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Landwirtschaftsverwaltung soll effizienter werden

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AELF Traunstein: Landwirtschaftsverwaltung soll effizienter werden
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Leitender Forstdirektor Alfons Leitenbacher erhofft sich von der Reform vor allem Vorteile für die Bauern. (Foto: Monika Konnert)

Traunstein – Mit neuen Strukturen soll Bayerns Landwirtschaftsverwaltung moderner und effizienter werden, um auf die großen Herausforderungen der Zukunft wie Klimawandel, Tierwohl, Ressourcenschutz, Biodiversität, Digitalisierung besser und schneller reagieren zu können. Unter anderem soll die Zahl der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) von derzeit 47 auf 32 verringert werden.


Außerdem werden sieben Landwirtschaftsschulen aufgelöst, 20 Schulstandorte bleiben erhalten. Das AELF Traunstein bleibt in seiner äußeren Struktur erhalten und ist damit weiterhin zuständig für die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein. Auch die Landwirtschaftsschule in Traunstein und die beiden Hauswirtschaftsschulen in Traunstein und Laufen bleiben unangetastet. Im Forstbereich ändert diese Reform ohnehin nichts.

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Mit rund 97.000 Hektar Wald und gut 82.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche war das AELF Traunstein schon bisher eines der flächenmäßig größten, von der Zahl der aktiven Bauern her war es mit zuletzt 3871 Betrieben sogar immer an erster Stelle in Bayern. In diesem inoffiziellen Ranking fällt das AELF Traunstein auf Platz sieben zurück.

Ein kleiner »Schönheitsfehler«, den man verkraften könne, so Amtsleiter Alfons Leitenbacher. Denn man habe im Bereich des Amtes Traunstein noch immer viele Bauern, vor allem auch überproportional viele, die ihren Hof traditionell stabil im Nebenerwerb bewirtschaften. Der »Strukturwandel« verlaufe hier langsamer als in anderen Landesteilen. Dazu trägt nach Leitenbachers Ansicht auch bei, dass Bildung am AELF Traunstein großgeschrieben werde.

Mehr als 200 Junglandwirte, Hauswirtschafterinnen und Waldbesitzer nehmen jährlich an den vom Amt in unterschiedlichen Formen angebotenen Bildungsprogrammen teil. Manche Formate, wie zum Beispiel die landwirtschaftliche Ausbildung im Rahmen der »Südostbayerischen Landwirtschafts- und Almakademie (SoLa)«, sind Jahre im Voraus ausgebucht. Dort können jährlich 30 junge Landwirte, die aus persönlichen oder betrieblichen Gründen einen anderen Erstberuf erlernt haben, die landwirtschaftliche Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg machen.

Dass nun all dies in Traunstein nahtlos weitergeht, freut Leitenbacher sehr. Noch mehr aber freut es ihn, dass mit dieser Reform die Beratung für die Landwirte neu ausgerichtet wird. Die Beratung rückt laut Leitenbacher wieder näher an den Landwirt heran. Dazu werden die derzeit bayernweit 85 Beratungs-Fachzentren aufgelöst. Das betrifft auch das hiesige Fachzentrum für die Rinderhaltung.

Aber dafür wird im Gegenzug die Beratungskompetenz und -kapazität insgesamt an jedem Amt gestärkt. »Und noch wichtiger: Die Beratungsphilosophie wird sich ändern«, sagt der Amtschef. In Zukunft soll bei der Beratung wieder der einzelne landwirtschaftliche Betrieb in seiner Gesamtheit betrachtet werden und das örtliche Amt soll wieder der Ansprechpartner für die Landwirte in seinem Zuständigkeitsbereich sein.

Leitenbacher hofft, dass die Bauern die Stärkung der Beratung vor Ort begrüßen werden. »Ein Landwirt, der ohnehin immer sehr viel um die Ohren hat, hat an einem Buchbinder-Wanninger-System wenig Freude«, sagt er. Monika Konnert