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49-Jähriger wird auf der Aschauerweiherstraße verletzt – Dach in Loipl abgedeckt

Kradfahrer kracht in umstürzenden Nadelbaum

Berchtesgadener Land – Sturmtief »Niklas« hat in der Nacht zum Mittwoch auch den Freiwilligen Feuerwehren im Berchtesgadener Talkessel jede Menge Arbeit beschert. Dennoch kamen die Bürgerinnen und Bürger in den fünf Gemeinden, abgesehen von einem schwer verletzten Kradfahrer durch einen umgestürzten Baum und mehreren abgedeckten Dächern, noch einigermaßen glimpflich davon. Kreisbrandinspektor Anton Brandner zählte rund 40 Einsätze seiner Wehren. Dabei verzeichnete Berchtesgaden die meisten, Bischofswiesen die schwersten Einsätze.

Auf der Aschauerweiherstraße fuhr ein 49-Jähriger mit seinem Motorrad in einen vom Sturm umgeworfenen Nadelbaum. Die Feuerwehr war im Einsatz. (Foto: BRK BGL)

Am Dienstagabend gegen 20 Uhr ist ein 49-jähriger Einheimischer mit seinem Kraftrad auf der Aschauerweiherstraße (Staatsstraße 2100) in einen direkt vor ihm durch den Sturm umgeworfenen Nadelbaum gekracht. Er konnte sich selbst befreien und wurde von einer Krankenschwester der Kreisklinik Berchtesgaden erstversorgt.

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Der Mann war im Sturm von Berchtesgaden in Richtung Bischofswiesen unterwegs, als unmittelbar vor ihm eine Windböe einen Nadelbaum umwarf. Der 49-Jährige verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und stürzte. Ersthelfer, darunter eine Krankenschwester der Kreisklinik Berchtesgaden, leisteten Erste Hilfe und setzten einen Notruf ab.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Bischofswiesen, die bereits mit mehreren Fahrzeugen zur Beseitigung der Sturmschäden im Ortsgebiet unterwegs waren, wurden von der Leitstelle Traunstein sofort zum Unfallort geschickt. Sie kümmerten sich um den Mann, bis der Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes eintraf, beseitigten die umgeworfenen Bäume von der Fahrbahn, reinigten die Straße und regelten den Verkehr.

Die Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes forderte den Berchtesgadener Notarzt zur Schmerzbekämpfung nach. Der Mann wurde danach in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht und stationär aufgenommen. An seinem Motorrad entstand nur geringer Sachschaden.

Eine Böe verursachte bei einem Haus in Loipl schwere Schäden am Dach. Das Gebäude wird über einen Dachständer mit Strom versorgt. Dieser Dachständer wurde durch das Abdecken des Dachs ebenfalls beschädigt. Erst nachdem der Strom durch den Stromversorger abgeschaltet worden war, konnte mit den Sicherungsmaßnahmen begonnen werden. In Zusammenarbeit mit einer ortsansässigen Zimmerer-Firma konnte man das Dach sichern. Dafür entfernte man das beschädigte Blechdach mithilfe eines Baggers und einer Seilwinde. Das Dach wurde mit Brettern, die ein benachbartes Sägewerk bereit stellte, eingedeckt. Anschließend kam Dachpappe drauf. Aufgrund der Steilheit des Dachs, den böigen Winden mit Regen und Schneefall bestand große Absturzgefahr. Deshalb konnten die Arbeiten auf dem Dach nur unter Einsatz von Absturzsicherungen durchgeführt werden. Außerdem musste wegen der einbrechenden Dunkelheit die Einsatzstelle ausgeleuchtet werden.

Auch Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber kam an die Einsatzstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Erst nach über fünf Stunden war das Dach soweit gesichert, dass die Helfer die Einsatzstelle verlassen konnten. Parallel dazu kam es immer wieder zu umstürzenden Bäumen im Bischofswieser Gemeindegebiet. Diese wurden von der Feuerwehr Bischofswiesen, die während sechs Stunden mit allen fünf Fahrzeugen und 45 Mann im Einsatz war, von den Straßen geräumt.

Der Berchtesgadener Feuerwehrkommandant Thomas Pfnür berichtete von 23 Einsätzen. Dabei handelte es sich in einem Fall um ein gefährdetes Dach in Berchtesgaden sowie lockere Dachpfannen bei einem großen Wohnhaus in der Schönau und viele umgefallene Bäume sowie ein zu sicherndes Transparent über einer Straße. Die Feuerwehr Berchtesgaden war an allen drei Standorten mit Berchtesgaden, Au und Maria Gern im Einsatz.

Aus der Gemeinde Schönau am Königssee wurden sieben, aus der Ramsau vier Einsätze gemeldet, die nach ersten Meldungen aber nicht sehr gravierend waren. fb/cw