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Nach dem Aus des Hotelprojekts beginnen die Spekulationen – Förderverein will eine Million an die Stadt zahlen

Kommt jetzt doch der »Salinenpark«?

Traunstein. Nach dem Aus des Hotelprojekts »Salinenhöfe« an der Salinenstraße beginnen die Spekulationen, was nun mit dem Gelände passiert. Denn der Stadt liegt ein weiteres Angebot für das Grundstück vor. »Die Stadt und die Verantwortlichen des Turnvereins Traunstein werden nun intensive Gespräche führen«, informiert Oberbürgermeister Christian Kegel.

Zu einem ersten Treffen kam es jetzt zwischen Vertretern des Turnvereins Traunstein (TVT) und des Fördervereins Alt-Traunstein, um den Ist-Zustand zu klären. Wie bereits berichtet, ist der Förderverein mit Unterstützung des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traustein daran interessiert, auf dem Gelände der Franz-Eyrich-Halle einen »Salinenpark« entstehen zu lassen. Wie der Vorstand des Fördervereins, Richard Kraft, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt bestätigte, wird ein anonymer Geldgeber in den nächsten zwei Wochen eine Million Euro auf das Konto des Vereins überweisen. »Dieses Geld wollen wir dann der Stadt zur Verfügung stellen, damit sie das Grundstück der Franz-Eyrich-Halle kaufen kann«, so Kraft weiter. Zugutekommen würde dies auch dem Turnverein, denn die 600 000 Euro, die der TVT nach dem Verkauf des Geländes an die Investoren des Hotelprojekts an die Stadt zur Mitfinanzierung hätte zahlen müssen, wären dadurch abgedeckt. »Wir wären jetzt auch aus dem Schneider«, berichtete Vorstand Rudolf Belser.

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Salinengebäude sind Markenzeichen der Stadt

Doch wie geht es jetzt mit dem Gelände an der Salinenstraße jetzt weiter? »Eine sinnvolle Entwicklung des Salinenareals ist von großer Bedeutung für die Stadt Traunstein. Die Salinengebäude sind ein Markenzeichen Traunsteins, das es zu schützen gilt. Die Salinengeschichte ist ein spannender und enorm wichtiger Teil der Stadthistorie. Es ist mir dementsprechend ein großes Anliegen, Hand in Hand mit allen Beteiligten nach passenden Nutzungs- und auch Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen«, der Oberbürgermeister. Der Stadt liegt vonseiten des Fördervereins das Angebot vor. Damit verbunden wäre die Errichtung des »Salinenparks«. Ob das Angebot angenommen wird oder wie die Verhandlungen laufen, dazu konnte die Pressesprecherin der Stadt, Carola Westermeier, auf Anfrage unserer Zeitung keine Angaben machen.

Ziel des Fördervereins ist jedenfalls, dass die Salinenhäuser von der Straße aus frei sichtbar sind. Es wäre auch noch Geld übrig, um den »Salinenpark« gestalten zu können, berichtete Richard Kraft weiter. »Das Gelände könnte man dann auch für eine mögliche Landesgartenschau in Traunstein nutzen.« Allerdings muss man jetzt erst einmal die weitere Entwicklung abwarten, vor allem wie die Stadt mit dem Angebot umgeht. Auch wer im Falle der Zustimmung die Abrisskosten der Franz-Eyrich-Halle übernimmt, ist offen. Unter Umständen entsteht der Stadt ein Defizit von rund 420 000 Euro für den Abriss. Diese Kosten hätten die Investoren des Hotelprojekts sogar übernommen, wenn die »Salinenhöfe« realisiert worden wären.

Traunsteiner CSU fordert Lösungen

Enttäuscht vom Rückzug der Investoren zeigt sich die Traunsteiner CSU. »Wir können die Investoren verstehen, dass sie ein derartiges Projekt nicht angehen wollen, wenn der Oberbürgermeister nicht dahinter steht«, so CSU-Ortsvorsitzender Christian Hümmer. Die CSU appelliert an Oberbürgermeister und Verwaltung, Vorschläge für einen neuen Hotelstandort zu machen. »Wir wollten auch kein Hotel an dieser Stelle um jeden Preis. Wir waren aber dafür, eine vertragliche Lösung zu schaffen, die den Denkmalschutz beachtet und eine Hotelinvestition zulässt«, meinte der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Wolfgang Osenstätter. Auch die Mitglieder der CSU stellen sich nun die Frage, wie die Grundstücke an der Salinenstraße jetzt genutzt werden. »Wir erwarten, dass sich die Stadtratsgremien in der nächsten Sitzung mit diesen Fragen beschäftigen. Die Ablehnung des Hotelprojekts wurde nie im Stadtrat diskutiert – im Gegenteil: Der Stadtrat hat bisher eine Hotelansiedlung befürwortet«, so Hümmer und Osenstätter weiter. jar