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Kunterbunte Kombinationen in den deutschen Ländern

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Bodo Ramelow im Erfurter Landtag
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Seit 2014 stellt die aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangene Linke erstmals einen deutschen Ministerpräsidenten. Bodo Ramelow regiert in Thüringen mit SPD und Grünen. Foto: Bodo Schackow Foto: dpa

Berlin (dpa) - Bei Parlamentswahlen in Deutschland holt nur selten eine Partei die absolute Mehrheit der Sitze. Meist regieren in Bund und Ländern Koalitionen. Jahrelang waren CDU/CSU-FDP und SPD-Grüne die gängigen Varianten.


Heute finden die Wunschpartner aber kaum noch eine Mehrheit, weil die großen Parteien schwächeln und die Zahl der Parteien zugenommen hat. Derzeit gibt es in den 16 Ländern 13 verschiedene Regierungsformen. Ein Überblick:

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SCHWARZ: In BAYERN gibt es die einzige Ein-Parteien-Regierung auf Länderebene in Deutschland. Doch nach allen Umfragen dürfte die CSU mit Ministerpräsident Markus Söder die absolute Mehrheit verlieren.

SCHWARZ-GELB: Mit einer christlich-liberalen Koalition regierte Bundeskanzler Helmut Kohl (1982-1998) 16 Jahre. Derzeit gibt es sie nur in NORDRHEIN-WESTFALEN mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

ROT-GRÜN: Rot-Grün war unter Kanzler Gerhard Schröder (1998-2005) die Bundesregierung. Heute werden nur noch HAMBURG und BREMEN unter den SPD-Bürgermeistern Peter Tschentscher und Carsten Sieling so regiert.

SCHWARZ-ROT: Mit einem Bündnis aus Christ- und Sozialdemokraten regiert Kanzlerin Angela Merkel. Große Koalitionen unter CDU-Führung gibt es im SAARLAND und in SACHSEN mit den Regierungschefs Tobias Hans und Michael Kretschmer.

ROT-SCHWARZ: Mit der SPD als größerem Partner regieren die Volksparteien in NIEDERSACHSEN (Ministerpräsident Stephan Weil) und MECKLENBURG-VORPOMMERN (Manuela Schwesig).

AMPEL: In RHEINLAND-PFALZ schloss Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach der Wahl 2016 ein Bündnis mit FDP und Grünen.

JAMAIKA: Für die Verbindung Schwarz-Gelb-Grün musste die Fahne einer Tropeninsel als farbliches Vorbild herhalten. Im ganz unkaribischen SCHLESWIG-HOLSTEIN regiert Daniel Günther (CDU) mit FDP und Grünen.

KENIA: Schwarz-Rot-Grün ist die Fahne Kenias - und seit 2016 auch die Regierung in SACHSEN-ANHALT. Wegen der Schwäche der SPD holte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die Ökopartei mit ins Boot.

SCHWARZ-GRÜN: Früher waren Christdemokraten und Grüne erbitterte Gegner. Seit 2013 regieren sie im wirtschaftsstarken HESSEN unter Regierungschef Volker Bouffier (CDU) einträchtig miteinander. In dem Bundesland wird Ende Oktober ein neuer Landtag gewählt.

GRÜN-SCHWARZ: In BADEN-WÜRTTEMBERG ist Winfried Kretschmann seit 2011 erster grüner Ministerpräsident Deutschlands. 2016 verlor sein roter Partner SPD massiv Stimmen, aber mit den Schwarzen reichte es.

ROT-ROT-GRÜN I: Seit 2014 stellt die aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangene Linke erstmals einen deutschen Ministerpräsidenten. Bodo Ramelow regiert in THÜRINGEN mit SPD und Grünen.

ROT-ROT-GRÜN II: Rot-Rot-Grün unter SPD-Führung gibt es in BERLIN mit dem regierenden Bürgermeister Michael Müller.

ROT-ROT: In BRANDENBURG regieren Sozialdemokraten und Linke einträchtig unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

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