Schafe in Bayern
Bildtext einblenden
Schafe stehen im Sonnenschein auf einer Schafweide. Foto: dpa

»Lichter aus für die Schafweide-Haltung«: Schafhalter aus der Region protestieren am Freitag in Bergen

Bergen – Die Schafhalter in Bayern fordern angesichts weiter gestiegener Wolfszahlen mehr Unterstützung und praktikablere Regelungen, um auf Nutztierattacken reagieren zu können. »Die bisherigen Regelungen sind dazu nicht geeignet«, sagt der Kreisvorsitzende der Schafzüchtervereinigung Traunstein, Josef Harbeck. 


Zum einen müssten Schäfer von ihrer Arbeit auch leben können, zum anderen müssten Schafe vor Wölfen geschützt werden. Das werde mit immer mehr Wölfen zunehmend schwerer bis unmöglich. »Auch wir lieben unsere Tiere und möchten sie schützen.« Auf die Schutzbedürftigkeit ihrer Tiere wollen die Schäfer nun mit einer europaweiten Aktion hinweisen. Unter dem Motto »Lichter aus für die Schaf-Weidehaltung« findet diese Aktion auch in Bergen statt. Am Freitag treffen sich um 18 Uhr auf dem Parkplatz der Hochfelln-Seilbahn Schäfer und andere Weidetierhalter, um gegen die Politik von Ländern, Bund und EU zu protestieren. »Die Tierhalter akzeptieren den Artenschutz und auch die Rückkehr der Wölfe«, sagt Harbeck. Wölfe gelten in der EU als streng geschützt. Doch eine »Koexistenz« bedeute auch, dass nicht nur eine Seite die Auswirkungen der Rückkehr zu tragen habe. »Wir unternehmen alles, um unsere Tiere zu schützen, müssen aber feststellen, dass es immer mehr Schafe trifft, die von Wölfen angegriffen werden«, sagt Harbeck. Hundertprozentiger Herdenschutz sei nicht möglich. Die Schafhaltung im Landkreis lebe auch von der Almhaltung. »Was ist, wenn keiner mehr seine Schafe auf die Alm bringen kann?« Die Weiden in Höhenlagen mit Zäunen zu schützen, sei unmöglich, es sei steinig und steil. Man lebe von der freien Almwirtschaft. Kämen hier weiter Beutegreifer, um Schafe zu reißen, »ist das das Ende der Almwirtschaft.« Dem müsse man sich widersetzen. Initiiert wird der Protest von den Schafvereinen der Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim und Mühldorf. Der Bayerische Bauernverband und der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern tragen die Protestaktion, ausgerufen vom »Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement«, das der Förderverein der Deutschen Schafhaltung ins Leben gerufen hat, mit. »Geben wir alle ein Signal an die Politiker, etwas zu ändern«, freuen sich die Organisatoren auf viele Teilnehmer. »Es muss endlich Schluss sein mit dem Schweigen der Lämmer.«

ca