Kopfverletzung und Orientierungslosigkeit: Bergwacht Ramsau bei mehreren Einsätzen gefordert

Bildtext einblenden
Foto: Bergwacht Ramsau

Ramsauer Forst – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau waren während der vergangenen Schönwetter-Tage wieder stark gefordert und mussten Verletzte und Verstiegene retten.


Am Sonntagnachmittag brauchte gegen 13 Uhr ein im Watzmann-Südspitz-Abstieg gestürzter 53-jähriger Urlauber aus Nordrhein-Westfalen Hilfe, da er mit seiner Kopfverletzung nicht mehr selbst weiter absteigen konnte. Der Mann und seine unverletzte 20-jährige Tochter konnten zwar einen Notruf absetzen, waren aber wegen des stellenweise sehr schlechten Handy-Netzes für den Rückruf des Einsatzleiters der Bergwacht Ramsau nicht erreichbar. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ machte sich deshalb mit einem Ramsauer Bergretter auf die Suche, fand die Einsatzstelle und setzte Notärztin und Bergretter per Winde beim Verunfallten ab. In zwei Anflügen wurden dann der Patient und die Ärztin und dann die Tochter und der Bergretter mit der Winde aufgenommen und ins Tal gebracht. Fünf Bergretter waren bis 15.30 Uhr gefordert.

Orientierungsloser Spanier im Wimbachgries

Am Samstagabend (24. Juli) meldete sich gegen 19.30 Uhr ein in München wohnhafter Spanier über Notruf, da er ins Unwetter geraten war, nicht mehr wusste, wo er ist und auch nicht angeben konnte, wo er losgegangen war und auch noch seine beiden Begleiter unterwegs verloren hatte. Die Bergwacht Ramsau konnte den Orientierungslosen nicht über Handy erreichen, vermutete ihn aber im Südspitz-Abstieg in Richtung Wimbachgries und fuhr mit zwei Fahrzeugen los. In der Zwischenzeit rief dann der Wirt der Grieshütte an, dass die drei Leute alle bei ihm angekommen waren und keine Hilfe mehr brauchen, weshalb die fünf Bergretter den Einsatz abbrechen konnten und gegen 21 Uhr wieder zu Hause waren.

Kletter-Unfall am Blaueis - drei Verletzte während Bergwacht-Übung rasch versorgt

Am späten Samstagvormittag (24. Juli) passierte kurz nach 11.15 Uhr während einer Heli-Übung der Bergwachten im Einsatzleitbereich Königssee (Berchtesgaden, Marktschellenberg und Ramsau) ein Kletter-Unfall in der Route „Durchs Fenster zum Zwerg“ (V) am Blaueis, wobei ein 31-jähriger Münchner nach einem Verhauer abgestürzt war und sich schwer am Fuß verletzt hatte. Die Besatzung des Transporthubschraubers der Bundespolizei, die an der Übung teilnahm, brachte innerhalb weniger Minuten die Ramsauer Bergwacht-Notärztin und weitere Bergretter per Winde zum Patienten, der verletzt am Wandfuß saß. Die Heli-Besatzung nahm den Abgestürzten dann im Luftrettungssack auf und flog ihn zum Landeplatz der Wehrtechnischen Dienststelle Oberjettenberg aus, wo ihn eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes übernahm und dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. Die gleichaltrige Seilpartnerin hatte sich ebenfalls verstiegen und Prellungen und Schürfwunden zugezogen, wobei sie aber noch so fit war, dass sie nach Versorgung durch die Notärztin selbst bis zur Forststraße absteigen konnte, wo sie dann die Bergwacht mit dem Auto abholte. Elf Bergretter waren bis 14 Uhr gefordert.

Gegen 15 Uhr brauchte noch eine 42-jährige Urlauberin aus Baden-Württemberg mit einer Sprunggelenksverletzung an der Blaueishütte die Hilfe der Bergwacht. Die Ramsauer Bergwacht-Notärztin versorgte sie, so dass sie selbständig bis zum Forstweg absteigen konnte. Die Bergwacht brachte sie mit dem Pinzgauer ins Tal und übergab sie an die Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes, der sie in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. Die Bergwacht war bis 17 Uhr gefordert.

Am späten Freitagabend (23. Juli) ging gegen 22.15 Uhr ein Notruf wegen eines vermeintlichen alpinen Notsignals am Watzmann-Hocheck ein, wobei der Anrufer seit rund zehn Minuten Lichtquellen gesehen hatte. Der Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau klärte die Lage ab, konnte aber keine Anzeichen für einen Notfall feststellen.

fb/red