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Lohnt sich 5G schon?

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Günstige 5G-fähige Smartphones
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5G-fähige Smartphones gibt es schon ab knapp 230 Euro, wie hier das Moto X 5G von Motorola. Allerdings können nicht alle Modelle auch alle in Deutschland genutzten 5G-Modi realisieren. Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn Foto: dpa
Längst nicht überall
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«5G (empfohlen)» heißt es derzeit noch auf 5G-fähigen Smartphones wie dem Motorola Moto X 5G. Funkabdeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard gibt es längst nicht überall. Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn Foto: dpa
Huawei Mate 20 X 5G
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5G-fähige Smartphones gibt es schon einige auf dem Markt, hier ein Huawei Mate 20 X 5G. Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn Foto: dpa
Brandenburgs erste 5G-Antenne
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Es rauscht im Antennenwald: Der kleine quadratische Kasten dort neben der runden Antenne ist Brandenburgs erste 5G-Antenne in Bernau bei Berlin. Das neue Netz soll noch schnelleren Datenfunk bringen. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Foto: dpa
iPhone 12
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Mit dem iPhone 12 erhält auch bei Apple 5G-Technik Einzug. Foto: Christoph Dernbach/dpa-tmn Foto: dpa
5G-Antenne im Herzen von Berlin
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Ziemlich flott, aber nicht wirklich schneller als ein gutes LTE-Netz: Mit 280 Megabit pro Sekunde ist die 5G-Antenne im Herzen von Berlin Prenzlauer Berg allerdings schnell genug für so ziemlich alles, was man mit einem Smartphone so anstellen kann. Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn Foto: dpa

Schnellster Download und kürzeste Reaktionszeiten - das versprechen 5G-Tarife im Mobilfunk. Aber braucht man das wirklich schon? Und ist das Netz überhaupt schon bereit?


Berlin/Bonn (dpa/tmn) - Wow, das ging schnell. 35 Apps über mobile Daten aktualisiert in unter einer Minute. Das geht - mit 5G. Bis zu 1 Gigabit pro Sekunde und extrem schnelle Reaktionszeiten verspricht die neue Funktechnik.

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Immer mehr Antennen werden jede Woche aktiviert und die Mobilfunkanbieter rühren die Werbetrommel. Zwischen 20 und 40 Euro kosten die Einsteigertarife mit Schnellfahrspur. Reine LTE-Tarife - auch ziemlich schnell - sind zum Teil deutlich billiger. Die Frage also: Lohnt der Umstieg auf 5G?

»Ich bezeichne 5G momentan noch als Marketing«, sagt Thorsten Neuhetzki. Der Mobilfunkexperte beim Technikmagazin »inside digital« sieht in den nächsten ein bis zwei Jahren noch keinen großen Nutzen für private 5G-Tarife, weil der Netzausbau erst am Anfang steht.

5G ist nicht gleich 5G

Bislang gibt es nämlich erst wenige echte 5G-Antennen, sagt Neuhetzki. Ein Großteil dessen, was die Mobilfunkanbieter momentan 5G nennen, läuft über 4G- und 3G-Antennen und die dahinter liegende Infrastruktur. Schnell ist die Verbindung trotzdem, nur eben noch weit davon entfernt, was 5G am Ende leisten kann. Hinzu kommt: Nicht jedes als 5G-fähig verkaufte Smartphone kommt mit der aktuellen Technik aus LTE-Ankerzelle und 5G-Turbo klar, sagt Neuhetzki.

Sein Urteil: »Für den ganz normalen Privatkunden sehe ich bisher wenig Mehrwert durch 5G.« Momentan sei den meisten Nutzern mit einem gut ausgebauten LTE-Netz besser gedient. Schaden könne 5G aber auch nicht. »Der große Vorteil ist: Im 5G-Netz ist man bislang recht alleine.« Und je weniger Nutzer, desto schneller surft der Einzelne.

Jetzt schon gute Gründe für 5G finden vor allem Menschen in den großen Städten. Hier ist das Netz teils schon gut ausgebaut, man profitiert von schnellen Downloads und Reaktionszeiten. »Bei Vodafone bekommt man manchmal in schlecht ausgebauten ländlichen Gebieten schon anständiges 5G«, hat Neuhetzki festgestellt.

Karten zeigen 5G-Versorgung

Wie gut die 5G-Verbindung vor Ort ist, zeigen die Ausbaukarten der drei Netzanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica (O2). Aber hier lohnt der Blick ins Detail. Ob es 5G vor Ort gibt, kann man etwa auf der Netzausbaukarte der Telekom per Klick auf die eigene Adresse sehen. Berlin-Prenzlauer Berg bekommt theoretisch etwa bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (MBit/s) per 5G, in der Praxis sind es eher 300 MBit/s. In der NRW-Mittelstadt Erkrath gibt es an manchen Stellen »nur« 75 MBit/s via 5G. Das ist deutlich langsamer, als ein gut ausgebautes LTE-Netz. Wenn man überhaupt 5G bekommt - die Deutschlandkarte hat noch ziemlich viele Lücken.

Am besten sieht es noch bei der Telekom aus. Hier werden etliche Städte, dichter besiedelte Gebiete und größere Verkehrswege als versorgt ausgewiesen. Doch je weiter man in die Karte zoomt, desto mehr weiße Flecken tauchen auf. Ähnlich ist es beim Mitbewerber Vodafone: Netzabdeckung in Städten und viele weiße Flecken in der Fläche.

Telefónica ist noch nicht ganz so weit. Hier wird auf der Webseite das Ziel angegeben, bis Ende 2021 »große Teile von Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt« mit 5G zu versorgen. 1&1 Drillisch, der vierte Anbieter mit 5G-Lizenzen, wird noch mit dem Aufbau eines eigenen Netzes beginnen. Bis dahin wird die Mobilfunk-Infrastruktur von Telefónica genutzt. Und auch später sollen Kunden von 1&1 Drillisch an unversorgten Stellen ins Telefonica-Netz ausweichen.

Das Netz wächst

Fragt man bei der Bundesnetzagentur ( BNetzA) nach dem Ausbaustand, hört man, dass das deutsche 5G-Netz auf einem ganz guten Weg sei. Zumindest gemessen an der Ausbaugeschwindigkeit vorheriger Standards wie UMTS (3G) und LTE (4G) gehe es bei 5G schon deutlich schneller.

Parallel geht auch der Ausbau des LTE-Netz weiter. Welche Technik die Netzanbieter für den Ausbau und das Erfüllen der BNetzA-Auflagen nutzen, bleibt dabei ihnen überlassen. Bis Ende 2022 müssen sie nach Angaben der BNetzA zum Beispiel die Hauptverkehrswege in Deutschland und 98 Prozent der Haushalte mit einer Bandbreite von 100 Megabit pro Sekunde (100 MBit/s) versorgen.

Ende 2024 sollen alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 MBit/s sowie alle Landes- und Staatsstraßen, die Seehäfen und wichtigsten Wasserstraßen und alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 MBit/s versorgt werden. Das kann mit LTE geschehen oder eben mit 5G-Technik.

Perspektivisch kann man also sagen: In ausgebauten Bereichen lohnt sich 5G schon - und die ausgebauten Bereiche wachsen. »Es schadet nicht«, sagt Thorsten Neuhetzki zu 5G-Wechselwilligen. Das schlimmste was passieren könne sei, dass man im 5G-Netz an manchen Stellen langsamer unterwegs sein könnte, als im LTE-Netz. »Aber kauf' dir kein 5G-Handy, nur um ein 5G-Handy zu haben.« Das gleiche gilt für die Tarife. »Ganz ehrlich: LTE tut es auch.«

© dpa-infocom, dpa:210215-99-453142/6

Breitband-Monitor der Bundesnetzagentur (aktuell noch ohne 5G)

Telekom-Netzkarte

Vodafone-Netzkarte

Telefonica-Netzkarte

Was kostet 5G?

Telekom: Bei der Telekom sind nahezu alle Smartphone-Tarife für das 5G-Netz freigeschaltet. »5G, wo verfügbar«, heißt es. Die Preise beginnen bei 39,95 Euro im Monat für 6 Gigabyte Datenvolumen (ohne Neukunden-, Alters- oder sonstige Rabatte).

Vodafone: »Mit Deinem Tarif nutzt Du künftig im Inland die neue 5G-Netz-Technologie«, heißt es bei Vodafone. Hier beginnen die Preise ab 29,99 Euro im Monat für 4 Gigabyte Datenvolumen (ohne Neukunden-, Alters- oder sonstige Rabatte).

Telefónica: Hier gibt es ab 39,99 Euro im Monat 5G, wo vorhanden, allerdings mit begrenzter Maximalgeschwindigkeit von 10 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Für 44,99 Euro gibt es 120 Gigabyte mit maximal 300 MBit/s, für 49,99 Euro gibt es unbegrenztes Datenvolumen mit 300 MBit/s (ohne Neukunden-, Alters- oder sonstige Rabatte).

1&1 Drillisch: Bei seiner Marke 1&1 hat 1&1 Drillisch derzeit zwei Tarife im Angebot. Für 40 Gigabyte 5G (im Telefónica-Netz) zahlt man in den ersten sechs Monaten 19,99 Euro, danach EUR 34,99). 100 Gigabyte im Monat kosten in den ersten sechs Monaten 24,99 Euro, danach 39,99 Euro.

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