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Lesung und Lieder in bairischem Dialekt

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Robert Gapp (links) las aus seinem neuesten Buch »Üwa Doud und Deife«, Regina Zieher und Philip Schulz sangen dazu selbst komponierte Lieder in Mundart. (Foto: Mix)

Geschichten und Lieder in Mundart, mal zum Nachdenken, mal zum Schmunzeln, las im Rahmen der Reihe »Kulturgenuss in Bergen und Siegsdorf« aus seinen Büchern der Bergener Gschichtlschreiber Robert Xaver Gapp im Lokal Ladenbergen. Passend dazu spielte und sang die bekannte Bergener Gruppe »Lime Desert« ihre in bairischer Mundart selbst komponierten, zum Nachdenken anregenden Lieder.


Robert Gapp hat sich als Mundartdichter in der Region längst einen Namen gemacht. Nach 2011 und 2013 brachte er nun sein drittes Buch heraus mit dem vielsagenden Titel »Üwa Doud und Deife«. Bei der Lesung in seinem Heimatort gab er daraus »himmlische und irdische« Geschichten zum Besten und hatte auch einige ältere Erzählungen sowie Gedichte aus seinen früheren Werken dabei. In Gedichten wie »Zeit blieb steh« oder »Staad heem« macht sich der Autor Gedanken über das Leben, seine Vergänglichkeit, die Hektik des Alltags und notwendige Auszeiten. Von einer Welt ohne Krieg, Hass, Hungersnot träumt er in einem anderen Gedicht. Lustig wird es, wenn er vom »Biagste und seine Gemeinderät« erzählt, die bei einem Ausflug nach Salzburg so manches erleben. Und der Kampf mit dem »Scheer« (Anm.: die Wühlmaus) kommt vielleicht dem einen oder anderen Gartenbesitzer sehr bekannt vor.

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Überaus passend ausgesucht waren die dazu dargebotenen Lieder von »Lime Desert«, bestehend aus Regina Zieher (Harfe, Gitarre) und Philip Schulz (Gitarre). Die beiden singen im unverfälschten bairischen Dialekt und verarbeiten in ihren selbst geschriebenen und komponierten Liedern ebenfalls ernste wie auch heitere Themen. Dem Hochfelln als Hausberg ihres Heimatortes widmen sie ein Stück. Sie thematisieren Dinge wie Ausbeutung, Kinderarbeit, Waffenhandel, machen sich aber auch Gedanken über »Bäda«, den fliegenden Goldfisch, der in Gedanken seinem Gefängnis im Aquarium entkommt. Beim »Suppenlied« geht es zunächst ziemlich brutal zu, wenn der Mord an den »kleinen Gesellen im Wald« geschildert wird, die sich dann aber schnell als leckere Schwammerl herausstellen.

Der Abend war eine rundum gelungene Mischung aus Musik und Text, sehr ruhig und zum Nachdenken anregend aber auch gleichzeitig heiter und gelöst. Die drei aus Bergen stammenden Hauptdarsteller des Abends halten die bairische Sprache und ihre Heimat hoch und erhielten für die Darbietungen begeisterten Applaus der Zuhörer. Pia Mix