgerin Marlies Ederer und Bäuerin Monika Wastl werden temperamentvoll und überzeugend verkörpert von Margit Schauer und Heidi Dumberger.

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Durch den missglückten Versuch der Ehemänner, den Beitritt der Frauen zum Feuerwehrverein zu sabotieren, werden die drei Damen sogar in die Vorstandschaft gewählt. Nun will das ambitionierte Trio auch noch im Gemeinderat aktiv werden. Bestens unterstützt wird es dabei von der neugierigen Zeitungsausträgerin Kathi Buchner, die hervorragend von Anna-Lena Wadislohner dargestellt wird. Doch im Haus wohnt auch noch Opa Semmelmeier, glänzend verkörpert von Sepp Hinterreiter, der mit den Plänen seiner Schwiegertochter ganz und gar nicht einverstanden ist. Ihn stört es schon lange, dass die Frauen aus ihrer früheren Rolle als Hausfrau und Mutter ausbrechen, und sich immer mehr in Männerdomänen breit machen. Überhaupt kann er sich mit der modernen Zeit und ihren Veränderungen so gar nicht anfreunden.

Für seine Enkelin Susi (Magdalena Berschl) ist jedoch die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern selbstverständlich. Auch ihr Freund Rudi, sympathisch verkörpert von Sebastian Noppinger, der in der Familie fürs Elektrische zuständig ist, sieht das so. Doch der junge Elektriker ist der einzige Mann im Stück, der die Ambitionen der Damen gutheißt. Metzger Max Ederer und Bauer Leo Wastl (Martin Neumeier und Stefan Noppinger) passen die Aktivitäten der Ehefrauen ebenso wenig wie Bäcker Sepp – die drei sind recht unzufrieden mit der Situation. Wer glaubt, dass die Männer nun klein beigeben, der irrt. Sie versuchen mit allerlei Tricks, ihre Männerfreiheit zurück zu erobern. Ob es ihnen gelingt und ob die Pläne von Erfolg gekrönt sind, können die Zuschauer noch einmal am heutigen Dienstag um 20 Uhr miterleben.

Mit vielen Lachern, spontanem Szenenapplaus und lang anhaltendem Beifall am Ende belohnte das Publikum die Leistung der Darsteller, die mit viel Liebe zum Detail agierten. Das Ensemble wurde von Souffleuse Roswitha Krämer und Alexandra Dumberger hinter der Bühne unterstützt. Besonderes Lob gebührt auch Christine Olalla und Katrin Rieß, die hervorragend für Maske und Frisuren der Akteure sorgten. sd