weather-image
20°

Linke streitet weiter um künftige Führung

Berlin (dpa) - Rund zwei Wochen vor ihrem Wahlparteitag streitet die Linke weiter um ihre künftige Führung. Eine Einigung ist nicht Sicht - auch ein Krisentreffen von Bundestags-Fraktionsvize Dietmar Bartsch mit Ex-Parteichef Oskar Lafontaine brachte keine Lösung.

Gysi
Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi. Noch ist der Streit um die künftige Führung der Linken nicht beendet. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa

Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi setzt dennoch weiter auf einen Kompromiss. «Ich hoffe, dass ein Weg gefunden wird, die unterschiedlichen relevanten politischen Sichten in die Parteiführung angemessen einzubinden», teilte er mit.

Anzeige

Bartsch hat bisher als einziger seine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt und will davon nicht abrücken. Auch Lafontaine ist grundsätzlich zu einer Kandidatur bereit, verlangt aber, dass kein anderer gegen ihn antritt. Der neue Parteivorstand soll auf dem Parteitag in Göttingen am 2. und 3. Juni gewählt werden.

Gysi bestätigte, dass das Treffen am Sonntagabend, an dem auch Parteichef Klaus Ernst teilnahm, keine Lösung brachte. «Im Ergebnis ... hat eine Zusammenführung der unterschiedlichen Teile der Partei nicht stattgefunden.» Zuletzt hatte sich Gysi für Lafontaine als Parteichef und für Bartsch als Bundesgeschäftsführer ausgesprochen. Doch auch diese Möglichkeit ist nun offensichtlich vom Tisch.

Gysi erklärte, da Lafontaine Bartsch nicht als Bundesgeschäftsführer akzeptiere, entfalle für Bartsch die Überlegung, seine Kandidatur als Parteivorsitzender zurückzuziehen. «Niemand kann jetzt Dietmar Bartsch verübeln, seine Kandidatur aufrecht zu erhalten», teilte der Fraktionsvorsitzende mit.

Der Streit ist auch ein Richtungsstreit. Bartsch wird vor allem von den Ostverbänden unterstützt, die einen gemäßigten Kurs Richtung Regierungsbeteiligung fahren wollen. Lafontaine steht für einen harten Oppositionskurs und wird vor allem von den Westverbänden unterstützt. Zur künftigen Doppelspitze muss mindestens eine Frau gehören. Wer das sein könnte, ist noch völlig offen.

Linke-Konferenz