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Kraft: «Werde nie als Kanzlerkandidatin antreten»

Düsseldorf (dpa) - Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft hat eine Kanzlerkandidatur für sich ausgeschlossen.

Hannelore Kraft
Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft will nicht Bundeskanzlerin werden. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

In einer Sondersitzung der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf versicherte sie am Freitag nach Angaben von Teilnehmern: «Ich werde nie, nie als Kanzlerkandidatin antreten. Ich bleibe in Nordrhein-Westfalen. Darauf könnt Ihr Euch verlassen.»

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Kraft habe damit Spekulationen entkräftet, im Falle des Scheiterns einer schwarz-roten Koalition werde sie bei einer möglichen Neuwahl für die SPD als Kanzlerkandidatin antreten. Derzeit werben die SPD-Spitzen in Regionalkonferenzen um Zustimmung zum ausgehandelten schwarz-roten Koalitionsvertrag.

Die Ministerpräsidentin sagte nach der Sondersitzung über die Vereinbarungen mit der Union: «Da ist viel SPD drin - mehr als es vielleicht nach unserem Wahlergebnis zunächst möglich erschien.» Die NRW-SPD will am Sonntag und Montag bei Regionalkonferenzen in Kamen und Leverkusen über den Koalitionsvertrag beraten.

Die nordrhein-westfälische SPD galt nach der Bundestagswahl im September als härteste Gegnerin einer großen Koalition. Der Chef der SPD-Landtagsfraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen, Norbert Römer, sagte jetzt, die Einigung mit der Union sei besser gelungen als gedacht. «Ich habe mich geirrt.» Er äußerte sich zuversichtlich, dass das Votum der SPD-Basis positiv ausfällt.

Der Düsseldorfer CDU-Landtagsfraktionschef Karl-Josef Laumann meinte: «Jetzt sind Frau Kraft und Herr Römer vom Saulus zum Paulus geworden.» Eine große Koalition im Bund wird nach Ansicht des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Reiner Priggen die Arbeit von Rot-Grün in NRW belasten. Die Zusammenarbeit werde «anstrengender und schwieriger», sagte er den «Aachener Nachrichten» (Freitag). Kraft sieht dagegen «keine Probleme am Horizont». Rot-Grün werde in Nordrhein-Westfalen weiter vertrauensvoll zusammenarbeiten, sagte sie. Dafür biete der rot-grüne Koalitionsvertrag die Grundlage.

Koalitionsvertrag - Schlussfassung

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