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Weltcup in St. Moritz

Lochner im Viererbob vor Friedrich - Walther disqualifiziert

Weltcup in St. Moritz
Johannes Lochner und sein Team gewannen das Viererbob-Rennen in St. Moritz. Foto: Urs Flueeler Foto: dpa

Die Formkurve der deutschen Bobpiloten zeigt steil nach oben. Auch das Material lief in St. Moritz bestens. Betrübte Gesichter gab es trotz des Zweierbobsiegs bei Nico Walther, der im Vierer innerhalb von acht Tagen das zweite Mal disqualifiziert wird.


St. Moritz (dpa) - So stark die deutschen Bobpiloten Richtung Olympia auch in Fahrt kommen, die zweite Disqualifikation von Nico Walther innerhalb von acht Tagen wirkte doch ziemlich peinlich.

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Nach dem ersten Dreifacherfolg im Zweierbob in diesem Winter sah es nach Lauf eins auch im Vierer nach einem deutschen Podium aus, doch dann wurde Walther auf Rang drei liegend wegen Untergewichts des FES-Viererbobs aus dem Rennen genommen. So reichte es im Mekka des Bobsports in St. Moritz in der Königsklasse nur zu einem Doppelerfolg für Johannes Lochner und Francesco Friedrich.

Die zeitgleichen Viererbob-Weltmeister aus dem Vorjahr ließen in ihren Wallner-Bobs nichts anbrennen - fuhren je einmal Bestzeit. Der Berchtesgadener Lochner setzte mit seiner Crew Sebastian Mrowka, Joshua Bluhm und Christian Rasp mit 0,14 Sekunden Vorsprung vor Friedrich durch. Dritter wurde der Kanadier Chris Spring.

«Wir werden nun definitiv vor jedem Rennen alle Maße kontrollieren, dass sowas nie wieder passiert!», postete Walther vor einer Woche auf Facebook. In Altenberg war am vergangenen Samstag das hintere Chassis am Bob fünf Millimeter zu schmal, er wurde dann als Dritter nachträglich disqualifiziert.

Diesmal passte im großen Schlitten das Gewicht beim Wiegen nach Lauf eins nicht: Der Viererbob wog ohne Crew nur 207 statt vorgeschriebene 210 Kilogramm Mindestmasse. Theoretisch gesehen ist es sogar ein Nachteil für Walther statt ein Vorteil. Die Gesamtmasse mit Crew darf 630 Kilogramm nicht überschreiten. «Der Pilot ist dafür verantwortlich», sagte Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland.

Es war wieder eine emotionale Achterbahn für den Sachsen Walther. Am Vortag ärgerte er mit seinem Sieg im kleinen Schlitten noch den viermaligen Zweierbob-Weltmeister Friedrich, den er mit einem fehlerfreien Finallauf noch von Platz eins verdrängte. 24 Stunden später war er selbst am Boden zerstört.

Jubeln konnte diesmal an beiden Tagen Lochner. Endlich schaffte er mit seinem Problem-Zweierbob als Dritter den ersten Podestplatz in diesem Winter, dann holte er in der Königsklasse seinen vierten Saisonsieg.

Bei den Frauen feierten Mariama Jamanka mit Anschieberin Annika Drazek ihr bestes Ergebnis im Olympia-Winter. Das Duo musste nur der US-Pilotin Elana Meyers-Taylor den Vortritt lassen. Auf Rang drei kamen Stephanie Schneider/Lisa Marie Buckwitz. «Wir wissen noch nicht, in welcher Besetzung wir bei Olympia antreten werden, die Trainer beraten noch», sagte Jamanka. Nur ein Fakt ist klar: Bei Olympia dürfen alle drei Frauenbobs starten. Die Winterbergerin Anna Köhler landete mit Erline Nolte auf Rang 17.

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